Avast behauptet, dass Antivirus-Apps Kapital aus Malware-Apps schlagen

3. Februar 2015 Kategorie: Android, geschrieben von: Pascal Wuttke

Android und Malware-Apps, das alte Lied. Immer wieder versuchen sich zwiespältige Apps durch den Google Play Store zu mogeln und Euer Smartphone zu infizieren. Im schlimmsten Fall kann so etwas viel Geld kosten, wenn man sich nicht genau mit den Berechtigungen auseinandersetzt, die von den Apps eingefordert werden. Zudem fehlt einfach vielen Nutzern das besondere „Gefühl“, wann eine App unter Umständen nicht das ist, was sie ausgibt zu sein. Doch dass Entwickler von Antivirus-Apps Malware-Apps nutzen, um Kapital aus infizierten Smartphones zu schlagen, scheint leider ebenfalls zu diesem Geschäft zu gehören.

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Diese Behauptung stellt Filip Chytry auf dem hauseigenen Blog der Antivirus-App „Avast“ auf. Man könnte ihm jetzt im ersten Moment konkurrenzschädigende Behauptungen unterstellen, doch die Aussage hinter diesen Anschuldigungen klingt nicht abwegig.

In einem Beispiel nennt er unter anderem die App „Durak Kartenspiel“, das auf den ersten Blick, abgesehen von schwammiger Übersetzung ins Deutsche, wie eine seriöse Kartenspiel-App mit ansehnlichen 5 – 10 Millionen Downloads daherkommt. Diese soll aber nach einigen Tagen nach der Installation ihr wahres Gesicht zeigen und das Verhalten des Telefons beeinträchtigen, indem die App urplötzlich Pop-up Ads auf dem Android-Homescreen anzeigt.

Diese Pop-ups tarnen sich als Virus-Warnung und behaupten, dass Smartphone sei infiziert. Nichtsahnende und nicht so firme Nutzer würden sicherlich in leichte Panik verfallen und den Hinweisen folgen, um das geliebte Smartphone von der Bedrohung zu befreien. Tippt man die ominöse Benachrichtigung an, wird man auf Fake-Websites geführt, die einen App-Store vorgaukeln oder sogar ohne Wissen des Nutzers im Hintergrund SMS versenden.

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Hier fiel Chytry und dem Avast-Team, die immerhin auf eine große Nutzerstatistik zurückgreifen können, auf, dass viele Nutzer tatsächlich in den Google Play Store umgeleitet wurden und bei Apps von Security- und Antiviren-Softwareanbietern landeten. Zufall? Zwar will Chytry mit seiner Aussage keineswegs der Konkurrenz unterstellen, dass diese solche Schadsoftware an den Mann bringen, jedoch ist es eine andere Sache aus dem Leid anderer Kapital zu schlagen. Als weitere Apps dieser Art wird von Chytry zudem noch ein russischer IQ-Test sowie eine russische Geschichtsapp genannt, die beide im Google Play Store gelistet sind.

Ethisch korrekt oder wirtschaftlich nachvollziehbar sei nun mal dahingestellt. Jedenfalls kann sich selbst Avast zum Ende des Blogbeitrags logischerweise nicht nehmen lassen Werbung in eigener Sache zu machen. Vielleicht möchte man mit dieser „Anschuldigung“ auch einfach nur seine eigene Weste reinwaschen frei nach dem Motto „also mit unserer Software wäre sowas nie passiert“. Wie dem auch sei: Der Beitrag macht erneut auf die bereits ewig bestehende Problematik aufmerksam. Böse Menschen bauen böse Apps und sie sind leider immer noch da draußen.

(Quelle: Avast Blog)


Über den Autor: Pascal Wuttke

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