BlackBerry PRIV ausprobiert – Die Rückkehr der E-Mail Maschine

3. März 2016 Kategorie: Android, Hardware, geschrieben von: Pascal Wuttke

BlackBerry_PRIVEs ist schon komisch. Über das ganze Jahr verteilt werfen die Hersteller von Smartphones ein Gerät nach dem anderen auf den Markt, von denen jedes einzelne interessante Funktionen mitbringt. Doch dann kommt ein Gerät auf den Markt, welches mich tatsächlich erstmals in positive Aufregung versetzt: Das BlackBerry PRIV. In den letzten Jahren habe ich BlackBerry genauestens beobachtet und immer wieder bei Geräten wie dem Q10 oder dem Classic auf dem „Kaufen“-Button verweilt. Als man schließlich im letzten Quartal 2015 bekannt gab, dass erstmals ein BlackBerry auf Android-Basis erscheinen würde, schlug mein Herz in die Höhe.

BlackBerry hat immer tolle und hochwertige Geräte gebaut, doch der USP war für mich einfach immer die Hardware-Tastatur, die mich schon bei meinem Bold 9780 begeisterte. Dass dieser Verkaufspunkt für BlackBerry schon seit Jahren nicht mehr reicht um Käufer in Scharen auf die eigene Seite zu ziehen, brauchen wir an dieser Stelle wohl kaum diskutieren. BlackBerry hat einfach gepennt und sich zu sehr auf den Business-Markt konzentriert. An sich nicht verkehrt, nur eben auch nicht vorteilhaft, wenn andere Hersteller, die den regulären Konsumenten-Markt mit Geräten übersättigen, auch schon lange für den Business-Bereich interessant geworden sind. So verlor BlackBerry Tag um Tag mehr vom Kuchen.

Was mich damals von BlackBerry losgeeist hat, war wohl der gleiche Grund, wie für die meisten anderen Nutzer: Apps. Auf dieser Baustelle hat leider auch von Beginn an Microsoft mit der Windows Phone-Plattform zu kämpfen – in meinen Augen ebenfalls eine tolle Plattform mit viel Potenzial.

Laut eigener Aussage soll die Entscheidung über die Zukunft BlackBerrys mit den Verkaufszahlen des PRIV fallen. Nimmt die Basis das Android-BlackBerry gut an, soll auch weiterhin auf dem Betriebssystem gearbeitet werden. Angeblich soll ein weiteres BlackBerry in der klassischen „Riegelform“ im Laufe des Jahres erscheinen, welches ebenfalls erstmals ohne BlackBerry OS daherkommen soll.

Wie aber hat sich das erste Android-BlackBerry im Test bei mir geschlagen? Um es vorwegzunehmen: überraschend gut, aber leider auch mit vielen Baustellen. Doch beginnen wir erstmal mit den harten Fakten.

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WAS STECKT DRIN IM BLACKBERRY PRIV?

  • Display: 5,4 Zoll WQHD AMOLED (2560 x 1440, 540 ppi)
  • Prozessor: Qualcomm 8992 Snapdragon 808 (Dual-Core 1,8 GHz Cortex-A57 & Quad-Core 1,44 GHz Cortex-A53) 64 bit, 3 GB RAM
  • Grafikchip: Adreno 418
  • Speicher: 32 GB (via MicroSD-Karte auf bis zu 2 TB erweiterbar)
  • Kamera: Rückseite 18 MP (f2.2) mit Dual Color LED-Blitz und optischem Bildstabilisator (OIS) / Front 2,0 MP (f2.8), Aufnahme Rückseite 1080p bei 30fps / Frontseite 720p bei 30 fps
  • Betriebssystem: Android 5.1 zum Zeitpunkt des Tests)
  • Akku: 3.410 mAh (nicht austauschbar)
  • Abmessungen: 147 (geschlossen, 184 mm geöffnet) x 77,2 x 9,4 mm, 192 Gramm
  • Netzwerkunterstützung: 4G / LTE / HSPA
  • Verbindungstechnologien: WLAN 802.11 a/b/g/n/ac (Dual Band), Bluetooth 4.1 LE, NFC, A-GPS/GLONASS
  • Farben: Schwarz
  • Sonstiges: Slider-Smartphone mit ausfahrbarer, physischer Tastatur mit Touch-Sensorik, Benachrichtigungs-LED

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HAPTIK, OPTIK UND DIE TASTATUR DES BLACKBERRY PRIV

Nehmen wir es vorweg, das BlackBerry PRIV ist ein wunderschönes Stück Hardware. Es liegt toll in einer Hand (auch wenn es nicht ganz so einfach mit einer zu bedienen ist) und fühlt sich dank der Soft Touch Oberfläche auf der Rückseite kein Stück rutschig an. Man hat in jeder Sekunde das PRIV sicher in der Hand, ohne Angst haben zu müssen, dass es gleich runterfällt. Die Curved-Glas Frontseite erinnert doch recht stark an das Samsung Galaxy S6 edge, aber es ist eine positive Hommage, die nur eben keine Zusatzfunktionalität bietet.

Leider musste ich feststellen, dass die Rückseite an einigen Ecken knarzt und ein wenig hohl klingt. Dies dürfte auf den Slider-Mechanismus zurückzuführen sein, doch so wirklich entschuldbar ist es bei einem Smartphone dieser Preisklasse in meinen Augen nicht. Hier hätte BlackBerry nacharbeiten müssen.

Auch die physische Tastatur fühlt sich bei Weitem nicht so gut an, wie die eines Vorgängers. Die Tasten haben einfach zu wenig Platz, um sie „gefühlt“ differenzieren zu können. Zwar sind die Tasten zur besseren Erfühlung leicht angeschrägt, doch bei meinen dicken Fingern hat es einfach nicht gereicht. Zudem ist der Klickweg der Tasten nicht so wirklich befriedigend und ist – insbesondere bei der Leertaste – sehr matschig und eben nicht „clicky“ genug, wie der Amerikaner sagen würde.

Doch nichtsdestotrotz ist es ein sagenhaft schönes Gefühl, wieder ein Smartphone mit Tasten in den Fingern zu haben. Nur merkte ich an dieser Stelle, wie sehr On-Screen Tastaturen die physischen überholt haben. Ich fühlte mich beim Tippen auf der Hardware-Tastatur des BlackBerry PRIV unheimlich langsam. Doch das seltsame war: es machte mir nicht das geringste aus. Die Hardware-Tastatur lädt durch das klickende Gefühl einfach mehr zum Schreiben ein. Man nimmt sich mehr Zeit und hat wieder Freude am Schreiben einer E-Mail oder einer Messenger-Nachricht. Es ist einfach ein Gefühl, das man schwer in Worte fassen kann.

Ein weiterer Vor- und Nachteil zugleich ist, dass die Tastatur des BlackBerry PRIV mit einer Touch-Sensorik unterlegt ist, gleichsam der des BlackBerry Passport. Das heißt, wenn Ihr auf Facebook, Twitter oder im Netz unterwegs seid, könnt Ihr über die Tastatur streichen, um zu scrollen oder in einem Texteingabefeld zwischen den Zeichen hin- und herwechseln, um schneller korrigieren zu können. So zumindest die Theorie. Die Praxis sah leider so aus, dass die Umsetzung nicht konstant war. So scrollte ich durch meine Facebook Timeline von unten nach oben, auf einer Profilseite auf Facebook war das Scrollen jedoch invers. Dies zog sich durch jede App. Auch das Wechseln in einem Textfeld, um eventuelle Typos schneller korrigieren zu können, hat bei mir lediglich bei WhatsApp ab und an funktioniert. Und wenn man einen Finger auf der Tastatur liegen hat, wird das Tippen auf dem Touchscreen leider auch hinfällig, sodass ich den Slider oft zuschieben musste.

Ich mag zwar nicht durchweg begeistert gewesen sein von der Hardware-Tastatur des BlackBerry PRIV, doch sie hatte etwas süchtig machendes an sich. Viel mehr noch. Ich HOFFE so sehr, dass es zu einer Riegel-Version des BlackBerry mit Android kommt.

Ein weiterer Gewöhnungspunkt war für mich die Anordnung der Hardware-Knöpfe an der Seite des PRIV. Zwar ist es schön und gut, dass BlackBerry sich entschieden hat, den Power-Button auf die andere Seite der Lautstärke-Tasten zu legen, doch warum man ihn ausgerechnet auf die linke Seite packen musste, bleibt mir ein Rätsel. Auch nach rund zwei Wochen habe ich mich nicht an das Layout gewöhnen können. Auch der zusätzliche Hardware-Button zwischen den Lautstärke-Tasten wirkte recht überflüssig für mich. Lediglich zum Starten und Stoppen von Musik konnte ich ihn nutzen, eine frei konfigurierbare Option fand ich jedoch nirgendwo in den Einstellungen vor.

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DAS DISPLAY DES BLACKBERRY PRIV

Das Display ist eines der Sahnestücke des BlackBerry PRIV. Das WQHD Display ist erwartungsgemäß unheimlich scharf und dank der AMOLED-Technologie sind die Farben knackig und die Kontraste sehr realitätsnah. Wovon ich am meisten überrascht war ist, dass auch die Weißwerte so realistisch sind. Häufig erlebt man, dass AMOLED-Displays nicht nur übersättigt sind, sondern auch einen starken Hang ins gelbliche aufweisen, die sich insbesondere in den Weißwerten abzeichnen. Hiervon ist in meinen Augen weit und breit keine Spur. Das Display lässt also keinen Raum zum Meckern.

Auch die abgerundeten Seitenecken verleihen dem BlackBerry viel Wertigkeit. Zwar besitzen die Kanten, wie eingehend erwähnt, keine Zusatzfunktionen, wie es beispielsweise beim Samsung Galaxy S6 edge der Fall ist, dennoch sieht es gut aus. Ich sehe nur leider keinen großen Sinn in geschwungenen Displays, außer, dass sie einen optischen Effekt von Randlosigkeit vortäuschen.

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DER AKKU DES BLACKBERRY PRIV

Der Akku ist ein weiterer Part in der Nutzung, von dem ich in der alltäglichen Nutzung nicht sonderlich überzeugt war. Es sollte jedem klar sein, dass die jeweilige Nutzungsart bei jedem Menschen anders ist und Eure Akkulaufzeit könnte teils drastisch von der meinen abweichen. Dennoch hatte ich in der Alltagsnutzung das Gefühl, mir läuft der Akku schnell weg. Ein normaler Arbeitstag mit wenig Benutzung resultierte nach 8 Stunden in knapp 50% Restleistung im Schnitt. Da schneiden andere Smartphones gefühlt tatsächlich besser ab.

Doch auf Gefühle wollte ich mich nicht wirklich verlassen, weshalb ich den synthetischen Benchmark „PCMark“ hinzugezogen habe. Diesen nutzen wir seit einiger Zeit hier im Blog, da er ziemlich realistische Testsituationen wie das Webbrowsing, Abspielen von Bildern und Videos, etc. darstellt. Für den Test habe ich das WLAN inklusive Benachrichtigungen scharfgestellt, die SIM-Karte war jedoch entfernt und die Helligkeit wurde manuell auf 50% geregelt.

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Nach einer Laufzeit von 6 Stunden und 59 Minuten war das BlackBerry schließlich auf 20% runter. Wirft man sämtliche Mathekenntnisse ins Spiel, berechnet man die restlichen Prozent und kommt schlussendlich auf eine Akkulaufzeit von 8 Stunden und 44 Minuten beim BlackBerry PRIV. Akkubiest schreibt man anders und somit schneidet das BlackBerry PRIV im Vergleich zu den Akkulaufzeiten anderer Geräte gerade mal im Mittelfeld ab.

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DIE PERFORMANCE DES BLACKBERRY PRIV

An sich möchte man meinen, dass das BlackBerry PRIV mit dem Hexa-Core Snapdragon 808 und 3 GB RAM locker lächelnd alles auf dem Bildschirm wiedergibt, was man ihm entgegenschleudert. Dies stimmte so auch zum großen Teil, doch leider hatte das gute Gerät mehr als häufig einen kleinen Schluckauf. Diese resultierten darin, dass Apps beim Öffnen einfroren oder stark verzögert öffneten. Gleiches musste ich häufig beim Öffnen, Schließen und Löschen von Apps aus der Multitasking-Übersicht feststellen. Hier brauchte das BlackBerry PRIV häufig eine Denkpause, bevor der Task ausgeführt wurde.

Apropos Tasks. Führt man viele gleichzeitig aus – beispielsweise lädt man 20 App-Updates aus dem Google Play Store herunter und spielt eine Runde Asphalt 8 nebenher – kann man locker flockig ein Spiegelei auf der Rückseite des PRIV braten. Nicht nur das, während des Akkulaufzeittests erhielt ich eine Warnung der Überhitzung auf dem BlackBerry PRIV und das Smartphone sagte mir, dass Kühlungsmaßnahmen eingeleitet wurden. Kein Witz. Ich habe einige Smartphones erlebt, die warm wurden, doch das PRIV wurde teilweise grenzwertig heiß, sodass es sich in den kühlen Monaten aktuell gut als Taschenwärmer eignet.

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Doch ich wollte es auch hier genauer wissen und habe den AnTuTu-Benchmark für ein paar greifbare Werte herangezogen. Im 3D-Benchmark Test schnitt das PRIV mit 45.318 Punkten ab, was eigentlich auf dem Blatt fernab von gut und böse liegt. Zum Vergleich: Das aktuelle Top-Smartphone im AnTuTu-Benchmark ist das Huawei Mate 8 mit 92.756 Punkten – mehr als doppelt so viel.

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Fernab dieser, in meinen Augen in Gänze verzeihbaren, Aussetzer lief das BlackBerry PRIV flüssig wie heiße Butter. Man muss vielleicht auch erneut schützend erwähnen, dass dies die erste Liaison zwischen BlackBerry und Android ist und vieles dürfte sich über Software-Updates optimieren lassen. Hier MUSS BlackBerry meiner Meinung nach sogar nachlegen, da die Hardware unterm Pulli einfach viel zu potent ist, als dass man sie links liegen lässt.

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DIE KAMERA DES BLACKBERRY PRIV

Die Kamera war noch nie das Steckenpferd von BlackBerry. Sie war nie besonders gut, aber auch nicht grottenschlecht. Die Kamera des BlackBerry PRIV hingegen schneidet in meinen Augen durchaus ok ab. Ich habe sie bei bestem Hamburger Wetter an die frische Luft entführt und bei wolkenverhangenem Himmel ein paar Bilder geschossen. Das Resultat bei Tageslicht geht durchaus klar. Die Farben sind vielleicht nicht ganz so lebhaft, wie bei anderen Smartphone-Kameras, dafür aber sehr realitätsnah. Wie bei allen Smartphone-Kameras heißt der Endboss allerdings „schlechtere Lichtverhältnisse“. Sobald das Licht auch nur leicht schwindet, erkennt man ein ziemlich großes Ausmaß an Bildrauschen, die Schärfe knickt ein und die Farben verwaschen. Auch der optische Bildstabilisator ist hier ziemlich hilflos.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Auch bei Gegenlicht hat die Kamera des BlackBerry PRIV so ihre Probleme und das Endergebnis ist leider oft einfach zu überbelichtet. Bei stärkerem Gegenlicht und etwas schlechteren Lichtverhältnissen wie Regentage hilft der HDR-Modus aus. Dieser ist in meinen Augen nur etwas zu dramatisch und führt bei sich bewegenden Motiven (z.B. Vögel) zu einem Ghosting, das sehr unnatürlich wirkt.

Alles in allem ist das BlackBerry PRIV zwar nicht die Überkamera auf dem Markt, reicht allerdings vollkommen aus, um mal einen kurzen Schnappschuss für Facebook, Instagram und Co. zu machen. Für wen die Kamera in einem Smartphone ein absoluter Kaufpunkt ist, sollte woanders schauen. Die Originalbilder des BlackBerry PRIV, die ich geschossen habe, könnt Ihr in Originalgröße hier herunterladen.

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DIE SOFTWARE UND BESONDERHEITEN DES BLACKBERRY PRIV

BlackBerry macht eines mit dem PRIV ganz besonders richtig. Nicht nur, dass man auf Android setzt, sondern auf ein nahezu unverändertes Android. Der Launcher bietet die pure Vanilla Android-Erfahrung mit leichten Modifikationen. Ein Beispiel ist hier das ikonische BlackBerry-Sternchen-Icon an einer App als Indikator für neue Benachrichtigungen.

Auch die allseits beliebte Multifarben-LED für Benachrichtigungen, die bei BlackBerry gang und gäbe ist, befindet sich wieder mit an Bord. BlackBerry packt das PRIV auch nicht mit Bloatware voll, lediglich der Sicherheitscheck DTEK befindet sich vorinstalliert auf dem Gerät. Hiermit kann man die Sicherheit des Geräts kurz checken lassen, um zu sehen, ob man eine Bildschirmsperre mit PIN gesetzt hat, welche Apps welche Berechtigung einfordern, etc. Klare Strukturen in einem klaren Gerät. Mag ich sehr.

Zu den Software-Features zählen eine Handvoll wenige nützliche Funktionen wie Double Tap to Wake oder das Ambient Display bei eingehenden Benachrichtigungen. Da das PRIV eben über ein AMOLED-Display verfügt, ist die Ambient-Funktion mit einer schwarzweißen Übersicht aller Benachrichtigungen bei ausgeschaltetem Display ein guter Mehrwert, da es nicht sehr viel Akku verbraucht.

Ein Vorteil beim BlackBerry PRIV ist der nach vorne gerichtete Mono-Lautsprecher. Ein Nachteil ist jedoch, dass dieser unheimlich stark scheppert. Die Lautstärke schwankt zudem ordentlich. Man hat das Gefühl, dass bis zu 60% alles etwas zu leise ist, alles darüber ist wiederum viel zu laut und scheppert und reißt. Ein ausgewogener Klang ist hier leider nicht vorhanden.

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DAS FAZIT ZUM BLACKBERRY PRIV

Endlich ist BlackBerry da angekommen, wo viele Fans es sich gewünscht haben. Tolle Hardware, eine physische Tastatur und nun auch noch der Zugang zu abertausenden Apps aus dem Google Play Store, dank Android Betriebssystem. Doch wie es häufig bei ersten Geräten ist, hat das PRIV eine Menge Kinderkrankheiten.

Die Hardware ist verdammt potent, weist aber noch einige Verstimmungen auf. Die Hardware-Tastatur ist ein wenig zu eng und klein geraten, hier ist noch Luft nach oben. Doch es ist unterm Strich ein BlackBerry, dessen DNA nicht zu verkennen ist. Das Design des ganzen Smartphones ist eine wahre Augenweide. Das Display ist wunderschön, knackscharf und das PRIV liegt toll in der Hand. Es macht Spaß zu bedienen und es ist in meinen Augen ein guter Anfang in der Beziehung zwischen BlackBerry und Android.

Leider könnte es auch schon die letzte gewesen sein, denn ich sehe kein Alleinstellungsmerkmal fernab der Hardware-Tastatur, welches einen Einstiegspreis von 779 Euro rechtfertigt. Die Hardware ist nun auch nicht mehr die allerneueste und zu unstimmig mit der Software, das Gerät an sich sehr Premium, aber auch nicht fehlerfrei.

Zu bedenken ist wahrscheinlich auch: Das PRIV ist kein richtiges Konsumenten-Gerät, sondern eher für die Business-Klasse geschaffen. Diese würde auf Enterprise-Ebene aus Sicherheitsgründen sicherlich eher zu einem BlackBerry 10 Gerät greifen, als auf ein recht frisches Android-Gerät. Auch wenn BlackBerry beteuert, endlich Sicherheit in Android reinzubringen, so glaube ich nicht unbedingt, dass dieses Versprechen allein genügt, um Firmen zum Umschwenken zu bewegen.

Es bleibt abzuwarten, ob BlackBerry den Kurs beibehält und mehr Smartphones mit Android auf den Markt wirft. Ich würde es mir von Herzen wünschen – auch, dass der Erfolg wieder einsetzt. Das BlackBerry PRIV ist ein guter Start mit Luft nach oben und seltsamerweise verzeihe ich dem Gerät jeden einzelnen Fehler. Vielmehr kann ich sagen, ich bin wieder Fan der Marke BlackBerry, auch wenn ich es durch viele Mankos beim PRIV eigentlich nicht (mehr) sein dürfte.

Das BlackBerry PRIV ist ab sofort bei BlackBerry und im freien Handel für 779 Euro erhältlich.



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Über den Autor: Pascal Wuttke

Nerdlicht in einer dieser hippen Startup-Städte vor Anker. Macht was mit Medien... Auch bei den üblichen Kandidaten des sozialen Interwebs auffindbar: Google+, Twitter, Xing, LinkedIn und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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