Brave erklärt verschiedene Modi und deren Bezahlmodell im Privatsphäre-Browser

3. April 2016 Kategorie: Internet, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_braveDer Brave Browser soll ein für Nutzer und Publisher eine gleichermaßen faire Angelegenheit sein. Brave trackt seine Nutzer nicht und erspart diesen auch nervige oder gar gefährliche Werbeanzeigen. Im Gegensatz zu anderen Werbeblockern wird Brave aber nicht nur für die Nutzer Vorteile bringen, sondern auch für die Publisher, deren Werbung quasi weggeblockt wird. Wie das Ganze funktioniert, haben wir in diesem Beitrag schon einmal erklärt. Im Prinzip ebenfalls ein Acceptable Ads-Modell, allerdings mit mehr Vorteilen für die Publisher. Jetzt erklärt Brave die Finanzierungen der verschiedenen Browser-Modi im Detail.

brave_adfree

Grundsätzlich gibt es zwei Arten, auf die man Brave verwenden kann, den Ad-free- und den Ad-replacement-Modus. Als Standard wird der Ad-replacement-Modus aktiviert sein. Das heißt, Brave ersetzt die Werbung auf Webseiten, zahlt je 15 Prozent der Einnahmen an Brave, den Werbepartner und den Nutzer, 55 Prozent gehen an den Publisher. Dieses Modell sieht zwar vor, dass der Publisher statt 100 Prozent (ohne Werbeblocker) nur 55 Prozent erhält, das allerdings von Nutzern, die über einen anderen Browser (mit Adblock-Funktion) 0 Prozent gebracht hätten.

brave_adreplacement

Der Ad-free-Modus zeigt gar keine Werbung an, der Nutzer soll dafür aber bezahlen. Brave wird die Seiten vorschlagen, die von der Bezahlung etwas erhalten, der Nutzer wird aber auch die Möglichkeit haben, Seiten zu bevorzugen oder alle gleich zu behandeln, unabhängig davon, wie oft er eine Seite aufgerufen hat. Der Ad-free-Modus, der Geld kosten wird, erfordert außerdem ein Bitcoin Wallet, über das die Zahlung geregelt wird.

Allerdings wird Brave auch einen kostenloses Ad-free-Modus bieten. Einfach aus dem Grund, dass Brave sich durchaus bewusst darüber ist, dass nicht jeder Nutzer für Inhalte bezahlen möchte – egal auf welche Art. Das wird dann natürlich mehr Aufwand benötigen als nur Ad-free oder Ad-replacement auszuwählen, ist aber über die Einstellungen jederzeit möglich, ebenso wie ein Mix aus Ad-free und Ad-replacement.

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Das vom Nutzer verdiente Guthaben aus dem Ad-rpelacement-Modus kann dieser dann entweder auch den Publishern zukommen lassen oder sich auch auszahlen lassen. Das dürfte bei einem normalen „Surfer“ nicht allzu viel sein, insofern fraglich, ob er es sich auszahlen lässt. Denn dadurch gibt er auch seine Anonymität auf, das Geldwäschegesetz verlangt von Brave, Nutzer vor Auszahlungen zu identifizieren. Allerdings lässt sich laut Brave kein Zusammenhang zwischen Browseraktivität und Brave Wallet, dem Platz für die Zahlungen, herstellen.

Auch das Publisher-System klingt nicht uninteressant, genauer ist dies in diesem Blogpost von Brave erklärt. Dort ist auch detailliert beschrieben, wie die Gelder verteilt werden, ein Tracking der Nutzer und somit die Anzeige der Werbung findet ja nicht statt. Im Mai soll es die Developer-Version 1.0 von Brave geben. Insgesamt klingt das alles recht durchdacht, ob es dann in der Praxis aber auch so funktioniert, wie es sich das Team um Brendan Eich vorstellt, wird sich dann zeigen. Falls Ihr schon ausprobieren möchtet, findet Ihr die aktuelle Dev-Version bei GitHub.


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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