Back to the 80’s: Zehn sehenswerte 1980er-Klassiker bei Amazon Prime und Netflix

13. August 2017 Kategorie: Streaming, geschrieben von: André Westphal

Die 1980er-Jahre waren eine interessante Zeit: Nicht nur wegen der Fönfrisuren und der überdrehten Klamotten, sondern auch, weil in dieser Zeit viele, moderne Popkulturklassiker entstanden sind: „Zurück in die Zukunft“, „Ghostbusters“, „Knight Rider“… Da werden sicherlich nicht nur bei mir Erinnerungen wach. Spannend: Das Gros dieser Franchises glänzt bei Amazon Prime Video und Netflix überraschenderweise komplett durch Abwesenheit. Trotzdem habe ich für euch mal eine kleine Liste mit zehn sehenswerten Titeln aus den 1980ern zusammengebastelt.

Vornweg: Netflix ist für Fans der 1980er-Jahre, zumindest wenn der Geschmack meinem ähnlich sein sollte, die etwas bessere Heimat. Nicht nur, dass Netflix ja ohnehin selbst einige Serien mit 1980er-Setting produziert, da fallen einem sofort „Glow“ und „Stranger Things“ ein, auch das Angebot an Film- und Serienklassikern aus dieser Ära erschien mit bei der Recherche hochwertiger als bei Amazon Prime. Da muss dann wohl zusätzlich „Red Oaks“ herhalten, um sich ein paar Jahrzehnte zurückversetzen zu lassen.

Selbst „Kung Fury“ listet Amazon z. B. als kostenpflichtig – obwohl ihr das Teil gratis via YouTube abrufen könnt. Ja, ja ich weiß, das ist eine moderne Produktion und kein Relikt aus den 1980er-Jahren – aber eine herrliche Hommage an die Zeit.

Doch gehen wir nun weiter – hier sind meine zehn Film- und Serientipps aus den 1980er-Jahren, die ihr bei Amazon Prime Video und Netflix findet.

10. Spaceballs (Netflix)

Glaubt es oder nicht: Ich habe als Kind, ich meine es war in der ARD, damals „Spaceballs“ als kleiner Bub noch vor „Star Wars“ gesehen. Meine Begeisterung könnt ihr euch vorstellen. Wie bei so vielen Streifen war ich damals noch viel zu jung, um den Humor und vor allem die endlosen Anspielungen auf andere Science-Fiction-Filme zu verstehen – einem kleinen Jungen zeigt man eben auch kein „Alien“.

Deswegen ist ein zentraler Verdienst der Komödie von Mel Brooks, dass sie mich quasi zu „Star Wars“ weitergeleitet hat. Heute finde ich viel von dem Humor in „Spaceballs“ etwas zu albern, doch irgendwo macht genau diese Überdrehtheit auch den Reiz aus. Nun denn, wir sehen uns dann mit wahnsinniger Geschwindigkeit beim nächsten Platz wieder.

9. He-Man and the Masters of the Universe (Amazon Prime / Netflix)

Und hier ist nämlich auch schon Platz 9: Als ich anno dazumal das erste Mal den Kindergarten betrat, wurde ich sogleich von etlichen anderen Rabauken begrüßt, die mit muskelstrotzenden Actionfiguren hantierten. Wo heute die Political-Correctness-Polizei rasch Alarm schlagen würde, schon ein Name wie „He-Man“ triggert vermutlich bei vielen alles, was man so triggern kann, dachte man sich eben in den 1980er-Jahren nicht viel. Schnell spielte auch ich mit Figuren wie He-Man, Skeletor oder meinem Liebling, dem tolpatschigen Zauberer Orko. Heute noch empfehlenswert: Hört mal in die deutschen Hörspiele rein! Teilweise sind jene sprachlich überraschend anspruchsvoll, so dass Kinder da tatsächlich noch gutes Ausdrucksvermögen lernen können – glaubt es oder nicht.

Die Fernsehserie war krude animiert und in Deutschland von wenigen Sprechern amateurhaft vertont – trotzdem habe ich sie geliebt. Zumindest gilt das für die TV-Fassung. Auf VHS erschienen einige Episoden mit anderer Synchro und deutlich professionellerer Umsetzung. Allerdings hat gerade die Trash-Synchro heute ihren Charme. Falls ihr die Serie nicht aus den 1980er-Jahren kennt, wird sie heute vermutlich aber keinen Reiz mehr für euch versprühen. Denn objektiv gesehen war die neuere Serie aus dem Jahr 2002 in allen Belangen deutlich überlegen. Aber der nostalgische Charme des Originals bleibt.

8. Die Braut des Prinzen (Netflix)

Als Kind habe ich diesen in Deutschland eher unbekannten Film geliebt: Eine dramatische Liebesgeschichte, viele überdrehte Kämpfe, markige Dialoge und schillernde Charaktere. Den ironischen Witz habe ich zwar damals aufgrund meines Alters nicht verstanden, um so unterhaltsamer ist diese Hommage an Märchenfilme aber heutzutage.

In den USA ist „Die Braut des Prinzen“ ein absoluter Klassiker. Diesen Status hätte dieses kleine Juwel aus den 1980er-Jahren auch hierzulande verdient. Schaut euch den Film auch gerne mit Kindern an – der Film schafft es durch seine episodenhaften Abenteuerszenen Kinder perfekt zu unterhalten, spricht durch seinen Humor aber eben auch Erwachsene an.

7. The Breakfast Club (Amazon Prime / Netflix)

Für „The Breakfast Club“ alias „Der Frühstücksclub“ war ich 1984 noch zu jung. Ehrlich gesagt, habe ich diesen Film von John Hughes erst vor wenigen Jahren gesehen, als ich angefangen habe mich mit der Filmographie des Regisseurs näher zu beschäftigen. Damals prägt er vor allem Teenager und wird auch immer mal wieder gerne für popkulturelle Querverweise genutzt – selbst heute noch. So geht es hier um einige Schüler, die aus ungleichen Verhältnissen stammen, beim Nachsitzen aber dennoch eine ungewöhnliche Verbindung zueinander herstellen können.

„The Breakfast Club“ spiegelt dabei sowohl den Zeitgeist der 1980er-Jahre als auch die Unsicherheit von Jugendlichen wider, die ihren eigenen Weg gehen möchten. Ich persönlich finde, dass viele, heutige Jugendliche viel zu angepasst sind – vielleicht brauchen wir mal wieder mehr Querdenker vom Schlage des Frühstücksclubs.

6. E.T. (Amazon Prime)

Einer von den vielen Klassikern des Regisseurs Steven Spielberg: „E. T.“. Dieser Film um einen kleinen Außerirdischen, der nach Hause telefonieren will, hat nicht nur in den 1980er-Jahren Kinder (und Erwachsene) zu Tränen gerührt. Etliche Filme und Serien haben sich von der Atmosphäre dieses Films inspirieren lassen.

So löste „E. T.“ eine ganze Welle von Familienfilmen aus, welche Science-Fiction und Kinderfilm miteinander mischten. Die meisten kamen aber nie an das Original heran.

5. Platoon (Netflix)

Oliver Stones Platoon ist ein Anti-Kriegsfilm, der den schmalen Grat einhält, bei dem es zugleich um eine Kritik an der Gewalt des Kriegs an sich geht, aber auch die Charaktere im Fokus stehen. Neben einem sehr jungen Johnny Depp in einer Minirolle sieht man hier Charlie Sheen als jungen und anfangs recht naiven Soldaten Chris Taylor auftrumpfen. Sheen erweist sich hier vor seinen endlosen Exzessen und Skandalen als Sympathieträger, an dem zwei übermächtige Figuren zerren: Auf der einen Seite steht der moralische und etwas schräge Sgt. Elias Grodin, gespielt von William Dafoe, auf der anderen Seite der martialische und gnadenlose Staff Sgt. Barnes, gespielt von Tom Berenger.

Platoon ist ein authentischer und dreckiger Film mit viel Metaphorik und starken Charakteren, den ich ohne Überlegen jedem empfehlen kann. Wer den Film einmal angesehen hat, wird zudem Samuel Barbers „Adagio for Strings“ wohl für immer mit einer ganz bestimmten Szene assoziieren.

4. Die Geister die ich rief (Amazon Prime)

Dieser Film mit Bill Murray eroberte mein Kinderzimmer primär, weil ich dank „Ghostbusters“ erstmal jedes VHS-Tape sehen wollte, auf dessen Cover Murray prangte. „Die Geister die ich rief“ ist eine ironische Neuinterpretation von Charles Dickens klassischer Weihnachtsgeschichte. Bill Murray übernimmt dabei quasi den Part des Ebeneezer Scrooge. Allerdings ist er in dieser Variante ein raffgieriger Manager im Fernsehgeschäft namens Frank Cross. Jener hat dann auch keine Hemmungen den Weihnachtsmann in seinen TV-Spots als ballernden Brutalo zu inszenieren, wenn es Zuschauer lockt.

Klar, dass aber auch Murray bzw. Frank von drei Weihnachtsgeistern Besuch bekommt, die ihm eine Lektion erteilen wollen. Ich glaube nur in den 1980er-Jahren gab es so viele, gelungene Mischungen aus Komödie und Fantasy – unbedingt sehenswert – auch abseits der Feiertage.

3. Rambo: First Blood (Netflix)

Eigentlich kam der Film 1982 nur als „First Blood“ ins Kino, ist aber heute besser als „Rambo“ bekannt. Und auch wenn man heute mit dem Charakter vorwiegend  von Testosteron durchtränktes Rumgeballer erwartet, mag man dem ersten Film viel nachsagen – aber genau darum geht es hier absolut nicht.

Vielmehr ist der Film ein Charakter-Drama, das zudem Kritik an dem Umgang der amerikanischen Gesellschaft mit Kriegsveteranen übt. Für mich persönlich ist Rambos Monolog gegen Ende des Films ein emotionaler Höhepunkt, dessen Qualität die Fortsetzungen nie wieder erreicht haben.

3. Indiana Jones (Netflix)

Alle vier Teile der Reihe Indiana Jones stehen bei Netflix stramm – je nachdem wen ihr fragt, könnt ihr euch den vierten Part allerdings auch sparen. Zumindest die ersten drei Filme sind aber unbestreitbar ganz großes Kino. Die Zusamenarbeit von Hauptdarsteller Harrison Ford, Regisseur Steven Spielberg und Georce Lucas war ein Dreamteam.

Ich denke über den wohl beliebtesten Archäologen aller Zeiten mit dem Hut und der Peitsche brauche ich niemandem etwas mehr zu erzählen. Und wer diese Filme nie gesehen hat, sollte sich schämen und ganz flugs „Jäger des verlorenen Schatzes“ starten. Viel Spaß!

2. Zurück in die Zukunft (Amazon Prime)

Falls ihr in den nächsten Tage keine Beiträge mehr von mir lest, wisst ihr was passiert ist: Caschy hat mich rausgeschmissen, weil „Zurück in die Zukunft“ knapp den ersten Platz verpasst hat. Stammleser wissen, dass Caschy wohl einer der größten Fans dieser Filmreihe ist. Und auch auch bin seit meiner Kindheit ein Fan von Marty, Doc Brown, dem DeLorean und sogar irgendwie von Biff – schließlich braucht jeder starke Protagonist einen ebenso starken Antagonisten.

„Zurück in die Zukunft“ ist dann auch eine der wenigen Filmreihen, die bisher von einem Remake, Reboot oder einer kruden Fortsetzung verschont geblieben ist – sieht man von einer unterdurchschnittlichen Zeichentrickserie aus den 1990er-Jahren ab. Meiner Meinung nach liegt das auch daran, dass diese drei Filme zeitlos sind in ihrer Qualität. Speziell der erste Teil ist mit jedem wiederholten Ansehen immer noch genau so lustig und emotional mitreißend wie beim ersten Mal. Wer hätte je gedacht, dass eine Mischung aus Highschool-Komödie, Science-Fiction und Familienfilm über Jahrzehnte immer neue Zuschauer begeistern könnte.

1. Star Trek: The Next Generation / Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert (Netflix)

Die meiner Ansicht nach beste Star-Trek-Fernsehserie feierte in Deutschland erst mit einiger Verspätung Premiere: nämlich im September 1991, als in den USA bereits die vierte Staffel in vollem Gange war. Tja, so war das damals: Während heute Serienkracher wie The Walking Dead oder Game of Thrones oftmals nur einen Tag nach der US-Ausstrahlung auch in Deutschland synchronisiert laufen, musste man in den 1980er- und 1990er-Jahren oft Jahre auf die neuen Hits warten.

Im Falle von „Star Trek: The Next Generation“ bzw. „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“ war das wenigstens lohnenswert. Patrick Stewart als Captain Picard, Brent Spiner als Android Data oder Jonathan Frakes als Commander Riker sind bis heute unvergessen. Die Serie knüpfte nicht nur perfekt an die erste Serie um Kirk und Co. an, sondern verlieh der Welt von Star Trek völlig neue Impulse. Q, die Borg und überhaupt Folgeserien wie „Star Trek: Deep Space Nine“ wären ohne „Star Trek: The Next Generation“ gar nicht entstanden.

Die Serie wurde vor einigen Jahren sehr aufwändig in HD restauriert – jene Version ist dann auch bei Netflix zu finden. Durch das Remaster sieht „Star Trek: The Next Generation“ extrem frisch aus. Ich halte die Serie für eine der besten Science-Fiction-Serien überhaupt. Die Geschichten sind größtenteils zeitlos und mal philosophisch, mal abenteuerlustig und mal herzerwärmend – oft alles auf einmal. Falls ihr damals also gespannt vor dem TV gesessen habt oder die Serie aufgrund ihres Alters bisher ignoriertet: Schaut unbedingt bei Netflix einmal rein.

Vermisst ihr hier einige Filme oder Serien? Bei mir wäre ein Streifen wie „Ghosbusters“ sonst übrigens locker ganz oben gelandet – ausgerechnet jener ist aber derzeit weder bei Amazon Prime noch bei Netflix im Abonnement enthalten. „Lethal Weapon“ schrammte bei mir außerdem knapp an den Top 10 vorbei – liegt auch daran, dass ich den Film erst sehr spät gesehen habe, als er schon keinen Nostalgiefaktor mehr für mich entfalten konnte. Falls ihr also auch Tipps aus den 1980er-Jahren habt – gerne her damit.


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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