Ausprobiert: iPhone-Lautsprecher unter 349 Euro

12. Mai 2012 Kategorie: Apple, iOS, Mobile, geschrieben von:

Der Markt ist teilweise überschwemmt von iPhone Docks, die gleichzeitig als kleine Anlage dienen sollen. Dabei sind die Geräte ziemlich praktisch, was die Hersteller auch erkannt haben und nun natürlich auch alle ein Stück vom Kuchen abhaben wollen. Ich habe in dieser Testreihe für euch Lautsprecher für unter 349€ unter die Lupe genommen, welche auch von Apple vertrieben werden.

Die Namen der drei Konkurrenten können kaum verschiedener sein, denn es handelt sich um die BOSE SoundDock Series II (249€), die Sonoro cuboDock (299€) und die B&W Zeppelin Mini (349€). Natürlich sollen die Geräte alle ihren Zweck erfüllen und sind natürlich primär zum Abspielen von Musik gedacht. Jedoch setzen einige Hersteller eigene Prioritäten zwischen den einzelnen Lautsprechern und glänzen mit kleinen Gimmicks.

BOSE SoundDock Series II


Das BOSE SoundDock ist ein 249€ teuerer Lautsprecher, der samt einer Fernbedienung, einigen Adaptern für iPods und iPhones sowie einem Stromkabel daherkommt. Optisch fällt erstmal auf, dass das Gerät vorne nur zwei Knöpfe für die Regelung der Lautstärke hat. Hinten befinden sich lediglich zwei Eingänge für das Stromkabel sowie einem Audio-AUX-Eingang.

Nachdem man erst einmal sein iDevice eingestöpselt hat, kann man auch direkt mit dem Musikgenuss einsteigen. Auffällig ist erstmals der beachtliche Bass, welchen das System bietet. Mit der „Compression Circuitry“-Technologie, welche BOSE auf den Namen getauft hatte, gelingt ein erstaunlich klarer und raumfüllender Sound.

Die Beschallung eines Raumes mit der Größe von ca. 35-50qm gestaltet sich nicht wirklich als Problem. Wichtig zu wissen ist, dass die Fernbedienung eine maximale Reichweite von 5 Metern hat. Mit dieser lässt sich unter anderem die Lautstärke, die Wiedergabeliste als auch das Lied umschalten.

In meinem Test habe ich Lossless-Dateien verwendet, welche unkomprimiert vorlagen. Während dieses Tests fiel auf, dass der Bass bei jedem Lied sehr im Vordergrund stand. Sogar bei ruhigen Liedern wurden die Tiefen sehr hervorgehoben, was teilweise nervig sein kann, wenn das Lied eher dem Klassik-Genre angehört. Wo die Tiefen aber sehr gut zur Geltung kamen, waren R&B sowie Pop-Lieder. Dort trumpfte die SoundDock sehr auf.

Leider hat das Gerät auch einen großen Nachteil, welcher sich durch die komplette Testreihe zog und bei den anderen beiden Konkurrenten ebenfalls auftritt. Da ich mein iPhone mit einem Bumper nutze, musste ich also den iPhone-Aufsatz aus der SoundDock entnehmen, sodass genug Platz war, um das iPhone einzudocken. Die einzige Alternative wäre die Verwendung eines AUX-Kabels. Dieses birgt allerdings das Problem, dass sich dann mit der Fernbedienung keine Playlisten umschalten lassen. Da muss meines Erachtens nochmals nachgearbeitet werden, dennoch schafft es das Gerät gerade dank des günstigen Preises auf meinen persönlichen Platz 2.

Sonoro cuboDock

Nachdem die Sonoro cuboDock bei mir ankam, kam das Auspacken des großen Kartons. Und da kam schon das erste „Aha“-Erlebnis. Zwei weiße sonoro-Handschuhe strahlten mir entgegen. Diese sind wohl dazu gedacht, damit keine Fettfinger auf der cuboDock landen. Nachdem ich das Gerät ausgepackt und angeschlossen hatte, wurde ich wieder einmal überrascht. Die Jungs von sonoro legen es in meine Hand, ob ich das Gerät eindocken möchte, oder ob ich es via Bluetooth beschallen will. Der Aufbau ist ziemlich deckungsgleich mit dem Bose SoundDock, was die Anschlüsse angeht. Ebenfalls befindet sich der Stromanschluss sowie der AUX-Eingang hinten, jedoch findet man – im Gegensatz zu der BOSE SoundDock – die Lautstärke-Regelung sowie den An-/Aus-Schalter auf der oberen Kante.

Nachdem ich mich mit dem Gerät vertraut gemacht hatte, ging es an das Verbinden des Gerätes mit meinem iPhone per Bluetooth. Dies geschah auf sehr einfache Manier mit der Eingabe von „0000“ in mein iPhone als Code und schon blinkte das Gerät blau, was mir das Zeichen geben sollte: „Let the music play!“. Dies tat ich auch und startete die üblichen Lossless-Lieder aus den verschiedensten Genren.

Was mir auffiel, war die deutlich bessere Wiedergabe von Klassik-Liedern, die nicht so „übersteuerten“, wie beim BOSE-Konkurrenten. Jedoch zog sich der fehlende oder nur ansatzweise vorhandene Bass leider durch den kompletten Test, sodass bei R&B, Pop und Rock-Liedern er nicht so präsent da war, wie man es sich wünschte bzw. wie man es gewohnt war von der Konkurrenz.

Dies wurde nur ansatzweise besser, als ich das Gerät via Dock-Connector anschloss. Möglicherweise lag dies teilweise an der Bluetooth-Übertragung. Diese ist in meinen Augen nur bei einer Reichweite von max. 6-7 Metern zu gebrauchen. Der Hersteller weist diese mit 10 Metern aus, jedoch ist das natürlich immer abhängig von den Raumverhältnissen sowie Störfaktoren wie Wänden.

Negativ fiel außerdem auf, dass das Gerät (wie der BOSE-Konkurrent auch) keine Wiedergabe ermöglicht, wenn man einen Bumper um sein Gerät hat. Zu meiner Überraschung funktionierte jedoch eine Wiedergabe mit einem iPad, welches jedoch natürlich teilweise die Boxen abdeckt und somit den Sound etwas dämmt (alternativ nutzt man eben Bluetooth).

Außerdem fiel mir im Alltags-Test auf, dass die Fernbedienung meines Erachtens zu viele Knöpfe hat (Anmerkung von Caschy: da schreibt der typische Apple-Benutzer). Dies klingt zwar auf den ersten Blick nützlich, erweist sich jedoch im Alltag als unnötig, wenn auf der Fernbedienung Knöpfe wie „Bluetooth“, „AUX“ sowie „Dock“ innehat. Bedingt durch die genannten Schwächen, erreicht das Gerät auf meiner persönlichen Platzierung nur den „ehrenwerten“ Platz 3.

Bowers&Wilkins Zeppelin Mini

Carsten hatte ja bereits die Möglichkeit den großen Bruder ausgiebig zu testen, was mich auf den Gedanken brachte den kleinen Bruder hier in die Testreihe aufzunehmen. Preislich liegt das Gerät eher im Low-Budget-Segment mit lediglich 349€. Um etwas vorzugreifen – es lohnt sich!

Nachdem ich den Karton geöffnet hatte und die vielen kleinen Tüten mit Kabeln aus dem Karton nahm, welche unter anderem eine Fernbedienung sowie ein Stromkabel enthielten, hielt ich auch schon das Dock in meiner Hand. Kaum hatte ich es auf den Tisch abgestellt und das Design bewundert wollte ich mehr. Ich wollte den Boliden hören.

Also ließ ich auch hier alles Mögliche an Musik durchlaufen, was mir ein Lächeln in das Gesicht zauberte. Ich befand mich in einem 30qm großen Raum und hatte das Gerät auf der Hälfte des Volumens laufen. Das Gerät lieferte mir absolut glasklare Höhen, gepaart mit wuchtigen Tiefen. Und das bei einer Lautstärke, die wirklich beachtlich war.

Auf den ersten Blick fehlten mir etwas die Mitteltöne, was jedoch nicht an dem Zeppelin Mini lag. Es lag an meiner Musikauswahl. Ich durchsuchte meine Library nach klassischer Musik, nach Jazz und nach etwas Soul. Auch hier erwies sich der Mini als ein ganz, ganz großer Maxi! Doch taugt der Hobel zu viel mehr!

Also schaute ich mir das Gerät genauer an. Auf der Rückseite befand sich nämlich noch etwas mehr als der übliche Aux-In-Eingang und der Stromanschluss. Ich fand noch einen USB-Anschluss, welcher es erlaubt auch als Lautsprecher für einen Rechner herzuhalten. Was ich auch noch entdeckte, war die integrierte horizontale Halterung für iPhones. Ich könnte theoretisch mein iPhone anstöpseln und es so drehen, dass ich mir Videos auf Youtube anschaue und die Musik über die Zeppelin wiedergebe.

Auch hier muss man leider darauf achten, dass man den Bumper vom iPhone entweder abnimmt, oder es via Aux-In verkabelt. Nach Rücksprache mit den Jungs von B&W bekam ich das Statement, dass das Gerät nicht das Jüngste sei und an der Weiterentwicklung gearbeitet werde. Ganz großes Lob dafür! Ebenfalls ein großes Lob für die tolle Fernbedienung, die leicht an einen Zeppelin erinnert mit ihrer rundlichen Form. Damit kann man sich alle Bedienelemente an der Dock sparen, wenn diese sowieso auf der Fernbedienung sind. Für den grandiosen Ton sowie das brillante Design gibt es von mir in diesem Test den Platz 1!

Fazit & Disclaimer
Keines der Geräte ist schlecht, jedoch gibt es teilweise Macken, die sich durch den gesamten Test ziehen wie beispielsweise die fehlende Bumper-Kompatibilität. An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmals ausdrücklich für die Leihstellungen der Hersteller bedanken. Diese beeinflussen in keiner Weise das Testergebnis.


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Über den Autor:

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