Bitkom-Studie: weder Staat noch Wirtschaft haben das Vertrauen der Internet-Nutzer

5. Juni 2014 Kategorie: Backup & Security, Internet, geschrieben von:

Ein Jahr nach den Snowden-Enthüllungen ist so gut wie kein Vertrauen mehr in die Datensicherheit im Internet gegeben. Die vom Branchenverband Bitkom in Auftrag gegebene Studie beschäftigt sich genau mit diesem Thema. 1.000 deutsche Internetnutzer wurden befragt, wie sehr sie sich denn von verschiedenen Stellen bedroht fühlen. Die Ergebnisse sind nicht überraschend. Was mich persönlich etwas irritiert: Anscheinend weiß jeder Internet-Nutzer über den Abhör-Skandal Bescheid, dennoch wird kaum jemand wirklich aktiv (abseits eines Mausklicks).

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Die erste Grafik zeigt die Anzahl der Nutzer, die ihre Daten im Internet nicht in sicheren Händen sehen. Diese Zahl stieg stark an, nachdem die Snowden-Enthüllungen ans Licht kamen. Mittlerweile sind 86% der Befragten der Ansicht, dass Daten im Internet unsicher oder völlig unsicher sind. Irgendwie nachvollziehbar, gab es innerhalb der letzten 12 Monate kaum eine Woche, in der es nicht erneut irgendwelche Überwachungs-Enthüllungen oder auch Servereinbrüche gab.

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Auf der zweiten Grafik ist zu sehen, wodurch sich die Internetnutzer bedroht fühlen. Interessant ist hier der Zeitraum zwischen Juli und November 2013. Hier überholten die staatlichen Stellen die Cyber-Kriminellen, aber auch das Misstrauen gegenüber Unternehmen wächst stetig. Lediglich 9% fühlen sich gar nicht bedroht, ein Jahr zuvor waren dies noch 18%.

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Die letzte Grafik gibt Auskunft über das Vertrauen von Internet-Nutzern gegenüber Politik und Wirtschaft, wenn es um die Daten-Sicherheit geht. Dabei wird deutlich, dass die Nutzer den Unternehmen ein Stück mehr Vertrauen schenken, als es gegenüber staatlichen Behörden der Fall ist. 71% der deutschen Nutzer sind der Meinung, dass man dem Staat weniger oder überhaupt nicht vertrauen kann. Gegenüber der Wirtschaft sind es „nur“ 67%, die der Daten-Sicherheit nicht vertrauen.

Was bleibt übrig? Sehr viele Menschen wissen, dass ihre Daten im Netz nicht sicher sind. Dennoch wird kaum etwas dagegen unternommen. Es hat fast den Anschein, als würden sich Internet-Nutzer mit der aktuellen Lage abfinden, sie akzeptieren. Man möchte fast schon von Resignation sprechen. Ein gewisses Misstrauen ist in der Regel nicht verkehrt, wenn man den Diensten, die man täglich nutzt, aber kein Vertrauen aussprechen kann, ist das ein ziemlich trauriger Zustand, der durch Inaktivität sicher nicht verbessert wird.


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Quelle: Bitkom |

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