Cubimorph: Touchscreen passt seine Form dem Verwendungszweck an

5. Juni 2016 Kategorie: Games, Hardware, geschrieben von: Benjamin Mamerow

CubimorphStellen wir uns doch mal vor, wir würden uns im Jahre 2026 befinden. Ihr habt gerade ein Smartphone gekauft, auf das Ihr Euch schon über Monate hinweg gefreut habt. Denn dieses Gerät ist anders. Dieses Gerät ist auf den ersten Blick ein normales Smartphone. Startet man aber nun eine Gaming-App, so verwandelt es sich selbstständig in eine handliche Spielkonsole. Beendet man das Spiel, so rekonfiguriert sich das Teil wieder so, dass man sein Smartphone zurückerhält. Selbst einen Smartwatch-Mode liefert das Gerät, mit dem sich das Konstrukt so umbaut, dass man es sich ums Handgelenk legen kann.

Was nach einer völlig utopischen Fantasie klingt, das ist es derzeit auch noch 😉 Allerdings haben nun einige Forscher der Universität in Bristol auf der International Conference on Robotics and Automation in Stockholm ein Projekt vorgestellt, das sie vorläufig auf den Namen „Cubimorph“ getauft haben. Das Projekt beschreibt ein Gadget, welches wie bereits erklärt, auf Wunsch seine Form dem jeweiligen Verwendungszweck anpasst. Cubimorph ist modular aufgebaut und basiert quasi aus vielen kleinen Würfeln, die per Gelenken miteinander verbunden sind und via zweier Motoren in Bewegung gesetzt werden. Über diese Gelenke kann dann jede erdenkliche Form realisiert werden.

Cubimorph_IdeaEin ausgeklügelter Algorithmus berechnet den kürzesten Weg, den die Würfel nehmen müssen, um die neue Form zu bilden. Dabei soll es angeblich ausgeschlossen sein, dass das Device seinen Benutzer während des Umformens verletzt, beispielsweise durch Einklemmen der Haut zwischen den Würfeln. Ein aktuelles Problem stellt momentan noch das Konzept des Algorithmus selbst dar. Denn dieser sieht vor, dass die sich bewegenden Objekte zuerst einer geraden Linie sammeln, um dann im Anschluss die neue Form zu bilden. Das dürfte gerade in Hinsicht auf größere Gerätschaften mit dieser Technik denkbar ungünstig sein. Wenn sich das Smartphone im Bus vor dem Daddeln erstmal in eine 2,5 Meter lange Würfelschlange umbaut, um danach zur Konsole zu werden, dann dürften Sitznachbarn deutlich ungehalten reagieren. Oder aber ein riesiger Bildschirm, der sich der auf ihm dargestellten Werbung anpasst…

Und an dieser Stelle komme ich wieder auf die angesprochenen 10 Jahre in der Zukunft liegend zurück. Denn laut Anne Roudaut – führender Kopf beim Forschungsteam der Uni Bristol – dauert es mindestens noch so lange, bis man die angesprochenen Probleme behoben haben wird und erste Produkte mit der Technik auf den Markt bringen können wird.

„There is a lot of work to make this a reality, but it’s really exciting, because there are a lot of new challenges and new questions that have not been investigated so far.“

(via livescience )

Über den Autor: Benjamin Mamerow

Blogger, stolzer Ehemann und passionierter Dad aus dem Geestland. Quasi-Nachbar vom Caschy (ob er mag oder nicht ;D ), mit iOS und Android gleichermaßen glücklich und außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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