Apples Siri könnte bald den Kontext von Fragen im Gedächtnis behalten

30. Mai 2016 Kategorie: Apple, Mobile, Software & Co, geschrieben von: André Westphal

siri_logoApples Siri ist nach den eher unfreiwillig komischen Anfängen und zur Veröffentlichung deutlich zu hoch gegriffenen Marketing-Versprechungen mittlerweile eine sehr anständige Sprachsteuerung. Mittlerweile ist zudem ein Siri-SDK geplant, so dass die digitale Assistentin auch auf die Fähigkeiten der Apps von Drittentwicklern zurückgreifen soll. Allerdings sollte die letztjährige Übernahme von VocalIQ noch weitaus fortgeschrittenere Optionen eröffnen. Denn nun gibt es ein paar neue Informationen dazu, wie Apple die Techniken von VocalIQ für Siri nutzen könnte.

Beispielsweise soll VocalIQ es ermöglichen, viele unterschiedliche Variablen auf einen Schlag abzufragen. So stellt es Google Now, Siri und Cortana vor Schwierigkeiten, wenn man eine Frage stellt wie „Finde ein nahes, chinesisches Restaurant mit kostenlosen Parkplätzen und Wi-Fi das familienfreundlich ist.“ Hier erreichen die genannten Assistenten nur Erfolgsquoten von ca. 20 %. VocalIQ konnte dagegegen in 90 % der Fälle eine sinnvolle Antwort geben.

Hier spielen zwar andere Assistenten wie Viv und Hound auf einem ähnlichen Niveau, doch sie arbeiten session-basiert. Das bedeutet, man kann zwar mehrere Fragen aufeinander aufbauen wie „Wer hat die Waterloo Bridge entworfen?“ und anschließend „Was hat er sonst noch gestaltet?“, sobald man aber das Thema wechselt, geht der bisherige Kontext komplett verloren. Genau das soll bei VocalIQ anders laufen, da ältere Anfragen und Kontexte permanent im Gedächtnis verbleiben.

Beispielsweise könnte man später auf das Thema Restaurant zurückkommen und fragen: „Such mir lieber ein mexikanisches Restaurant heraus“. VocalIQ soll in diesem Beispiel in der Lage sein automatisch die zuvor abgerufenen Variablen erneut einzubeziehen – also kostenloses Parken, Wi-Fi und Familienfreundlichkeit. So wird dem Nutzer Arbeit erspart, denn er muss sich nicht wiederholen. Zudem wirkt die Kommunikation natürlicher. Schließlich würde man im Gespräch mit einem Menschen ebenfalls auf die Wiederholung der „Randbedingungen“ verzichten, sollte man etwa gemeinsam Essen gehen.

Auch bei der Spracherkennung soll VocalIQ genauer arbeiten als Siri und Hintergrundgeräusche besser herausfiltern. Selbst Akzente und Dialekte sollen mit der Zeit immer genauer erkannt und ausgeglichen werden. Wann die Techniken von VocqlIQ Siri konkret aufwerten sollen? Apple sagt dazu freilich nichts. Es ist wohl damit zu rechnen, dass die Features Schritt für Schritt im Hintergrund Einzug halten. Die Ankündigung eines Siri 2.0 gilt eher als unwahrscheinlich. Es bleibt jedoch aktuell wirklich spannend um die digitalen Assistenten und ich bin gespannt welche Fortschritte uns in den nächsten Jahren noch erwarten.


Anzeige: Der neue Karriereservice von Caschys Blog in Kooperation mit Instaffo. Lass dich von Unternehmen finden. Jetzt kostenfrei anmelden!

Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

André hat bereits 1962 Artikel geschrieben.