Bezahlen mit der Netto-App: Mein erstes Mal – oder eben nicht

11. Mai 2013 Kategorie: Android, iOS, Mobile, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Caschy berichtete gestern, dass man beim Lebensmittel-Discounter Netto deutschlandweit per App bezahlen kann. Super praktisch dachte ich mir und schaute mir die Sache einmal etwas genauer an.

Netto-Mobile-Payment
Netto-Märkte gibt es hier zahlreich, für meinen Test suchte ich mir den aus, der vor ein paar Monaten ein Makeover bekommen hat und nun mit fancy LCD-Fernsehern über aktuelle Angebote an der Wursttheke informiert. Ich überlegte, ob ich im Vorfeld eine der Kassiererinnen auf die Bezahlung per App anspreche oder sie ins kalte Wasser werfe. Letzteres war der Fall.


Bevor man jedoch mit der App bezahlen kann, muss man sich dafür registrieren. Das habe ich zu Hause erledigt, einfach war dies jedoch nicht. Nach Eingabe der Daten wie Name, Adresse und der ganze Kram, erfolgt eine Captcha-Eingabe. Innerhalb der App, vermutlich um Spam-Anmeldungen zu vermeiden? Ich verstehe es nicht. An sich habe ich kein Problem mit der Captcha-Eingabe, allerdings sollte dieses auch angezeigt werden. Das war in der App leider nicht der Fall. Also, auf zur Webseite und dort schnell registriert. Pustekuchen. Trotz E-Mail-Bestätigung mit Verifzierungs-Link, konnte ich mich in der App nicht einloggen. Nutzer oder Kennwort falsch. Tolle Wurst.

Ich bin ja nicht der Typ, der schnell aufgibt, also habe ich noch einmal versucht, mich über die App zu registrieren. Normalerweise kommt bei allen mir bekannten Diensten bei doppelter Verwendung einer E-Mail-Adresse ein Hinweis, dass bereits ein Konto mit dieser E-Mail existiert. Kam nicht, dafür wurde das Captcha angezeigt. Alles schnell einegegeben, und siehe da, eine neue Bestätigungsmail, deren Bestätigungslink sich auch gleich in der App öffnen ließ. Erste Hürde erfolgreich genommen.

Die zweite Hürde ist die Registrierung für das Bezahl-System. Realisiert wird das Ganze über ein Lastschriftverfahren von PostPay, einem Service der deutschen Post. Nach Eingabe der Bankdaten, Ausweis-Nummer, Telefonnummer und Adresse (falls noch nicht bei der normalen Registrierung angegeben), erhält man eine SMS mit einem vierstelligen Code. Einen weiteren Code erhält man per 1-Cent-Überweisung auf das angegebene Konto. Kennt man von Paypal oder anderen Bezahldiensten. Diese Überweisung dauert naturgemäß ein paar Tage, ich sah mich schon normal bezahlen. Aber nein, anstatt der 250 Euro Wochenlimit, kann man direkt nach Eingabe des SMS-Codes für 150 Euro shoppen gehen. Coole Sache, also auf zu Netto.

Im Idealfall generiert die App über eine Serververbindung einen vierstelligen Code, wenn man sich für die Bezahlung entscheidet. Dieser Code ist 5 Minuten lang gültig, man kann ihn also nicht zu Hause generieren und dann später damit bezahlen. Ich habe es zu Hause ausprobiert, lief einwandfrei, der Code wurde sofort angezeigt. Übrigens ist dieser Code nur in der angegeben Filiale einlösbar, diese kann man aber wechseln.

Im Netto angekommen, habe ich erst einmal den Empfang gecheckt. EDGE über T-Mobile, gibt schlimmeres, Empfangsstärke sehr gut, also sollte die Verbindung zum Server später klappen. Einkaufswagen halbwegs vollgepackt, die Details erspare ich Euch und endlich zur Kasse gegangen. Viel war nicht los, also hätte es ruhig einen Moment dauern dürfen, falls etwas schief geht. Während die Kassiererin die Waren über den Scanner zog, fragte ich schon einmal nach. Bezahlen per App, noch nie gehört. Ich hatte ehrlich gesagt nichts anderes erwartet. Sie klingelte aber sofort nach dem Chef. Mittlerweile standen auch hinter uns Leute an. Ich zeigte ihr während des Wartens auf den Chef schon einmal die App. Oder besser gesagt, ich wollte sie ihr zeigen. Leider erhielt ich nur eine Meldung, dass meine Nutzer-ID abgelaufen sei.

Zwischenzeitlich traf der Chef an der Kasse ein, er wusste sofort bescheid. Im Auswahlfeld bei der Bezahlart haben die Kassierer ein Feld mit Netto-App. Hätte man auch drauf kommen können. Nach mehrmaligen Versuchen erhielt ich immer wieder die gleiche Meldung, Nutzer-ID abgelaufen. Die Kassiererin – vermutlich mindestens 15 Jahre jünger als ich – witzelte noch mit ihrem Chef, was die (also die Leute von Netto) sich denn noch alles einfallen lassen würden. Vor einem Kunden. Gehört sich nicht, aber egal. Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen und einer mittlerweile nervös werdenden Kundenschlange, lief es ab wie immer. EC-Karte zücken und bezahlen. Schade.

nettofail
Wieder zu Hause probierte ich die App noch einmal. Oh Wunder, der Code wurde ohne Verzögerung generiert. Sollte das hier zufällig jemand von Netto lesen, warum stellt Ihr denn um Himmels Willen kein WLAN in den Geschäften bereit oder konfiguriert Eure Server so, dass eine Verbindung auch über EDGE möglich ist? Und, warum informiert Ihr Eure Leute an der Kasse nicht über die Bezahlmöglichkeit per App? Es kann doch nicht sein, dass ich als Kunde hier Aufklärungsarbeit leisten muss. Die Idee ist verdammt stark und wenn es funktioniert, ist die Bezahlung zehnmal schneller als mit EC-Karte, aber es müsste halt auch funktionieren.

Aber, ich gebe nicht auf. Auch nächste Woche werde ich das Bezahlen per App erneut ausprobieren. Vielleicht in einer anderen Filiale, eventuell in einer, in der wenigstens UMTS verfügbar ist. Und ich wette, dass auch dort noch keiner an der Kasse Bescheid weiß. Habt Ihr das Bezahlen mit der Netto-App schon ausprobiert? Hat es geklappt oder war es auch eher so meh?

Hier gleich noch ein Update, vor der Veröffentlichung: Im Netto-Blog steht geschrieben, dass Kunden ab dem 13. Mai per App bezahlen können. Fakt ist aber trotzdem, dass die Codes bereits generiert werden und die Kasse diese auch akzeptieren würde. Und es erklärt nicht, warum man im heimischen WLAN-Netz die Codes bekommt, mobil aber nur Fehlermeldungen.


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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