CogniToys: Kinderspielzeug mit Internetanbindung ein voller Erfolg bei Kickstarter

19. Februar 2015 Kategorie: Hardware, Internet, geschrieben von:

Vor ein paar Tagen berichteten wir über die WLAN-Barbie, die direkt für Diskussionen sorgte. Ein als Spielzeug getarntes Spionage-Tool, Beeinflussung der Kinder und was es nicht alles für Argumente gibt, die – völlig zurecht – in den Raum geworfen wurden. Dass es auch anders geht, zeigt ein aktuelles Kickstarter-Projekt. CogniToys heißen die putzigen Spielzeug-Dinosaurier, die ebenfalls mit Kindern kommunizieren wollen. Das Finanzierungsziel wurde direkt am Starttag erreicht, keine Spur von Skepsis eines mit dem Internet verbundenen und lauschenden Spielzeugs.

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Wobei es bei CogniToys auch nicht so extrem ist wie mit der Barbie-Puppe. Denn die Dinos lauschen nur, wenn man ihnen auf den Bauch drückt. Zudem haben Eltern eine gewisse Kontrolle über das, was mit den Kindern gesprochen wird, hierfür wird ein Web-Portal zur Verfügung stehen. Ziel ist nicht nur, dass sich die Kids mit dem Spielzeug unterhalten, sondern dieses auch bildungstechnisch in die Entwicklung des Kindes eingreift. Spielerisch versteht sich, denn so lernt es sich immer noch am besten. Die cloudbasierte Technik wird übrigens über IBM Watson realisiert.

Das Spielzeug wird zum persönlichen Begleiter, lernt auch vom Kind, mit dem es sich unterhält. Erinnert ein bisschen an Furby, falls das noch wer kennt, eine Neuauflage gab es ja in den letzten Jahren noch einmal, die allerdings nicht an den damaligen Erfolg anknüpfen konnte.

Ich bin ein großer Fan von modernem Spielzeug, das gerne auch über eine Internetverbindung verfügen darf. Aber solche Geschichten, sind schon etwas fragwürdig, gerade in Zeiten, in denen quasi nichts mehr nicht überwacht wird. Im Fall von CogniToys mag dies gerade noch so gehen, da man das Web-Portal für die Steuerung des Ganzen zur Verfügung hat und das Spielzeug auch nur nach einer Aktion „aufgeweckt“ wird.

Eltern sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass mit solchen Spielzeugen auch immer eine gewisse Gefahr einhergeht. Dadurch, dass die Aktionen des Spielzeugs cloudbasiert sind, können sie auch angegriffen werden. Was, wenn ein Dino plötzlich selbst zum Leben erwacht, weil er es durch einen Hack soll? Sitzt dieser dann schweigend beim Kind und übermittelt fleißig alles, was im Raum gesprochen wird? Einem Kind ein Spielzeug im Nachhinein wieder wegnehmen? Viel Spaß beim Versuch, der beim Kind nur auf Unverständnis stoßen wird.

Generell wird Sicherheit eine große Rolle beim Internet der Dinge spielen. Denn im Prinzip kann jedes mit dem Internet verbundene Gadget zum Spionage-Tool werden oder so eingesetzt werden, dass es für den Nutzer schädlich wird. Viele Menschen wird es nicht interessieren, dass so etwas theoretisch möglich ist, solange es funktioniert. Sich keine Gedanken darüber zu machen, welche Gerätschaften mit Internetverbindung man sich ins Haus holt, ist die größte Gefahr, die die vernetzte Welt mit sich bringt. Da muss es sich nicht einmal um Spielzeug für Kinder handeln.

Wer nun dennoch Interesse an den CogniToys Dinos hat, findet das Projekt bei Kickstarter. 99 Dollar werden für einen Dino fällig, die Lieferung soll laut Zeitplan im November 2015 erfolgen, gerade rechtzeitig, um ein innovatives Weihnachtsgeschenk zu sein.

Wie seht Ihr die Vernetzung der Dinge, gerade im Kinderzimmer? Kann man machen oder eher nicht? Geht von Spielzeug wirklich eine Gefahr aus oder sollte man den Herstellern vertrauen? Meinungen würden mich vor allen Dingen von Eltern interessieren.


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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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