ASUS ZenBook Flip im Test

28. August 2016 Kategorie: Hardware, Windows, geschrieben von: Benjamin Mamerow

artikel_asusEr ist das Werkzeug eines jeden Bloggers. Wir sind damit mobil, können bei schönem Wetter nach draußen, um dort weiter zu arbeiten und hüten es mit Argusaugen – der Laptop. Ob nun MacBook, Chromebook, Notebook oder Netbook. Hauptsache mobil, ausdauernd und mit genügend Leistung bestückt, damit das Schreiben nicht ins Stocken gerät. Aber auch andere Anwender finden in den tragbaren Computern einen guten Begleiter. Bei ausreichend Hardware kommt selbst der Zocker auf seine Kosten, muss dafür aber oft deutlich tiefer in die Tasche greifen als für einen vergleichbaren Desktop-Rechner.

Bis vor Kurzem habe ich noch ein Panasonic Toughbook mit i5 und 2 GB RAM vor mir liegen gehabt. Ein Relikt aus längst vergangenen Tagen, das leider immer häufiger mit Windows 7 Home 64-Bit an seine an seine Grenzen geführt wurde. Andauernd fraß sich der Arbeitsspeicher fest, nix ging mehr und auch eine Neuinstallation des Systems brachte nur kurze Besserung. Außerdem war es mittlerweile trotz des Tragegriffs eine Qual, das klobige Ding mit mir herum zu schleppen, denn leicht ist anders. Es durfte also inzwischen gern endlich mal was anderes her. Kleiner, feiner und vor allem irgendwie interessanter in der Anwendung.

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Wie gerufen kam da von ASUS die Ankündigung, das ZenBook Flip UX360CA auf den Markt bringen zu wollen. Ein Convertible, dass sich mit seinen angenehmen 13,3 Zoll mit einem Dreh in ein Tablet umwandeln lässt. Die Idee mit den 360° Scharnieren hatte man ja 2014 bereits mit dem Transformer Book Flip. Dabei wird das Display einfach nach hinten weg geklappt und die Tastatur und das Touchpad bieten anschließend quasi die Unterseite des Ganzen.

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Hardware und Display

Für meinen Test habe ich die Variante mit einem Intel Core m3-6Y30 Prozessor mit bis zu 1,5 GHz und 8 GB RAM auspacken dürfen. Es misst 323 x 220 x 13,9mm und wiegt 1,3 kg. Außerdem mit an Bord: eine 256 GB SSD, die mir das Betriebssystem entsprechend flott hochfahren soll. Vorinstalliert ist hier Windows 10 in der 64-Bit Home-Version. Als Grafikkarte fungiert hier eine Intel HD 515 als onBoard-Lösung. Das Daddeln heutiger Titel fällt also schon einmal flach.

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Beim Bildschirm setzt man auf ein 13,3 Zoll Full HD-Display mit IPS-Panel. Hier gibt der Hersteller einen möglichen Blickwinkel von bis zu 178° an, was ich in der Form definitiv nicht bestätigen kann. Dank des IPS-Panels ist hier tatsächlich noch zu erkennen, dass das Display eingeschaltet ist. Mehr dann aber auch nicht. Ebenfalls ist ein minimaler Blaustich über dem gesamten Inhalt zu erkennen, der mich allerdings keineswegs störend beeinflusst. Wo ich dann aber durchaus Probleme kriege, ist wenn ich im Garten bloggen möchte und mir die Sonne auf das Display lunzt – dann gibt es schnell unschöne Spiegelungen, die die etwas zu geringe Helligkeit nicht ganz auszumerzen vermag. Hier hilft am Ende nur umpositionieren. Die integrierte Webcam bietet 720p, welche bei vernünftigen Lichtverhältnissen auch wirklich gute Aufnahmen garantiert, allerdings zu einem durchaus starken Rauschen neigt, sobald es in dunklere Szenarien geht.

Ansonsten bietet das Display aber kräftige Farben und vor allem einen Touchsensor, der mir das Arbeiten fast schon zu einfach macht. Immer wieder ertappe ich mich tagsüber auf Arbeit, wie ich am dortigen Notebook versuche, Fenster schnell mal per Fingertipp zu schließen oder durch Seiten zu scrollen. Die Toucheingabe funktioniert ausgesprochen flüssig und unterstützt zahlreiche Gesten, wie das Zwei-Finger-Zoomen, das man vom Smartphone kennt. Großartiges Eingewöhnen war hier nicht wirklich vonnöten.

Anschlüsse und Konnektivität

Das UX360CA verfügt über zwei USB 3.0-Anschlüsse, einen USB 3.1 Gen 1 Typ-C-Anschluss, Micro-HDMI, einen Audio-Ausgang und einen Kartenleser für SD- und microSD-Karten. Verbunden wird via WLAN 802.11 ac mit bis zu 867 MBit/s oder aber via Bluetooth 4.1.

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Die Lautsprecher des ZenBook Flip befinden sich vorn an der Unterseite. Trotz der etwas ungünstigen Positionierung bieten sie einen akzeptablen Klang, der natürlich auch seine Grenzen findet, sobald es etwas lauter wird. Für mein Verwendungszenario ist dies aber unerheblich.

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Die Powertaste und die Lautstärkeregelung befinden sich an der linken Geräteseite, wobei man „Lauter“ oder „Leiser“ hier über eine Lautstärkewippe reguliert. Das klappt soweit sehr gut und reagiert auch schnell, allerdings ist die Auswahl für laut und leise im Notebook-Betrieb genau falsch herum, so dass man in dem Modus vielleicht lieber über die entsprechenden Funktionstasten reguliert.

Tastatur und Touchpad

Zugegeben, verwöhnt wurde ich in den letzten Jahren nicht unbedingt, wenn es darum ging, auf einem Notebook zu schreiben. An wackelige Tasten und dergleichen hatte ich mich bereits gewöhnt. Umso erfreulicher war es dann für mich, auf dem ZenBook drauf los zu schreiben. Trotz der geringen Höhe des Gerätes bieten die Tasten einen angenehmen Hub und sind von der Größe her nahezu perfekt für meine „Männerpranken“. Lediglich beim Schreiben in der Dämmerung oder am Abend gibt es dann einen kleinen Wermutstropfen zu vermerken. Denn die Tastatur ist nicht beleuchtet, was mich dann dazu zwingt, entweder das Display ein wenig (und dann doof zum Gucken) zu neigen oder eben eine zusätzliche Lampe einzuschalten. Ansonsten bleibt einfach anzumerken, dass selbst nach stundenlangem Schreiben immer noch der Eindruck da ist, dass das Tippen hier nicht anstrengend wird und die Tasten daran schuld wären.

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Das Touchpad reagiert ein wenig verzögert nach wenigen Bewegungs-Millimetern, was allerdings nicht weiter auffallend ist. Die Erkennung der Eingaben funktioniert reibungslos und es werden auch Zoomgesten und dergleichen unterstützt. So scrollt man beispielsweise nach dem Prinzip eines Smartphones, also indem man den Seiteninhalt quasi nach oben oder unten wegschiebt. Viele kennen und nutzen sicher noch die Technik, die gewissermaßen das Scrollen per Mausrad ersetzt. Eine durchaus willkommene Änderung für mich. Für Links- und Rechtsklick bleibt nur eine Taste und hier entscheidet, an welcher Position sich der Finger gerade befindet. Eine gut erkennbare Markierung trennt die beiden Bereiche optisch aber.

Was mir beim Schreiben aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass das Aluminiumgehäuse des UX360CA spürbar nachgibt, wenn ich meine Hände auf die Handballenauflage lege. Das stört nicht weiter, lässt aber den sonst sehr guten Eindruck vom stabilen Notebook ein wenig einknicken.

Flip it!

Kommen wir zum Kernfeature des ZenBook Flip. Dank der 360°-Scharniere lässt sich das Notebook im Handumdrehen entweder in den Zeltmodus bringen, der sich beispielsweise zum Filmeschauen oder Bilderbetrachten eignet. Oder aber man dreht noch weiter und verwandelt das ZenBook in ein 13,3 Zoll-Tablet. Ein immerhin 1,3 kg schweres Tablet, was beim üblichen Halten eines Tablet deutlich auffällt. Hier legt man das Gerät dann lieber auf die Knie oder den Tisch. Mal eben mit der Hand drunter hält sich das nicht gerade lange  😉 Auch hier macht das Touchdisplay aber wieder einen sehr guten Eindruck bei der Eingabeerkennung und reagiert auf bis zu 10 Touch-Punkte gleichzeitig.

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Beim Umklappen des Displays schaltet das ZenBook selbstständig die Tastatur und das Touchpad ab und signalisiert per Meldung den nun aktiven Tablet-Modus. Während des Tests kam es allerdings mehrmals reproduzierbar vor, dass beim Ansprechen des Treibers, der für das Umschalten der Modi verantwortlich ist, ein Bluescreen auf das Display schoss, welcher einen unerwarteten Fehler vekündete und das Gerät so zu einem Neustart aufforderte. Sobald ich allerdings im Vorfeld noch im Notebookmodus über das Windows-Menü den Tabletmodus manuell aktivierte, klappte alles reibungslos. Mittlerweile scheint ein Patch im Hintergrund dieses Problem behoben zu haben, denn seitdem kann ich ohne Sorge die Modi wechseln.

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Ich verwende das Gerät nun natürlich zweckbedingt vorrangig als Notebook und bin dann eher Abends dazu geneigt, für Spotify oder Twitter doch noch einmal wieder das Display umzuklappen. Dass ich für diese Zwecke nun nicht mehr auf ein zweites Gerät switchen brauche, finde ich äußerst angenehm. Da kann ich auch über die 1,3 kg gelegentlich mal hinwegsehen.

Akku

Der Hersteller ASUS wirbt bei seinem ZenBook Flip mit einer Akkulaufzeit von „bis zu 12 Stunden“. Tatsächlich komme ich in meinem Verwendungsszenario (Schreiben, Twitter, Browsen, Spotify nebenher) auf immerhin gute 10 Stunden Laufzeit, bis ich dann doch wieder gezwungen werden, das Ladekabel anzuschließen. Was hier äußerst erfreulich ist, ist die Tatsache, dass das vollständige Aufladen gerade einmal anderthalb Stunden (im ausgeschalteten Zustand) benötigt bis der 54 Wh Polymer-Akku wieder aufgeladen ist. So muss der Arbeitsbetrieb nicht wirklich lang unterbrochen werden.

Fazit

Wer ein Notebook sucht, mit dem er zwischendurch auch mal Daddeln kann, der ist bei dem UX360CA definitiv an der falschen Adresse. Mit der integrierten Intel HD 515 ist kein wirklich anständiges Spielen möglich. Und auch als reines Convertible eignet sich das ZenBook Flip nur eingeschränkt. Für den Zeltmodus fehlen rutschfeste oder zumindest gummierte Kanten, auf denen das Gerät dann stehen kann. So wie jetzt ist der Modus eher eine optionale Notlösung. Für die häufige Verwendung als Tablet eignet es sich wiederum auch nicht, da die 1,3 kg Gewicht nunmal deutlich zu schwer sind, um eine gewohnte Tablet-Handhabung zu gewährleisten. Finde ich das UX360CA deswegen schlecht?

Keineswegs! Das Gerät passt perfekt in mein Szenario. Es ist ein ausgesprochen flott reagierendes Notebook in minimalistischem Design, das zudem einigen Luxus als zusätzliche Dreingabe mit sich bringt. Wer also nach einem Gerät sucht, das für genau diese Zwecke gedacht sein soll und wer eben über die Tatsache, dass das Gehäuse beim Arbeiten leicht nachgibt, hinwegsehen kann – dem würde ich das ZenBook Flip durchaus empfehlen. Außerdem bietet ASUS dieses in unterschiedlichen Varianten – unter anderem auch mit i7-Prozessor und 512 GB Festplatte und mit einer Auflösung von bis zu 3200 x 1800 Pixeln bei 276 ppi an. Wem also die von mir getestete Hardware nicht ausreicht, den interessiert vielleicht ja eines der „größeren“ Modelle.



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Über den Autor: Benjamin Mamerow

Blogger, stolzer Ehemann und passionierter Dad aus dem Geestland. Quasi-Nachbar vom Caschy (ob er mag oder nicht ;D ), mit iOS und Android gleichermaßen glücklich und außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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