Big Brother Award 2013: Google & Apple räumen ab

13. April 2013 Kategorie: Backup & Security, Internet, geschrieben von: caschy

Der Big Brother Award ist den meisten Lesern sicherlich ein Begriff. Mit diesem Negativ-Preis werden Unternehmen, Organisationen oder Personen ausgezeichnet, die nachhaltig die  Privatsphäre von Personen beeinträchtigen oder Dritten persönliche Daten zugänglich gemacht haben. Seinen Namen hat der Preis durch George Orwells Roman 1984, den meiner Meinung nach jeder gelesen haben sollte.

bba2013

Der Preis wird in mehreren Ländern verliehen, hierzulande durch den Datenschutzverein digitalcourage, ehemals FoeBuD. Am gestrigen 12. April wurden die Big Brother Awards verliehen, insgesamt gingen 250 Nominierungen ein.

In Sachen Arbeitswelt traf es die Apple Retail Germany GmbH. In den Stores sollen die Mitarbeiter umfassend überwacht werden. Nicht nur Verkaufs- und Lagerräume sollen flächendeckend und dauerhaft per Kamera überwacht worden sein, sondern auch Pausenräume. Nach zähen Verhandlungen von Datenschutzbeauftragten sind die Hinweisschilder auf Videoüberwachung im Kundenbereich von Dackelaugenhöhe auf Hüfthöhe korrigiert worden, die beanstandeten Kameras wurden ebenfalls entfernt. Hierzu gibt es auch einen Beitrag bei Zeit Online. Sehr interessant ist auch das Blog eines anonymen Ex-Apple-Mitarbeiters, der seine Erlebnisse aufschreibt.

In Sachen Globales Datensammeln hat es Google getroffen. Hier heißt es: “Unter dem Deckmantel einer Suchmaschine und anderen Gratis-Diensten wie Maps, Docs und YouTube sammelt der Werbekonzern Google auf Schritt und Tritt Echtzeit-Daten über alles und jeden und kategorisiert Menschen für seinen Werbeprofit.” Da kann man nur sagen: Herzlichen Glückwunsch an den Datenschutzverein digitalcourage, mit dieser Begründung dürfte dann Google auf der jährlichen Liste stehen.

Weitere Preisträger? Die Deutsche Post Adress GmbH, unsere Bundespolizei und der Nachfolger der GEZ. Wer Zeit und Muße hat, der kann sich die genauen, sehr detaillierten Texte durchlesen. Im Falle Google könnte ich sagen: man muss es ja nicht nutzen. Ich zahle mit meinen Daten und bekomme dafür Dienste und natürlich Bequemlichkeit. Eine Aussage wie “Google muß zerschlagen werden” kann ich einfach nicht verstehen oder gutheißen, da dies die komplette Wirtschaft betreffen müsste. Wer in Google allerdings den Heilsbringer für uns und das Internet sieht, der liegt ebenso falsch.

(Bildquelle: Fabian Kurz, freigegeben unter Creative-Commons-Lizenz CC-BY (Namensnennung)

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Über den Autor: caschy

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