Ausprobiert: Braun Oral-B PRO 6000

2. April 2015 Kategorie: Hardware, geschrieben von:

Ich putze mir seit einiger Zeit die Zähne. Das ist nichts ungewöhnliches, allerdings hatte ich die Gelegenheit, eine andere Bürste zu testen, eine, die mit Bluetooth funktioniert. Kleine Vorgeschichte: Zahntechnisch war bislang alles soweit in Ordnung bei mir. In 38 Jahren musste ich erst ein Loch im Backenzahn füllen lassen, ansonsten scheint alles im Lack.

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Im Verlaufe der Jahre kamen diverse Zahnbürsten zum Einsatz, logisch, man wechselt ja regelmäßig. Nun also ein Testgerät mit Bluetooth, konkret die Oral-B Pro 6000. Kommt mit Ladestation, Wechselbürsten und einem Smart Guide daher. Kostenpunkt: je nach Anbieter um 100 Euro. Von Oral-B gibt es da mehrere Zahnbürsten, die Oral-B Pro 6000 ist da offenbar im oberen Mittelfeld angesiedelt, unter der 7000. Unterscheidet sich in Sachen Funktion dann eben nur von der Zungenreinigung, die bei der 6000 nicht dabei ist. Also – im Lieferumfang waren mehrere Bürsten für diverse Modi, die Ladestation, eine Schützhülle und der Smart Guide.

Ich komme also aus einer Zeit, in denen bei der Zahnpflege noch von Hand geputzt werden musste. Bürsten gab es nur in Form von Weich, mittel und hart. Ich entschied mich immer zu letzterer Variante. In den letzten zwei Jahren dann eine elektronische Zahnbürste, die allerdings in keiner Weise smart. Als Techie war ich neugierig, hier einmal zu schauen, inwiefern ich auf eine smarte Zahnbürste reagiere.

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Kurzum: die Oral-B Pro 6000 ist wacker in Betrieb genommen. Ladeschale aufstellen, Uhrzeit beim Smart Guide einstellen, App für Android oder iOS herunterladen und via Bluetooth mit der Bürste verbinden. Der Smart Guide als solches ist das Gerät für die Menschen, die nicht immer mit Bluetooth und dem Smartphone hantieren wollen.

Er visualisiert, sobald ihr die Bürste eingeschaltet habt, die Putzdauer. Ihr könnt natürlich putzen, bis ihr schwarz (die Zähne also nicht) werdet, oder ihr nutzt konfigurierbare Programme. Reinigen, Tiefenreinigung, Sensitiv und Zahnfleischschutz, das sind so die Dinger, die ihr einstellen könnt.

Ich selber bin täglich im Tiefenreinigung-Modus unterwegs und putze so immer drei Minuten lang. Hier habt ihr dann noch die Wahl zwischen verschiedenen Bürsten, von denen ein paar im Umfang enthalten sind. So gibt es Aufsätze mit besonders weichen Borsten – oder eben solche, die eher für die ganz gründliche Plaquenentfernung vorgesehen sind.

Nun kommen wir noch einmal genauer zum Smart Guide und zur App. Beides ist einzeln, aber auch gemeinsam nutzbar. Der Smart Guide visualisiert alles, wenn das Smartphone nicht dabei ist. Teilt ihr euren Mund in vier Putzbereiche auf, so seht ihr, wo geputzt werden sollte und wie viel der konfigurierten Zeit bereits abgelaufen ist. Eine Sternchenbewertung und ein bestenfalls freundlicher Smilie weisen euch auf die Erfolge hin. Der Smart Guide fungiert ansonsten als Uhr und kann mit der mitgelieferten Halterung auch an euren Spiegel oder die Fliesen geklöppelt werden. Funktioniert und ist mein heimlicher Favorit – womit ich schon vorweg genommen habe, wie ich zur App stehe.

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Ich putze mir nun seit ein paar Wochen die Zähne mit der Oral-B Pro 6000 und nach anfänglicher Nutzung der App ist diese erst einmal aus dem Verkehr gezogen worden. Nicht dass wir uns falsch verstehen: die kann wirklich nützlich sein, wenn man die zu sehenden Infos benötigt.

Die App erinnert euch an das Putzen der Zähne und wartet – wie ein Fitnesstracker – mit einer Statistik auf. Hier muss man natürlich abwägen, wie wichtig eine solche Statistik ist. Bei Nichtnutzung der App werden Putzzeiten mit der Bürste nachgetragen, sodass keine Lücken entstehen.

Ich bin aber die Sorte Mensch, die auf Kurztrips nur die Handzahnbürste mitnehmen. Heißt: Ich putze manuell, ohne Elektro und ohne App. Nutzer der App bekommen während der Putzzeit noch auf Wunsch diverse Inhalte kredenzt. Dieses ist einstellbar und lässt sich auch um eigene Fotos erweitern.

Neben diesen Sachen lassen sich Tipps, Zitate, Kalender oder das Wetter einblenden. Nicht unnützlich, so bekommt man die Zeit rum – falls man nicht eh ein Radio im Badezimmer hat. Auch an die Gamification hat man gedacht, so kann man sich Abzeichen erputzen. Finde ich persönlich nicht schlecht, da es einen spielerischen Ansatz hat und so vielleicht Kiddies motiviert.

Ich selber gebe da eigentlich nichts drauf, ich weiss ja selber, wie ich putze. Über die App lasen sich auch diverse Einstellungen vornehmen. So lassen sich die verfügbaren Modi auf der Zahnbürste einstellen, die dann über einen Schnellzugriff erreichbar sind. Auch lassen sich genaue Zonen im Mund einstellen, die man besonders reinigen kann.

Ganz ehrlich: ich weiss nicht, ob viel wirklich viel hilft. Die App bietet echt alles und ich will auch nicht die Wichtigkeit der Zahnpflege herunterspielen. Aber ich habe seit jeher meine Zähne im Kopf im Gedanken in Bereiche aufgeteilt, die ich alle gleich sorgsam pflege. Habe da noch nie Probleme mit gehabt und mein Zahnarzt hat auch noch nie gesagt, dass ich da hinten am Backenzahn eine Extrarunde drehen soll.

Nach anfänglicher Nutzung der App ließ ich es dann auch sein. Die Bürste und die Modi sind gut, keine Frage – doch die App nutze ich halt wirklich nur, wenn ich Modi schnell einstellen will oder mal die Statistiken synchronisiere. Gamification brauche ich persönlich nicht. Aber: Oral-B hat ja noch viel mit der App vor und ich bin gespannt, ob man das dröge Zahnpflege-Thema in eine hippe App-Ecke bekommt.

Eine Art Fazit? Schwer zu sagen. Ja, meine Zähne fühlen sich glatt uns sauber an – wie früher also, als ich die Bürste noch nicht nutzte. Ich putze immer so um drei Minuten und danach gibt es Listerine. Hier kann ich also für mich persönlich keinen Mehrwert feststellen.

Negativ: Beim Anschaffungspreis von +100 Euro hätten mal vernünftige (Wechsel-)Akkus in die Bürste gepasst. Hier setzt man derzeit auf Ni-MH. Will man nicht auf Bluetooth und die App setzen, dann lohnt sich meiner Meinung nach die Anschaffung nicht. Da findet man auch andere Angebote von Wettbewerbern. Was gefällt: Die Andruckkontrolle und die Bürsten, die visuell anzeigen, ob sie gewechselt werden sollten.

Während App-Fans sicherlich völlig auf ihre Kosten kommen, bin ich eher Fan des Smart Guides. Dieser visualisiert schön die Zeit und das Ergebnis – oftmals hat man vielleicht gar nicht im Gefühl, wie kurz man nur putzt. Die Putzleistung der Bürste konnte auf jeden Fall überzeugen. Interessenten sollten auf jeden Fall die Augen aufhalten, die Bürsten sind heftigsten Preisschwankungen unterworfen, sodass man manchmal die Geräte noch günstiger bekommt, als hier angegeben oder zum jetzigen Zeitpunkt bei Amazon – oder zumindest auf Angebote mit zweitem Mundstück achten. Selbst als Techie darf ich für mich festhalten – die Bluetooth-Zahnbürste mit App, die brauche zumindest ich jetzt ich nicht.


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Über den Autor:

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