Apple vs. FBI: Dritte Partei hat angeblich iPhone-Schutz geknackt, ist der Fall nun vorbei?

22. März 2016 Kategorie: Apple, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_appleÜberraschende Neuigkeiten im San Bernardino-Fall zwischen Apple und dem FBI. Kurzer Reinholer: Das FBI hat durch einen Passwortwechsel den Zugang zum iPhone eines Attentäters versemmelt, Apple soll bei der Entsperrung des iPhones und dem Erlangen der Daten helfen. Apple sagt nein, da die Privatsphäre der Nutzer wichtiger ist als eine Untersuchung, die nur durch eine Lücke im System möglich ist, die sich dann auch auf andere iPhones anwenden ließe. Das FBI hat nach eigenen Angaben nicht die Möglichkeiten, sich selbst auf Lückensuche zu begeben, um anderweitig in das iPhone zu kommen. Bisher.

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Denn die Behörden haben nun eine Verschiebung der für Dienstag angesetzten Anhörung beantragt, Grund dafür soll eine Möglichkeit sein, das iPhone ohne Hilfe von Apple zu entsperren. Sicherheitsexperten gingen von vornherein davon aus, dass Behörden die Möglichkeit hätten, das FBI bestritt dies und sagte sogar aus, dass die Leute eine falsche Vorstellung von den Möglichkeiten des FBI hätten.

Eine dritte Partei soll nun einen Weg gefunden haben, Apples Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen. Die Behörden möchten diese – nach eigenen Angaben vielversprechende Möglichkeit – nun prüfen, um festzustellen, ob sie ihren Zweck erfüllt. Sollte diese Option funktionieren, würde der Fall wahrscheinlich fallen gelassen – ohne Urteil, das durchaus richtungsweisend sein würde.

Es klingt ein wenig nach Schadensbegrenzung seitens des FBI. Zuerst die Behauptung, man habe alle Mittel ausgeschöpft und komme nicht weiter, nun der Aufschub, da wohl doch eine Lösung zur Verfügung steht. Diese Lösung bedeutet natürlich auch, dass es eine Lücke im Sicherheitsmechanismus gibt. Die Lücke werden die Behörden Apple aber nicht verraten müssen, wenn der Prozess abgebrochen wird, Apple ist die Lücke nach eigenen Angaben auch nicht bekannt.

Insgesamt seit Anfang ein sehr seltsamer Fall, vielleicht dachten die Behörden auch, sie könnten so einfach an ein richtungsweisendes Urteil gelangen. Apple stellte von Anfang an klar, dass man keine Lücke zur Verfügung stellen wird und bleibt seither auch auf dem Standpunkt. Wir werden wohl bald wissen, ob der Fall weiter verhandelt wird oder nicht. Gestern gab es bereits Hinweise auf einen iMessage-Bug, der in diesem Fall aber nicht hilfreich sein soll.

(Quelle: Reuters)

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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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