Blendle: digitaler Zeitungskiosk verkauft Einzelartikel auch bald in Deutschland

9. Juni 2015 Kategorie: Internet, geschrieben von:

Das Internet macht es Zeitungs- und Zeitschriftenverlegern sehr schwer, ihre Arbeit zu finanzieren. Es gab bereits mehrere Anläufe über verschiedenen Finanzierungsmethoden, so richtig durchgesetzt hat sich bisher aber keine. Kommt ein Abo, holt man sich die Information anderswo, auch das ist Internet. Blendle ist ein niederländisches Startup, das in seinem Heimatland durchaus erfolgreich ist und den Publishern in den Niederlanden mehr Geld eingebracht hat als beispielsweise Apple. Das Prinzip von Blendle ist schnell erklärt, der Nutzer zahlt nicht für eine ganze Zeitung oder Zeitschrift, sondern kauft einzelne Artikel.

Blendle

Was uns das Ganze interessiert? Blendle hat Neuigkeiten zu verkünden. Das Startup hat nämlich einen Deal mit den großen deutschen Publishern abgeschlossen. Wie Business Insider berichtet umfasst der Deal alle wichtigen deutschen Verleger, beinhaltet 18 Tageszeitungen und 15 wöchentlich erscheinende Zeitschriften. Interessant hierbei: auch Verlage, die bereits eine Paywall integriert haben, können ihre Artikel über Blendle anbieten. Blendle umgeht dann quasi den Abozwang und man kann die Bezahlartikel einzeln abrufen, wenn man daran interessiert ist.

Wie teuer ein Artikel ist, wird von den Publishern festgelegt, um Schnitt kostet der Abruf rund 20 Cent. Die Bezahlung erfolgt mittels einmalig hinterlegter Kreditkarte über Blendle. Blendle behält einen Teil der Einnahmen und gibt den Rest an die Verlage weiter. Für den Nutzer gibt es ebenfalls ein großartiges Feature. Artikel, die einem nicht gefallen haben, werden sofort erstattet, wenn man eine Begründung mitliefert. Muss man sich im Nachhinein wenigstens nicht ärgern, wenn einem ein Artikel nicht gefallen hat, sondern man bekommt einfach sein Geld zurück.

Wann das Blendle-Angebot auch in Deutschland starten wird, ist nicht bekannt. Auf der Webseite kann man jedoch sein Interesse bekunden und eventuell sogar schon vor dem offiziellen Start einen Zugang erhalten. Dass Blendle nach Deutschland kommt, ist hingegen sicher, das steht groß auf der Webseite.

Spannendes Modell, ob es sich jedoch durchsetzen wird? Wie sieht es da bei Euch aus, lieber Einzelartikel aus verschiedenen Zeitungen lesen oder direkt ein Abo für eine Zeitung, dafür aber auf den Rest verzichten? Bis zu welchem Betrag würdet Ihr Artikel pro Monat kaufen?


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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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