Ausprobiert: Jawbone Up

2. Juni 2013 Kategorie: Hardware, Mobile, geschrieben von:

Seit ein paar Tagen teste ich das Jawbone Up, ein Gadget aus dem Bereich Sport, Fitness oder auch Healthcare – je nachdem, aus welchem Blickwinkel man das Armband sehen will. Die groben Kernfunktionen? Schritte zählen, Schlaf messen und auf Wunsch auch Vorschläge zu körperlicher Bewegung geben. Des Weiteren kann man, sofern gewünscht, auch seine Mahlzeiten eingeben.

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Das Jawbone Up kommt in verschiedenen Farben und Größen auf den Markt und kostet derzeit um 129 Euro. Das Jawbone Up wird mittels 3,5er Klinkenstecker mit dem Smartphone synchronisiert, Bluetooth steht nicht zur Verfügung. Apps gibt es für Android und iOS, ich selber setzte in meinem Test auf die Android-App.

Die App verfügt über einige Unterpunkte, auf die ich kurz eingehen möchte.

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Innerhalb der App kann man sich ein Profil anlegen und seine Ziele definieren. Ziele sind gelaufene Schritte und natürlich die erholsame Nachtruhe. Die Software des Jawbone Up gibt dabei Vorschläge zu Schlaf und Bewegung. Sofern man ein Team bildet, dann kann man explizit regeln, inwiefern eigene „Erfolge“ den anderen Team-Mitgliedern sichtbar sind. Sollte es euch peinlich sein, dass ihr nach nur drei geschlafenen Stunden mit dem Team-Mitglied an der Arbeitsstelle aufschlagt, dann solltet ihr diesen Punkt vielleicht besser nicht aktivieren.

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Eventuelle Bewegungs-Trends sind ebenso einsehbar, wie das Verhältnis Schlaf und Bewegung. Diese Zahlen lassen sich als Timeline oder auch in Graphen einstellen.  Das zu den Funktionen Schlaf und Bewegung. Während die Bewegung automatisiert festgehalten wird, muss der Schlaf mitgeteilt werden. Gehe ich also ins Bett, dann betätige ich ein Knöpfchen am Jawbone Up, um dem Band mitzuteilen, dass ich nun nächtigen werden. Nach dem Aufstehen? Die gleiche Prozedur. Vergessener Schlaf kann manuell nachgetragen werden. Auch das Nickerchen, neudeutsch auch Nap, kann erfasst werden, statt einmal drücken wir den Button am Armband zweimal.

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Interessanterweise versucht das Jawbone Up mittels Actigraphie zu unterscheiden, ob wir nur leicht oder tief schlafen. Diese Ergebnisse werden ebenfalls visualisiert. Auch lässt sich innerhalb der Software ein Alarm festlegen, der euch morgens leicht aus dem Schlaf holt – in einer Leichtschlafphase wohlgemerkt.

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Faule Socken können sich übrigens nicht nur morgens wecken lassen, sie können sich auch informieren lassen, wenn sie zu lange am Schreibtisch oder auf der Couch gesessen haben und dem süßen Nichtstun gefrönt haben. Hier rappelt dann das Jawbone Up und ermahnt den Träger, doch mal wieder ein Ründchen Bewegung in den Tagesablauf einfließen zu lassen. Problematik hierbei? Hier wird Laufen gemessen, die Runde Fahrrad wird nicht gemessen, da der Arm ja meistens fixiert ist und nicht bewegt wird.

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Auch die Mahlzeiten können eingetragen werden. Hier empfand ich es als besonders nervig, dass man zwar viel Fertignahrung vorfindet, bei frischen Artikeln muss man immer von Hand Kalorien und Co eintragen. Das nervte mich dahingehend, dass ich schon nach einem Tag die Lust verlor, etwas einzutragen. Hier wird meistens aus frischen Zutaten gekocht und hier hätte das Eingeben der Inhaltsstoffe länger gedauert, als das reine Zubereiten der Nahrung. Wer keine Gewichtsprobleme hat, der ist eh fein raus und wird seinen Körper unter Kontrolle haben – bei Menschen ohne Bewegung und dem Hang zu Übergewicht sieht es da vielleicht anders aus. Da hilft kein Armband, sondern einfach nur andere Ernährung und mehr Bewegung.

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Der Akku des Jawbone soll 10 Tage halten, macht er aber nicht. Eine Woche ist realistisch, kommt auch drauf an, inwiefern ihr Weck-Sensoren nutzt. Aufgeladen wird ganz normal per USB. Das Jawbone Up kann beim Duschen getragen werden, mich hat es persönlich auch nicht beim Tragen gestört, lediglich beim Arbeiten am Notebook empfand ich es ab und an als störend.

Es ist interessant seine Schritte zu sehen und auch den Schlaf. Doch wirklichen Mehrwert habe ich persönlich dadurch nicht. Jawbone wird mit dem Up sicherlich einige Personenschichten ansprechen, ich persönlich gehöre anscheinend nicht dazu. Mir bringt es nichts, zweimal am Tag ein Armband mit meinem Smartphone zu synchronisieren  und zu sehen, ob ich Bewegungs- oder Schlaftechnisch gut oder schlecht unterwegs bin. Ja, der Hauch von hippem Lifestyle schwingt bei so einem Jawbone Up mit, der bei mir nicht so recht passen will. Dennoch ist so ein Armband eine clevere Erfindung, wir werden definitiv mehr davon hören, wenn die Gerätschaften noch mehr können als bis jetzt. Da ist einfach noch Luft nach oben.

Persönliches: ich selber habe definitiv viel zu viele Kilos auf den Rippen. Dies liegt an der Tatsache, dass ich seit über 4 Jahren von der bewegten Tätigkeit in die sitzende am Schreibtisch übergegangen bin. Dumm nur, dass sich die Ernährungsgewohnheiten nicht geändert haben. Zeit für Bewegung? Nehme ich mir leider nicht. Was mir hilft? Das Gleiche wie damals, ich protokollieren meine Nahrungsaufnahme mittels der Weight Watchers-App, was in Zeiten des Grillens nicht immer leicht ist und so die Abnahme verzögert wird. High Tech-Gadgets? Seit drei Jahren setze ich auf eine Withings-Waage nebst deren Apps, die das Körpergewicht messen. Mehr benötige ich nicht.

Fazit zum Jawbone Up? Nischen-Gadget, welches zwar wenig Funktionen bietet, diese aber recht gut meistert. Mit 129 Euro definitiv kein Schnäppchen. Hier müsst ihr Preis und Leistung für euch persönlich abwägen.


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