biNu macht aus alten Handys Smartphones

26. August 2012 Kategorie: Mobile, geschrieben von:

Mit der Bitte um Handzeichen: wer steht hier kurz vor der Anschaffung eines Mobiltelefons und plant, nicht zu einem Smartphone zu greifen? Legt man die aktuellen Trends zugrunde, dürften das die wenigsten sein. Man muss nicht zwingend an die 600 Euro-Grenze gehen, um sich ein Flaggschiff-Modell zu kaufen, sondern kann schon für einen Bruchteil davon Geräte erstehen, die natürlich nicht an iPhone, S3 oder One X heranreichen, aber eben Smartphone-Funktionalität mitbringen. Kurz gesagt: Feature Phones, die beispielsweise noch auf Symbian als Betriebssystem setzen, gehören hierzulande einer aussterbenden Gattung an.

In den Schwellenländern beispielsweise sieht das ganz anders aus. Dort erfreuen sich die günstigen Geräte weiterhin größter Beliebtheit. Das ist dem zumeist kleineren Geldbeutel der Menschen dort geschuldet, oftmals besteht aber auch keine Notwendigkeit, ein 3G- oder gar 4G-Device zu besitzen, weil die Netze gar nicht dementsprechend ausgebaut sind.

Das Startup biNu möchte nun ein wenig Smartphone-Funktionalität auf die Feature Phones zaubern – das gilt zumindest für die java-fähigen Geräte. Die Australier liefern mit biNu eine Java-Anwendung, die auf den ersten Blick tatsächlich den Eindruck erweckt, der 2G-Billighobel wäre zum Smartphone mutiert.

Wenn Anwendungen wie Facebook oder Twitter ebenso glatt laufen wie das Abspielen von Videos und ähnlichen Smartphone-Features, liegt das daran, dass all diese Anwendungen in die Cloud ausgelagert wird. Selbst, wenn in einem solchen Gerät also ein mickriger Prozessor sitzt, laufen die Apps flüssig und der Browser soll sogar bis zu 10 mal schneller sein als der auf diesen Feature Phones vorinstallierte.

Selbst ein 10 Jahre alter Knochen wird auf diese Weise zum Smartphone umfunktioniert, wobei ich mir die Frage stelle, wie erstrebenswert es sein kann, seine sämtlichen Anwendungen irgendwo auf einen Server abzulegen, statt lokal vorliegen zu haben. Das Startup hat ganz klar die eingangs erwähnten Schwellenländer im Blick und dort kann ich mir auch durchaus vorstellen, dass biNu dankbar angenommen wird. Hierzlande wird es wohl lediglich eine Fußnote bleiben auf dem Weg der Feature Phones ins Tech-Nirwana.

Quelle: Ars Technica via ITespresso


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