bunq: Niederländische „App-Bank“ startet in Deutschland und Österreich

9. März 2017 Kategorie: Android, iOS, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Es gibt ein neues Bankprodukt in Deutschland. Das erst 2015 gegründete niederländische Unternehmen bunq expandiert nun auch nach Deutschland und Österreich. Interessant dabei: bunq beschreibt sich selbst als IT-Unternehmen, obwohl bunq offiziell als Bank registriert ist und auch eine entsprechende Lizenz besitzt. Das Ziel von bunq ist es aber nicht, einfach nur eine Bank in der Hosentasche zu sein, sondern den Nutzern per Schnittstelle zahlreiche Anwendungen zu ermöglichen, die von Entwicklern einfach in verschiedene Apps integriert werden können.

Ali Niknam, Gründer und Geschäftsführer von bunq, erklärt das folgendermaßen:

„Wir sind die Bank für jeden, der sein Leben durch einzigartige Anwendungen bereichern möchte. Tagesabläufe werden smarter und einfacher, da wir für bereits bestehende Dienstleistungen Abkürzungen liefern. Man muss sich das wie bei WhatsApp vorstellen: Die App hat unser Kommunikationsverhalten vereinfacht. Wir wollen das Banking-Erlebnis revolutionieren und den Umgang mit Geld für jeden Nutzer vereinfachen. Die Markteinführung unserer App in Deutschland und Österreich bringt uns diesem Ziel definitiv einen Schritt näher.“

Die Kontoeröffnung bei bunq kann in ein paar Minuten mit dem Smartphone abgeschlossen werden, es gibt sowohl Privat- als auch Geschäftskonten. Und bunq hat sich die Privatsphäre der Nutzer auf die Fahnen geschrieben. Daten werden nicht an Dritte verkauft (was imho bei einer Bank selbstverständlich sein sollte).

Langfristig soll über die API aber dafür gesorgt werden, dass es beispielsweise Apps gibt, „die Ausgabeverhalten verfolgen, die Benachrichtigungen schicken, wenn man am Bierstand auf einem überfüllten Konzert gerade nicht lange anstehen muss, oder Apps, die die Buchhaltung vereinfachen, indem sie Transkationen automatisch kategorisieren.“

Die Grundfunktionen des Kontos sind kostenlos, ein Blick in die Gebührentabelle verrät aber, dass es zumindest Gebühren gibt, an dieser Stelle also keine zweifelhafte Finanzierung des Ganzen. So kostet auch bereits eine Debit-Karte zum kostenlosen Konto einen Euro pro Monat (bei Nutzung innerhalb Europas). Nutzt man die Karte außerhalb der Euro-Region, zahlt man 0,04 Euro plus 1,2 Prozent des Umsatzes als Gebühr.

Bargeldabhebungen kosten immer, innerhalb Europas 0,80 Euro, außerhalb 2,25 Euro plus ebenfalls 1,2 Prozent des Umsatzes. Die komplette Gebührenliste gibt es an dieser Stelle. Bis zu 10 Konten mit eigener IBAN können von Nutzern erstellt werden, bunq schlägt dabei vor, eines für Gehaltseingang, eines für Einkäufe und so weiter anzulegen. Die Debit-Karte kann den Konten beliebig zugewiesen werden (aber immer nur für ein Konto aktiv sein).

Eine App, die bereits von bunq unterstützt wird, ist Slice, ein Verwaltungstool für Gruppenzahlungen. Schulden können so mit einem Klick beglichen werden, Slice setzt aber nicht die Nutzung von bunq voraus, bunq vereinfacht nur den Zahlungsvorgang.

Schaut man sich auf der Webseite von bunq um, wirkt das alles schon durchdacht. Logisch, gibt es ja schon eine Weile. Solltet Ihr also auf der Suche nach einem modernen „Smartphone-Konto“ sein, könnte sich ein Blick zu bunq eventuell lohnen. Apps gibt es für Android und iOS.


 

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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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