Bitcasa stellt Infinite Cloud Storage in Europa vor

23. Juli 2013 Kategorie: Backup & Security, Internet, geschrieben von: caschy

Erinnert ihr euch noch an Bitcasa? Bitcasa wollte für kleines Geld “unendlichen” Speicherplatz in der Cloud bieten, eigentlich ideal für riesige Backups. Anfang des Jahres habe ich Bitcasa unter die Lupe genommen, konnte da allerdings nicht ein abschließendes Fazit bieten, da zu diesem Zeitpunkt der Anbieter völlig überrannt wurde, da es entsprechende Rabatt-Aktionen gab.

Bitcasa

Das Geschäftsmodell scheint derzeit zu funktionieren, ganz aktuell gab man die Expansion nach Europa bekannt. Für 8 Euro im Monat können Nutzer unbegrenzte Mengen an Fotos, Videos oder Musik sichern speichern sowie sofort auf die Daten zugreifen oder sie teilen – und dies ohne Kapazitätseinschränkungen.

Interessant ist die Aussage des Unternehmens, dass man nun Bitcasa in Europa einführe. Der Dienst war ja vorher schon nutzbar, wurde nun aber auch lokalisiert. Man scheint auf der PRISM-Welle zu reiten und teilt derzeit mit, dass man nun ebenfalls ein Rechenzentrum in Irland nutzt – ob die Daten der europäischen Kunden allerdings ausschließlich dort lagern, wurde nicht mitgeteilt, ich würde dies aus dem Bauch heraus verneinen.

Auch gibt es ein neues Promotion-Angebot des Dienstes, der ansonsten kostenpflichtig ist. 10 Gigabyte Speicher sind wie bisher kostenlos, jährlich schlägt der Speicher mit 79 Euro zu Buche – durch Eingabe des Codes UKEU20 verringert sich dieser Preis auf 60 Euro im Jahr. Sollte von euch jemand Bitcasa-Nutzer sein, würden wir uns über euer Feedback zum Dienst freuen.

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14 Kommentare

Stefan 23. Juli 2013 um 13:20 Uhr

Hallo Caschy,

ich nutze Bitcasa schon seit der Beta da mich das Modell an sich überzeugt hat. (hab mir damals einen Jahres Account gekauft)
Schade finde ich, dass das Beta Konzept über den Haufen geworfen wurde. Damals konnte man die Daten selbst verschlüsseln somit auch sicher verschlüsseln. Heute werden die Daten mit Ihrem eigenen Hash verschlüsselt und zu jedem Account werden die Hash’es der Dateien zu geordnet. Was somit die Daten verschlüsselt sicher macht auf den S3 Servern von Amazon aber Bitcasa kann trozdem zu jeder Zeit alles entschlüsseln siehe u.a. im Webinterface.

Seit offiziellem Release ist die Desktop App wesentlich schlechter und noch recht Buggy. Bei mir läd die app zwischenzeitlich einfach Dateien hoch obwohl nichts verändert wurde. Neue Datenbestände werden nicht komplett erkannt sondern nur einzeln pro Datei also wenn man einen Ordner Mirrored dann kriegt man einen komplett status wie viel geuploaded wird fügt man einem gemirrorten ordner dateien hinzu sieht man nur den status der einzelnen neuen datei nicht aller.

Ein Feature wie bei Dropbox fehlt gänzlich, dass man einen Ordner der einmal in der Cloud war wieder zurück Synchronisieren kann bzp. wenn man einen neuen PC hat und dort die gleichen Daten wieder drauf haben will.

Direkt nach der Beta haben sie ziemlich viel an dem neuen Konzept und den Apps gepfeilt aber seit einigen Monaten kommen gar keine Updates mehr. Ich hätte gedacht das da noch mehr kommt.

Ich werde somit den Account nicht weiter verlängern, da vieles noch zu verbuggt ist und keine reale Verschlüsselung besteht. Zwei Pluspunkte kriegt Bitcasa aber von mir:
- Chrome App sodass man Files von anderen Websiten laden kann ohne sie erst auf den PC zu laden
- Sehr geiles Webinterface um Videos zu schauen und seine eigene Musik zu hören (Musik und Videos sind meist schon vorhanden (Hash vergleich), sodass man vieles selbst nicht mehr hochladen muss

MarkS 23. Juli 2013 um 13:54 Uhr

Was nützt ein Rechenzentrum in Irland, wenn die Datenleitung über Großbritannien läuft, wo der britische Geheimdienst alles mitschneidet? Wir haben auch direkt in D schon genügend Speicherplatz-Anbieter, die auf OwnCloud setzen, z.B. owncube.com. Diese Firmen sind noch nicht so gut vernetzt wie Dropbox. Aber es gibt auch für OwnCloud schon ganz praktrische Mobil-Apps. Einziger großer Unterschied: man muss ein bißchen was bezahlen, ich habe bei deutschen Anbietern noch keinen Gratisspeicher gefunden.

Klubkola 23. Juli 2013 um 14:19 Uhr

Kann man seine Daten überhaupt irgendwo lagern, ohne das sie jemand einsieht? Für Lau wohlkaum, oder?

Onix 23. Juli 2013 um 14:53 Uhr

@Klubkola

Wuala und Mega haben soweit ist weiß eine End zu End Verschlüsselung. Da kann (an sich) keiner außer dir zu greifen.
Sonst kann man sich mit BoxCryptor behelfen

Sebastian 23. Juli 2013 um 14:55 Uhr

Ich habe rund ein TB an Fotos was zu sichern wäre. Toll war, dass ich bei eine no-limit-Anbieter (Mozy) in den USA war und dann hat er mirnichtdirnichts zum Vertragsende auf ein total flexibles pay-as-you-go-Model umgeschaltet und aus 10$ (oder so) im Monat wurden plötzlich mehrere 100 $ im Monat. Dann dauerte es 4 Wochen und mein gesamtes Backup, was ich über DSL über 3-4 Monate hochgedudelt hatte war dahin. Toller Dienst! Jetzt stehe ich wieder da.
Inzwischen hätte ich zumindest VDSL und so wäre die Frage, ob ich nochmal probiere …
In Prism-Zeiten wäre wohl die Verwendung eines Truecrypt-Containers Pflicht, aber wer unterstützt von den Anbietern das partielle hochladen (so wie Dropbox)?

Martin 23. Juli 2013 um 16:10 Uhr

@Sebastian

Schau dir mal EncFS an, da brauchst du kein partielles Hochladen, um Dateinamen und Inhalt verschlüsselt in eine beliebige Cloud zu synchronisieren.
(https://de.wikipedia.org/wiki/EncFS)

Stefan 23. Juli 2013 um 16:28 Uhr

@Sebastian ich habe jetzt gut 2 TB bei Bitcasa liege und bisher hat noch keiner gemeckert wobei deren Kalkulation auf max. 100GB pro User liegen wird bei den Amazon S3 Preisen :)

Ich habe aber viel Musik und Filme die sowieso schon in der Cloud bei denen waren, sodass ich diese nicht mehr hochladen musste was mein DSL 6k sehr gefreut hat :D

Michael Lang 23. Juli 2013 um 16:56 Uhr

Ich benutze bitcasa seit einer Woche im Freiaccount und bin mit Up- und Downloadraten zufrieden. Sie unterscheiden sich nicht von Dropbox, Googledrive und Skydrive, mit denen ich bisher gearbeitet habe (Dropbox seit Jahren). Allerdings ist mein DSL im Upload lediglich 640 kbit/s langsam.

Falsch ist das Versprechen, dass man ganze Verzeichnisse so einfach versenden könnte. Zwar können Verzeichnisse zwischen bitcasa-Nutzern über das bitcasa-Laufwerk hin- und hergeschoben werden (ähnlich wie bei den anderen Cloudanbietern), aber ein Nicht-bitcasa-Nutzer kann über das Webinterface keine Verzeichnisse herunterladen. Er erhält zwar eine Datei mit dem Inhalt des Verzeichnisses, aber diese ist eben kein Verzeichnis und kann ohne Tricks auch nicht als solches geöffnet werden. Leider wird dem Versender – anders als bei Dropbox – trotzdem im Kontextmenü der Maus angeboten, das Verzeichnis zu versenden. Tatsächlich aber hilft in einem solchen Fall nur das vorherige Zippen des Verzeichnisses und der Versand der ZIP-Datei.

Thema Verschlüsselung:

Die Verschlüsselung findet tatsächlich auf dem Client statt (zeigt ein Dump des Uploads mit Sniffer) – und zwar mit dem Kennwort+Hash der Datei. Die automatische Schlüsselvergabe hat den Vorteil, dass Computerlaien sich keine Gedanken um einen sicheren Schlüssel machen müssen. Ein Freigabelink beim Versenden ist kein Zeichen für eine fehlende Verschlüsselung. Der Link wird ebenfalls clientseitig produziert und enthält den Schlüssel. Das bedeutet aber auch: Wer eine Mail mit einem solchen Freigabelink versendet, öffnet natürlich allen „Abfängern“ der Mail den Zugang zu dieser Datei – wenn auch nur zu dieser.
Der neue Server in Irland ändert an der Abhörbarkeit natürlich gar nichts, wohl aber an einer nachträglichen Herausgabe bereits gespeicherter Daten. Anders gesagt: Das Thema NSA- oder GB-Abhörmöglichkeiten wird dadurch überhaupt nicht berührt, sondern nur der – national unterschiedliche – Zugriff der Gerichte auf die Speicherinhalte. Und hierin unterscheidet sich das englische Recht nur wenig vom deutschen, da beide den EU-Standards unterliegen. Der Grund für die Eröffnung dürfte ei anderer sein: Der Server in Irland spart bitcasa Übertragungskosten für die Inhalte europäischer Nutzer.

Das Konzept des „Convergent encryption“ zum Vermeiden von Mehrfachspeicherung trotz individueller Verschlüsselung ist an sich ähnlich sicher wie die klassische Verschlüsselung. Es gibt nach bisherigem Wissen lediglich zwei zusätzliche Schwachstellen. Beide sind in der US-Wikipedia ganz gut beschrieben (http://en.wikipedia.org/wiki/Convergent_encryption).

Die eine Schwachstelle betrifft illegale Downloader, aber auch Whistleblower (und Spione): Verschlüsselt man nämlich ein bekanntes Dokument auf diese Weise und vergleicht man die verschlüsselte Datei mit verdächtigen verschlüsselten Dateien, kann man feststellen, wer dieses Dokument noch besitzt. Genau dieser Mechanismus wird ja zu Vermeidung doppelter Dateien benutzt. Habe ich als Geheimdienstler oder Staatsanwalt also die Signatur einer solchen verschlüsselten Version der gesuchten Datei, kann ich diese gegen alle auf dem Server gespeicherten verschlüsselten Dateien abgleichen und habe am Ende den illegalen Besitzer entlarvt. (Daran ändert auch die Einbeziehung des persönlichen Kennworts nichts, denn dieses ist bei bitcasa ja gespeichert und zugänglich.)

Die zweite Schwachstelle betrifft vor allem wichtige Formulare, z.B. im Umfeld von Onlinebanking: Sind Dokumente nämlich bis auf wenige kurze Strings ähnlich, kann bei einem konkreten Verdacht der Sucher einfach das Originaldokument (z. B. ein unausgefülltes Formular) mit allen denkbaren Varianten der auszufüllenden Daten versehen und verschlüsseln. Angenommen, es geht um ein digitales Kontoformular, in dem eine fünfstellige PIN digital eingefügt wurde. Dann ist der Aufwand der Entschlüsselung durch Vergleich genau so groß, wie das Erraten der fünfstelligen Pin. Allerdings: Es zählen alle Abweichungen als eine gemeinsame Änderung. Sind also zwei fünfstellige PINs im Dokument enthalten, ist der Aufwand so hoch, wie bei einem zehnstelligen PIN. Bei gescannten Dokumenten mit handschriftlichen Einfügungen ist ein Vergleich praktisch unmöglich.

Unterm Strich: Mehr Sicherheit bei gleichem Komfort dürfte meines Erachtens kaum realisierbar sein. Vor allem gegen die bisher üblichen Hacks mit Zugriff auf die Server von Dropbox & Co. ist bitcasa deutlich besser gesichert.

Adorno 23. Juli 2013 um 17:27 Uhr

Hat jemand aktuelle Erfahrungen zum Uploadspeed bei Crashplan? Dort ist die Verschlüsselung besser aber die inoffizielle Drossel machte aus “unlimited” ziemlich schnell “Limited”.

Matze B. 23. Juli 2013 um 17:47 Uhr

Da ich mich gerade INTENSIVST mit allen möglichen Cloudlösungen beschäftige (hauptsächlich will ich die wichtigsten Daten meiner Synology NAS als Offsite-Backup zur Seite schaffen – insbesondere 45GB an Bildern) habe ich mir auch gleich mal Bitcasa angesehen. Danke für den Tipp, Caschy!
Performance sieht überraschenderweise gar nicht schlecht aus. Nur ganz ehrlich: wie wollen die mit 8,- € zu Rande kommen bei einem unbegrenzten Speicher? Und: ohne NAS-Support bringt das doch nicht oder soll ich monatelange hochladen…? Wohl kaum…

basti 23. Juli 2013 um 20:02 Uhr

@Matze: Wie bereits genannt lautet das Zauberwort Deduplizierung. Angenommen wir beide sind zwei Brüder, die beide ihren eigenen Bitcasa Account haben. Auf der Familienfeier neulich ist ein sehr lustiges Foto unserer Oma Hildegard entstanden. Opa Berthold hat dir dieses per Mail geschickt. Ich möchte dieses Bild auch haben, um es als Desktophintergrund einzurichten und immer an meine Oma Hildegard erinnert zu werden. Weil du natürlich ein verantwortungsbewusster Mensch bist und regelmäßig Backups deiner Daten machst, speicherst du das Foto von Oma Hildegard in deinem Bitcasa Account. Auch ich als dein verantwortungsbewusster Bruder mache natürlich Backups meiner Daten. Also lade auch ich das selbe Foto von Oma Hildegard in meinen Bitcasa Account. Bitcasa ist aber natürlich nicht blöd. Es merkt, dass das Foto von Oma Hildegard bereits von dir hochgeladen wurde. Es speichert meinen Upload also nicht gesondert, sondern schreibt sich einfach auf, dass auch ich Besitzer des Fotos von Oma Hildegard bin. Das Foto belegt also nur einmal Speicherplatz auf den Festplatten der Bitcasa Server. Löschst du nun das Foto von Oma Hildegard aus deinem Account, bleibt es auf deren Server dennoch so lange bestehen, bis auch ich als einziger letzter Besitzer das Foto aus meinem Account gelöscht habe.

Natürlich bestehen in der Praxis noch einige Unterschiede. So ist eine gewisse Datenredundanz von Bitcasa natürlich gewollt, um die Sicherheit der Daten bei einem Festplattencrash zu erhöhen. Aber in etwa so kann man sich das vorstellen. Hätten du und ich nun also 8 weitere Brüder die ebenfalls das Foto unserer lieben Omi in Bitcasa sichern, würde das Foto ommernoch nur ein einziges mal tatsächlichen Speicherplatz auf den Bitcasa Servern benötigen. Das System ist also gewissermaßen auf viele Kunden angewiesen. Speicherst du also bspw. nur Sicherheitskopien deiner MP3 Sammlung auf deinem Bitcasa Account, kann es theoretisch sein, dass diese keinerlei tatsächlichen Speicherplatz auf deren Servern belegt – bzw. tausende Kunden mit der selben MP3-Sammlung tatsächlich nur ein einziges mal den Speicherplatz der MP3-Dateien benötigen.

Matze B. 23. Juli 2013 um 22:54 Uhr

@Basti…Super erklärt, wieder was gelernt. Danke! Bleibt trotzdem die Frage, wie man soviel ohne NAS Unterstützung in die cloud bekommen soll.

Meep 24. Juli 2013 um 05:03 Uhr

Benutzt CryptSync um eure Daten für die Cloud zu syncronisieren. Klappt super mit Dropbox. Open Source und unabhängig.

http://stefanstools.sourceforge.net/CryptSync.html

Ziczac 2. September 2013 um 15:55 Uhr

Ich teste seit ein paar Monaten Bitcasa und bin seit 2 Monaten zahlender Kunde. Ausschlaggebende Punkte für Bitcasa waren für mich unbegrenzter Speicher (das wird bei den anderen ganz schnell ganz teuer) und die beste Performance alle getesteter Cloud-Dienste (lastet meine VDSL-Leitung komplett aus). Außerdem ist der Service spitze, es kommen oft Updates für alle Apps (entgegen der Aussage des ersten Posters) und es funktioniert ziemlich problemlos.

Fehlender Ordner-Sync über mehrere Geräte (à la Dropbox) ist natürlich schlecht, soll aber kommen. Und dann gibt es natürlich so ein paar Ecken, die man noch glattbügeln könnte (Autoupdater, Verzeichnisse mit System-Attribut, Ignore usw.). Aber ich denke, das werden die Jungs über kurz oder lang schon machen. Sie hören auf die Community, sind fit und releasen zügig. Aber es ist ja auch nicht so, dass Dropbox, SugarSync, Copy, Wuala usw. fehlerlos sind. Ich bin sehr zufrieden und kann jedem interessierten nur empfehlen es zu testen.


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