Ausprobiert: Google Chromecast Audio

14. Oktober 2015 Kategorie: Google, Hardware, Streaming, geschrieben von: caschy

IMG_9799Es ist noch nicht lange her, da stellte Google seine neuen Chromecast-Lösungen vor. Darunter auch Chromecast-Audio, eine Lösung, die dumme Lautsprecher smart machen soll. Lösungen dieser Art finde ich seit Jahren äußerst sympathisch, Google ist mit Chromecast Audio beileibe nicht der erste Hersteller. Zahlreiche Bluetooth- und WLAN-Lösungen gibt es bereits auf dem Markt, zudem kam Google schon mit dem Protokoll Google Cast ums Eck, welches von Herstellern wie LG und Samsung auch in Lautsprecher-Lösungen implementiert wurde, aus meiner Beobachtung heraus aber nicht sonderlich erfolgreich. Ich selber setze seit Jahren auf die Sonos-Lösung, nennen aber auch einen Bluetooth-Lautsprecher mein Eigen, wenn ich mal unterwegs bin. Zu Testzwecken habe ich mir dennoch einmal einen Chromecast Audio gekauft.

IMG_9799

Die Hardware:

Chromecast Audio verbirgt sich in einem winzigen Gehäuse. Dieses beherbergt zwei Anschlüsse, zum einen der Anschluss für den Klinkenstecker, auf der anderen Seite findet man den microUSB-Anschluss für das Netzteil vor. Einen Akku hat das Gerät mit seinen kompakten Maßen verständlicherweise nicht.

Im Lieferumfang enthalten ist nicht nur Chromecast Audio, sondern auch das Netzteil, das microUSB-Kabel und der Klinkenstecker. Diesen kann man in einen aktiven Lautsprecher stöpseln, alternativ kann man auch mit einem Klinke-auf-Cinch-Stecker den Chromecast Audio-Dongle am Verstärker eurer Wahl anbringen und so die komplette Anlage smart machen (optional via Mini-TOSLINK-TOSLINK-Verbindungskabel (optisch)).

Die Einrichtung:

Habt ihr Chromecast Audio mit Strom und einem Anschluss an eine unterstützte Audioquelle verbunden, so kann eingerichtet werden. Das geht in wenigen Augenblicken, wie meine Screenshots verraten. Via Chromecast-App wird das Gerät mit eurem WLAN verbunden, zudem kann der Gastmodus aktiviert werden, zu diesem später mehr.

Erstes Setup

Erstes Setup

Man muss ganz Ohr sein

Man muss ganz Ohr sein

Und fertig...

Und fertig…

Die Nutzung:

Einige Apps unterstützen bereits Chromecast Audio, darunter nicht nur die üblichen Android-Apps wie Google Music und YouTube, sondern auch Spotify und TuneIn. Dies ist übrigens auch auf der iOS-Plattform der Fall. Ab in die App – in meinem Falle Spotify – und den erkannten Chromecast als Audioquelle nutzen. Wer mag, der kann übrigens Spotify auch am Rechner nutzen und Chromecast als Quelle nutzen.

ImageJoiner-2015-10-13 at 5.12.54 nachm.

Wenig verwunderlich: auch YouTube wird unterstützt, hat aber hier auch die Sperre, dass bei deaktiviertem Bildschirm kein Ton mehr abgespielt wird. Trotz offizieller Unterstützung versagt TuneIn bei mir übrigens den Dienst, hier ist von einem nicht unterstützten Format die Rede.

Ohne Titel

Der Gastmodus:

Chromecast Audio unterstützt einen Gastmodus. Dies bedeutet, dass eure Gäste einen bei euch im Haushalt befindlichen Chromecast mitnutzen können – ohne dabei in eurem WLAN angemeldet zu sein. Hierfür wird der Standort des Chromecast und der eures Gastes genutzt. Damit witzige Leute nicht vor eurer Haustür stehen und euch mit Helene Fischer bespaßen, ist das Ganze mit einem Pin versehen, der von eurem Gast zur Authentifizierung eingegeben werden muss. In der Nähe des Lautsprechers sollte übrigens kein Pin vom Gast gefordert werden, denn Chromecast Audio überträgt einen kurzen, nicht wahrnehmbaren Ton, um die Kopplung mit dem Gast durchzuführen.

Enttäuschend: wie einige Nutzer im Netz war es auch mir nicht komplett möglich, den Gastmodus zu nutzen. In den Routereinstellungen habe ich soweit alles freigegeben, dennoch war nach langen Versuchen keine Möglichkeit gegeben, sich via Android-Smartphone (mit drei verschiedenen getestet) mit dem Chromecast Audio zu verbinden – wohl aber einmal von iOS aus.

Derber Punktabzug und bei Auftreten des Fehlers sicherlich ein Ärgernis für Nutzer, die diese Funktion nutzen wollen. Lediglich bei Konfiguration des Chromecasts im Gast-WLAN war dieser nutzbar, erlaubte es dem Gast-Gerät aber auch, die vollständige Konfiguration zu übernehmen. Will man nicht. Wichtig zu wissen: Eigentlich soll es so laufen, dass nicht einmal ein WLAN beim Gast vorausgesetzt wird.

Kurzzeitiges Zicken:

Während meines Ausprobierens kam es anfangs zu Fehlern. So wurde von einem Android-Gerät übertragene Musik auch nach dem Stoppen des Players weitergespielt, was nicht hätte sein dürfen. Ebenfalls begrüßte mich der Chromecast Audio einmal mit einem erneuten Einrichtungswunsch – obwohl er bereits eingerichtet war. Nach einer kurzen Wartezeit fing er sich dann wieder und wartete mit den Einstellungen aus dem initialen Setup auf. Wichtig zu wissen: Will man aus irgendeinem Grund den Chromecast Audio auf die Werkseinstellungen setzen, so kann man dies über die App machen, alternativ kann man den Reset-Knopf am Chromecast selber für ein paar Sekunden drücken.

Gast verbindet sich - wenn es denn mal klappt

Gast verbindet sich – wenn es denn mal klappt

Abgesehen von den Fehlern, die bei mir auftraten (dies bei euch aber nicht müssen): für die Summe von 39 Euro eine interessante Sache, um alten Lautsprecher und Stereoanlagen einen Hauch Digitales zu verpassen. Ich denke dabei beispielsweise an Nutzer wie meinen Schwiegervater, der zwar auch einen Bluetooth-Lautsprecher sein Eigen nennt, aber auch noch eine klassische Anlage.

An dieser kann er für kleines Geld Chromecast Audio anschließen und bekommt so mit seinem Smartphone oder Tablet eine digitale Fernbedienung in die Hand gedrückt, über die er nicht nur die Lautstärke regeln kann, sondern auch zum Programmchef wird. Das alles, ohne die Anlage selber zu bedienen, alles mobil überall dort, wo er sich in seinem WLAN aufhält.

Auch für Menschen mit Multiroom-Ambitionen könnte Chromecast Audio in Zukunft etwas sein, soll die Lösung doch in naher Zukunft fit für Multiroom gemacht werden. Lautsprecher mit gutem Preis- Leistungsverhältnis vorausgesetzt, könnte man sich so ein Setup bauen, welches vielleicht nicht den Komfort von Sonos, Bose und Co bietet – wohl aber preislich unter diesem liegt.


Über den Autor: caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING, Linkedin, Instagram und YouTube. Persönliches Blog. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Carsten hat bereits 25025 Artikel geschrieben.