Ausprobiert: Dyson 360 Eye Staubsaugerroboter

9. Oktober 2016 Kategorie: Smart Home, geschrieben von: caschy

dyson-360Bei Dyson hat es länger gedauert als geplant, doch nun ist der Dyson 360 Eye auf dem Markt. Ein Staubsaugerroboter, der knapp 1.000 Euro kostet und bereits zur IFA 2014 als Prototyp vorgestellt wurde. Der Name kommt nicht von ungefähr, der Staubsaugerroboter führt eine Kamera mit 360° Blickfeld mit sich. Mit dieser legt er einen detaillierten Grundrissplan der Räumlichkeiten an. Hindernisse werden vom Roboter erkannt und protokoliert, der Nutzer kann seine Fahrwege und die gereinigten Flächen so in der App nachschauen. Wenn dem Saugroboter nach ungefähr 35 bis 40 Minuten die Akkuladung ausgeht, fährt er automatisch zur Docking-Station zurück, um Strom nachzutanken.

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Hier wird dann rund zwei Stunden geladen, bevor die Reinigung an der vormals verlassenen Stelle wieder aufgenommen wird. Dyson liefert eine App für Android und iOS mit, über diese kann der Nutzer manuell starten (auch außerhalb des eigenen Netzes), ferner ist eine Programmierung auf Basis Zeit möglich. Wie auch viele seiner Kollegen gibt der Dyson 360 Eye eine Rückmeldung in der App, wenn ein Fehler unterlaufen oder die Reinigung abgeschlossen ist.

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Angetrieben wird der Staubsaugerroboter von einem digitalen Dyson Motor V2 und die Staubaufnahme erfolgt über das Root Cyclone Filtersystem zur effektiven Trennung von Staub und Schmutz. Kleine, gefederte Silikon-Panzerketten unter dem Dyson 360 Eye sorgen außerdem dafür, dass der Saugroboter auch kleinere Hürden wie Teppichkanten problemlos nehmen kann.

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Noch heute sind Staubsaugerroboter – egal in welcher Preisklasse – fernab von perfekt. Und manchmal muss man sich ehrlich fragen, ob man mehr ausgeben muss oder möchte. Ferner ist immer die Wohnsituation so ein Ding. Hohe Teppiche, Stufen und viele unzugängliche Ecken oder Kabel? Dann ist die Frage, ob man überhaupt einen Staubsaugerroboter benötigt.

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Im Vergleich kenne ich diverse Geräte, habe ansonsten abseits des Dyson-Testgerätes einen VR200 von Vorwerk im Einsatz, der mittlerweile auch per App bedient werden kann. Hier habe ich mittlerweile das dritte Gerät im Einsatz, da die beiden Vorgänger einen Defekt erlitten.

Die „großen“ Unterschiede zum VR 200 von Vorwerk ist beispielsweise eine fehlende Seitenbürste, des Weiteren ist der Dyson zwar generell kompakter, dadurch aber auch eine Ecke höher. Auf der IFA gab Dyson an, dass die Bauhöhe der Effizienz der Zyklon-Technologie geschuldet sei.

Kommen wir nun zuerst einmal zu den baulichen Unterschieden, die jeder abwägen muss. Während der Vorwerk VR 200 durch seine Bauhöhe in der Lage ist, unter unserem Sofa im Wohnzimmer und unter den Möbeln im Wintergarten zu reinigen, schafft dies der Dyson 360 Eye nicht.

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Dafür kommt er aufgrund seiner kompakteren Maße in einige Bereiche, die dem VR 200 von Vorwerk verwehrt sind. Für mich persönlich hätte nun der Vorwerk den Vorzug gegenüber einem Dyson bekommen, da gerade der Wintergarten bei uns eine Fläche ist, die mindestens zweimal am Tag abgefahren werden muss – hier haben wir eine Voliere mit Vögeln, die entsprechend viel Körner auf den Boden werfen. Unsere Wintergartenstühle bieten eine große Sitzfläche, unter dieser kann aufgrund der Bauhöhe schon einmal nicht automatisiert gereinigt werden. Schlecht für uns – aber das liegt ja an unseren Möbeln.

Das ist keine grundsätzliche Kritik am Dyson, sollte aber von Interessenten bedacht werden. In Sachen Saugkraft muss ich sagen, dass ich finde, dass der Dyson durchaus stärker unterwegs ist und mehr wegzieht. Durch die fehlende Seitenbürste und die runde Bauweise muss man sich aber auch einer weiteren Sache bewusst sein: Ecken können nicht komplett gereinigt werden, da kommt der Dyson 360 Eye einfach nicht hin. Das ist für mich persönlich aber nicht wirklich ein großes Problem, da wir im Haus eh Ecken und Bereiche haben, an die nie ein Sauger herankommen wird – wir werden in unserem Haus immer von Hand saugen müssen und sehen den Staubsaugerroboter generell nur als Ergänzung an. Außerdem: Die nicht erreichbaren Ecken sind nur ein paar Quadratzentimeter.

Zur Bedienung und Nutzung des Dyson 360 Eye. Die Technik ist für den Nutzer verborgen, man kann am Gerät selber nur wenig machen. Kein Display, nur ein Button, über den der Roboter angeschmissen oder pausiert werden kann. Dieser zeigt auch den Status und den Akkuladezustand an. Ein weiterer Knopf ist für den Auswurf des Schmutzbehälters. Den muss man logischerweise ab und an rausnehmen und entleeren. Für mich selber kein Problem, machte ich beim VR 200 auch. Nicht so meine Frau, die nutzte immer für den Dreck das Absaugloch beim VR 200. Hiermit landete der Dreck aus dem Roboter direkt im klassischen Staubsauger, sodass man keinen Dreck oder Basteleien vornehmen muss – sprich: den Filter beim VR 200 entfernen.

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Das ist beim Dyson eh egal, der hat den Filter hinter einer Klappe, mit diesem kommt man nicht täglich in Berührung, ist ja eine andere Technik. Man schnappt sich also den Behälter und entleert diesen. Doch auch hier muss Kritik erlaubt sein. Dabei kritisiere ich nicht einmal das Fassungsvermögen des 330 ml fassenden Behälters, sondern das Entleeren.

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Zwar sammelt sich viel Schmutz unten, der dann ausgekippt werden kann, am Deckel selber bleiben aber Dinge wie Hundehaare oder Federn hängen, die dann doch wieder abgefriemelt werden müssen, auch hat man etwaige Ballen von Tierhaaren, die nicht aus dem Behälter wollen. Mit Glück reicht ein stärkeres Ausklopfen, dennoch möchte ich es erwähnen. Ist beim Vorwerk aber nicht unbedingt anders, hier muss der Filter ausgeklopft werden.

Die Betriebslautstärke: Der Dyson 360 Eye ist der lauteste Staubsauger in Roboterform, der bislang meine vier Wände befuhr. Mich persönlich stört es nicht. Wer es leiser mag und nicht so starken Dreck hat, der kann in den Eco-Modus schalten, hier ist das Gerät leiser und der Akku hält länger durch (bis 70 Minuten ca.). Der Roboter kennt nur zwei Modi: ganz oder gar nicht.

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Von seiner Station aus fährt er das an, was er erreichen kann. Ist die Wohnung größer, dann muss er zwischendurch seine zwei Stunden laden. Das kommt bei uns vor, denn unser Erdgeschoss ist größer. Netto fährt der Sauger aber rund 30 Quadratmeter pro Ladung ab.

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Will man nicht die ganze Wohnung reinigen, so müssen die Türen verschlossen werden. Treppen werden übrigens erkannt, zumindest polterte das Gerät bei mir nicht vom Ober- ins Erdgeschoss. Die Saugkraft und Sauberkeit würde ich als sehr gut bewerten. Neben dem Komplettmodus gibt es noch den Einzellademodus. Setzt man den Dyson 360 Eye in einen Raum, so reinigt er alles, was er mit einer Akkuladung erreichen kann, danach fährt er wieder an den Platz, an dem man ihn absetzte.

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Normale Teppiche und kleine Kanten meisterte der Dyson problemlos, meinen Teppich im Arbeitszimmer schafft kein Roboter, da mache ich Dyson keinen Vorwurf. Das Problem ist eher, dass der Sauger den Teppich nicht zwingend umschifft, sondern auf diesem stehenbleibt, wenn er sich verfranst hat. Dann ist Feierabend.

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Eine Art Fazit? Ja aber. Hätte ich nicht diese Teppiche. Hätte ich nicht diese Couch. Hätte ich nicht diese Wintergartenmöbel. Das ist meine persönliche Meinung. Wer mit den angesprochenen Kritikpunkten leben kann, der bekommt ein feines Gerät zu einem hohen Preis, wie so üblich bei Dyson. Die Reinigungsleistung ist sehr gut. Was mir persönlich fehlt, sind Lösungen wie von Vorwerk angeboten. Magnetband, über das der Staubsaugerroboter nicht fährt. Nicht jeder Türrahmen hat eine Tür, bzw. kann nicht jede Tür verschlossen werden. Es ist einfach zu viel Geld für das für mich Gebotene, da kann ich mir auch ein günstigeres Gerät ins Haus holen. Aber auch dies wird Probleme bereiten – wie bisher jeder Roboter.



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