BitTorrent Now: Werbefinanziertes Streaming-Angebot für mobile Endgeräte

24. Juni 2016 Kategorie: Mobile, Software & Co, Streaming, geschrieben von: André Westphal

bittorent now logoBitTorrent führt, kurz nach der Abspaltung von Sync, nun eine neue Plattform namens BitTorrent Now ein. Wie angekündigt, bleibt man dabei dem Pfad treu, sich nun mehr auf Privatkunden und den direkten Draht zwischen Künstlern und Fans zu fokussieren. So handelt es sich dann auch bei BitTorrent Now um ein werbefinanziertes Streaming-Angebot für vorwiegend mobile Endgeräte. Zunächst gibt es BitTorrent Now nur für Android. Eine Variante für Apple iOS und Apple TV ist aber bereits in der Pipeline. Laut BitTorrent solle Now Künstlern im digitalen Zeitalter helfen, ihre Inhalte direkt den Fans zugänglich zu machen, ohne auf große Labels und Vertriebe angewiesen zu sein.

BitTorrent steht immer noch im Ruf in erster Linie mit seinem Filesharing-Client eine Anlaufstelle für diejenigen zu bieten, die auf den nächsten, illegalen Download von etwaigen TV-Serien und Filmen lauern. In den letzten Jahren hat man sich aber mehr und mehr bemüht seine Peer-to-Peer-Techniken als Tools für Independent-Musiker und -Filmemacher zu bewerben. Im Grunde ist BitTorrent Now in diesem Kontext also nur der nächste, logische Schritt. Zuvor gab es bereits die Möglichkeit die Inhalte von BitTorrent Bundles mit Bezahlschranken zu versehen. Thom Yorke von Radiohead wagte etwa mit einem Album dieses Experiment. BitTorrent Now wird als Streaming-Plattform nun allerdings auch indirekt mit Deezer, Spotify und Konsorten konkurrieren.

bittorrent now screenshot

Da hauptsächlich noch kleine Bands und Künstler teilnehmen, versucht BitTorrent Now den Usern die Auswahl durch redaktionelle Aufbereitung zu erleichtern. Es gibt mit „Trending Now“ etwa eine Sektion für besonders beliebte Titel. Nutzer können aber auch selbst Listen mit Favoriten anlegen. Über die Apps lassen sich sogar Inhalte offline verfügbar halten. Da neben Musik auch Videos Teil des Angebots sind, soll BitTorrent Now neben dem Apple TV später auch andere Set-Top-Boxen erreichen. Heiße Kandidaten dürften wohl der Amazon Fire TV sowie Nvidia Shield Android TV sein.

Künstler sollen übrigens 70 % der Einnahmen erhalten, die über Werbung generiert werden. 90 % der Einnahmen über die Bezahlvorgänge, also den Kauf der BitTorrent Bundles, gehen auch weiterhin an die teilnehmenden Künstler. Hervorhebenswert ist: BitTorrent Now setzt aber nicht auf das Peer-to-Peer-System, für das BitTorrent bekannt geworden ist, sondern eine konservative Client-Server-Kommunikation.

BitTorrent Now soll genau wie die bisherigen BitTorrent Bundle vor allem über kleinere Indie-Künstler einen direkten Draht zu den Fans herstellen. Ziel ist also nicht die populärsten Acts wie Taylor Swift zu gewinnen, sondern quasi eher mit ausgewählten Musik- und Filmemachern eine bestimmte Indie-Klientel anzusprechen. Das klingt für mich durchaus nach einer guten Strategie, da man sich so eben von Deezer, Spotify und Co. nicht nur im Image, sondern auch im Adressatenkreis geschickt abgrenzt.


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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