Apple Watch: starker Verkaufsstart, danach der große Einbruch?

23. Mai 2015 Kategorie: Apple, Wearables, geschrieben von:

Bereits kurz nach dem Start der Apple Watch-Vorbestellungen lieferte Slice Intelligence Zahlen zu diesen. Leider nur für die USA, gekauft werden kann die Apple Watch jedoch in acht weiteren Ländern. Nun hat Slice Intelligence noch einmal nachgelegt und liefert mit den neuen Zahlen Futter für alle, die Apple schon an der Uhr zerbrechen sehen. Ganz so einfach ist es allerdings nicht, zu viele Faktoren werden bei nackten Zahlen nicht berücksichtigt.

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In den letzten Tagen meldeten sich schon Analysten zu Wort, die Ihre Schätzungen (die bereits übertrieben hoch für eine neue Produktkategorie waren) quasi halbiert haben. Es wird zwar immer noch von millionenfachen Verkäufen gesprochen, aber vorsichtiger als noch vor einiger Zeit. Das zeigen auch die Zahlen von Slice Intelligence, denn nach einem kurzen, großen Ansturm flauten die Bestellungen in den USA ab. In der Tat soll Apple in der ersten Stunde der Vorbestellungen 800.000 Watches verkauft haben, mehr als die Hälfte der Vorbestellungen des ersten Tages.

Ab Tag 2 gehen die Bestellungen massiv zurück, pendeln sich bei rund 30.000 Apple Watches am Tag ein. Das kann mehrere Ursachen haben, die man nicht außer Acht lassen sollte. So stieg die Lieferzeit bereits am ersten Tag auf mehrere Wochen bis Monate. Außerdem ist die Apple Watch noch nicht in den Stores erhältlich. „Laufkundschaft“ gibt es noch nicht. Außerdem ist es eben nicht einfach ein weiteres iPhone, das man blind kaufen kann und trotzdem weiß, was man bekommt. Es ist ein neues Produkt, und auch wenn Apple die Marketing-Maschinerie auf Hochtouren laufen lässt, die Nutzer müsse ein neues Produkt erst kennenlernen.

Dan Frommer von Quartz hat einen interessanten Vergleich. So benötigte die erste Version des iPhone mehrere Monate, um 2 Millionen Exemplare zu verkaufen, beim Musikrevolutionär iPod dauerte es sogar über zwei Jahre. Das ist nicht unbedingt mit heutigen Verhältnissen vergleichbar, aber zeigt doch, dass die Nutzer bei neuen Geräten eher eine abwartende Haltung einnehmen. Auch lässt es sich schwer beurteilen, wie die Bestellungen aussähen, wenn die Lieferzeit nicht mehrere Wochen betragen würde. Menschen wollen kaufen und haben, nicht kaufen und warten.

2 Millionen verkaufte Einheiten von einem neuen Produkt innerhalb eines Monats sind kein schlechter Start, vor allem nicht für ein Produkt, das man eigentlich nicht braucht und das noch einen recht beschränkten Funktionsumfang bietet. Zudem handelt es sich hier nur um die – geschätzten – Zahlen eines Landes, offizielle Verkaufszahlen wird es vorerst nicht geben, das erklärte Tim Cook bereits lange vor dem Verkaufsstart.

Spannend werden die Zahlen vor allem dann, wenn die Apple Watch in mehr Ländern verfügbar ist und die Lieferzeiten nicht mehr mehrere Wochen betragen. In den Apple Store gehen, ausprobieren, kaufen. Ebenfalls spannend werden die Verkaufszahlen von Android Wear Smartwatches dieses Jahr sein. Die Branche rechnet damit, dass Apple die ganze Kategorie pusht, dazu muss aber erst einmal das eigene Produkt ein Erfolg werden.

(via 9to5Mac)

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