Blog-Software Ghost: Ein Blick hinein

15. Oktober 2013 Kategorie: Internet, Software & Co, WordPress, geschrieben von:

Gestern haben wir euch hier bereits von der neuen Blog-Software Ghost berichtet, die mit großem Vertrauensvorsprung durch Kickstarter finanziert worden ist. Ziel ist eine Alternative für alle Interessierten gegenüber WordPress zu schaffen, die vor allem das Ziel haben Inhalte schnell zu veröffentlichen und keine überladene Lösung benötigen.

Den öffentlichen Start habe ich genutzt um mir einmal näher anzuschauen, welche Funktionen Ghost aktuell bereits besitzt und ob es in absehbarer Zeit tatsächlich zu einer beachtenswerten Alternative gegenüber dem derzeitigen Platzhirsch WordPress aufsteigen kann.

Ghost Editor

Erster kleiner Nachteil für alle, denen bereits die Installation in den Fingern juckt: John O’Nolan hat sich bei der zugrunde liegenden Technologie für Node.js entschieden, während WordPress auf PHP setzt. Relativ günstige Standard-Hosting-Pakete können demzufolge nicht mit Ghost installiert werden, auch wenn es einige wenige Ausnahmen geben wird.

Es ist aber nicht so, als wäre diese Problematik nicht bekannt und so gibt es von der Firma Bitnami fertige Installationsdateien für euer lokales System, VMware oder die Möglichkeit es einfach bei Amazon oder Windows Azure zu installieren.

Ghost Blog fertige Installationsdateien

Es wird laut Ankündigung weitere Hosting-Anbieter geben, die fertige Installationen anbieten. Wer genug technisches Wissen besitzt kann es sich natürlich nach der offiziellen Anleitung selbst installieren – kein Hexenwerk, aber für viele zu umständlich.

Ist die Hürde der Installation geschafft geht es an die Einrichtung des Benutzers. Die bereitgestellten Installer fragen Benutzername/Passwort direkt ab, ansonsten kann man ihn aber auch über http://server/ghost/signup anlegen. Auch hier direkt eine Einschränkung für größere Blogs: Mehrere Benutzer bzw. mehrere Autoren sind aktuell nicht möglich, steht aber zumindest auf der Liste der geplanten Funktionen.

Die Kernfunktionalität für das Schreiben der Beiträge funktioniert dafür sehr gut. Ich bin Fan von Markdown und schreibe gelegentlich einige Blogposts in der leicht erlernbaren Auszeichnungssprache. Leicht lesbar, plattformunabhängig, einfache Syntax sind einige Vorteile, die in Ghost die Grundlage für alle Beiträge darstellen. Niemand braucht allerdings große Sorgen zu haben, wenn er noch kein Markdown kann. Direkt im Editor gibt es eine Erklärung inklusive einer praktischen Erklärung der belegten Tastenkürzel.

Ghost Markdown Tastenkürzel

Besonders wichtig sind mir Links einfügen, welche direkt beim Kopieren in klickbare Links umgewandelt werden, sowie das Bilder einfügen. Fügt einfach einen Platzhalter für das Bild per Strg + Shift + I ein und dann könnt ihr, wie es heutzutage üblich ist, per Drag & Drop das Bild in den Editor ziehen und Ghost lädt das Bild automatisch hoch. Die Livevorschau auf der rechten Seite aktualisiert sehr schnell und gibt dadurch einen guten Eindruck vom späteren Beitrag.

Ein größerer Makel ist mir noch bei Videoeinbettungen von YouTube oder Vimeo aufgefallen. Zwar funktioniert der Einbettungscode im Editor, veröffentlicht man den Beitrag ist das Video verschwunden, was auch auf der langen Liste der geplanten Funktionen in der Zukunft steht.

Ghost Beitragsoptionen

Weiterhin muss man aktuell u.a. verzichten auf:

  • Beiträge planen
  • automatische Sicherung + offline arbeiten
  • Versionskontrolle
  • SEO-Einstellungen
  • Featured Posts auf der Startseite
  • Mehrsprachigkeit
  • Suche

Hier wird schnell klar, dass wohl die wenigsten bei dem derzeitigen Stand ihre Blogs migrieren werden, dafür fehlt zumindest mir noch zu viel an Funktionalität. Aber natürlich steht man auch erst ganz am Anfang und sollte dem Projekt eine Chance geben. Jeder kann dazu beitragen Ghost zu verbessern und Pull Requests auf Github einreichen.

Die allgemeinen Einstellungen sind ebenfalls noch relativ übersichtlich, für eine schlanke Alternative aber wohl für viele ausreichend. Ihr könnt ein Blogtitel und eine Beschreibung angeben, sowie ein Logo und ein Coverbild für die Startseite hochladen. Ebenfalls sind die angezeigten Beiträge pro Seite einstellbar.

Ghost allgemeine Einstellungen

Unten habt ihr noch die Option zur Auswahl eines Theme, allerdings ist in der Standardinstallation nur casper vom Entwickler auswählbar. Selbstverständlich können eigene Themes entwickelt werden, es gibt sogar einen Marktplatz mit fertigen Themes – sowohl gratis als auch kostenpflichtig. Die Auswahl ist aber noch sehr spartanisch.

Ghost Profileinstellungen

Zum Abschluss gibt es noch die persönlichen Einstellungen. Dort findet man die erwarteten Optionen, einer kurzen Biographie, Webseite, Ort und die Möglichkeit sein Passwort zu ändern.

Zusammenfassend gefällt mir Ghost trotz der vielen fehlenden Funktionen gut. Bisher verwendete ich für Blogposts mit Markdown eine Kombination aus Lightpaper für Android und Sublime Text am Desktop. Für eine echte Alternative zu WordPress fehlt noch einiges, die aktuelle Roadmap geht zumindest in eine konkrete Richtung und ich werde die weitere Entwicklung aufmerksam beobachten.


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Quelle: Ghost Blog |

Über den Autor:

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