Blut geleckt: FBI hilft bei Entsperrung weiterer iOS-Geräte

31. März 2016 Kategorie: Apple, Backup & Security, Internet, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_fbiIhr habt es sicher mitbekommen, das FBI hat es – nicht allein, aber mit Hilfe Dritter – geschafft, an die Daten eines gesperrten iPhone 5c zu kommen. Der Fall sorgte für Schlagzeilen, da das FBI Apple vor Gericht zerrte, um das betroffene iPhone durch den Hersteller knackbar zu machen. Das FBI betonte dabei immer wieder, dass es sich nur um ein einziges iPhone handelt und keine generelle Backdoor verlangt wird, wobei eine generelle Backdoor aus einem „Einzelfall“ resultieren würde, falls mittels Software-Manipulation auf die Daten zugegriffen werden kann.

Da das FBI Apples Hilfe nun nicht mehr benötigt, scheint man die vermutlich erkaufte Methode auch effizient nutzen zu wollen. Es ist nach wie vor unklar, wie das FBI das iPhone 5c geknackt hat, angeblich steckt eine israelische Firma dahinter, bestätigt ist dies jedoch nicht. Das FBI selbst legt die genutzte Methode nicht offen, was man durchaus machen könnte, wenn es sich um einen Einzelfall handelt. Im Gegenteil, das FBI hat nun auch Unterstützung in einem Fall von Doppelmord angeboten. Es gilt, an die Daten eines iPhones und eines iPod Touch zu kommen.

Unklar ist allerdings, ob hier die gleiche Methode verwendet wird wie im Fall des iPhone 5c. Falls ja, scheint das FBI eine vom Gerät unabhängige Methode zur Verfügung zu haben. Vielleicht wird sogar die Methode genutzt, über die wir vor einem Jahr berichtet haben. Mittels Hilfsgeräten kann der Passcode-Counter ausgetrickst werden, sodass man quasi unzählige Eingabeversuche zur Verfügung hat und den Passcode „bruteforcen“ kann.

Das Conway Police Department hatte beim FBI angefragt und prompt eine positive Rückmeldung erhalten. In einer ziemlich doofen Position ist nun Apple. Da nicht bekannt ist, wie auf die Geräte zugegriffen wird, kann man auch schlecht Gegenmaßnahmen entwickeln. Apple kündigte bereits an, iOS künftig noch besser abzusichern. Gegen neue Lücken hilft dies aber nichts, die müssen erst bekannt sein, bevor sie geschlossen werden können. In der Regel erhält der Hersteller einen Hinweis auf eine Lücke und sie wird erst öffentlich bekanntgegeben, wenn sie geschlossen ist.

Die Geschichte mit Verschlüsselung und einer Backdoor für staatliche Institutionen ist sicher noch lange nicht vorbei. In den USA wird das Thema sicher nicht allzu schnell von der Bildfläche verschwinden, früher oder später wird sich ein Gericht bis zum Ende damit befassen müssen, welches hoffentlich die Gesamtproblematik auch versteht.

(Quelle: ABCNews)

 

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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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