Apple stellt Support für QuickTime unter Windows ein, Experten empfehlen umgehende Deinstallation

15. April 2016 Kategorie: Apple, Software & Co, geschrieben von: Oliver Pifferi

Artikel_QuickTimeQuickTime? Da war doch mal etwas. Lange hat uns die Kombination aus Framework, API und Dateiformat auf dem Mac begleitet und auch eine Windows-Version gibt es, die aber eher unter der Rubrik „stiefmütterlich gepflegt“ zu platzieren ist. Genau um diese Windows-Version geht es jetzt, hat Apple doch jetzt offiziell den Support von QuickTime auf der Plattform eingestellt. An sich nichts Neues, wenn eine Software ihren End-of-Life-Zyklus erreicht hat – ungewöhnlich ist dabei aber vielmehr, dass sich hier das eigentlich für die Terrorabwehr zuständige Department of Homeland Security in den USA mit einschaltet und explizit eine Deinstallation der Software empfiehlt.

Klingt erst einmal arg sonderbar, ist aber in der Tat kein verspäteter Aprilscherz: Der Empfehlung der Sicherheitsexperten von Trend Micro folgend, hat man nun unter Berücksichtigung der durch die Zero Day Initiative veröffentlichten Sicherheitslücken eine Webseite veröffentlicht. Hier findet Ihr – sofern Ihr noch QuickTime unter Windows installiert habt – alle weiterführenden Informationen und noch einmal den Hinweis, dass Computer mit nicht mehr unterstützter Software ein entsprechendes Risiko darstellen und eine erhöhte Gefahr in Bezug auf Attacken von aussen darstellen.

Die vorhandenen Sicherheitslücken (ZDI-16-241 und ZDI-16-242) sind seit Januar nicht geschlossen worden und betreffen wohl zwei neue und kritische Windows-Schwachstellen. Wie Trend Micro angibt, habe man die Sicherheitslücken ohne weitere Details veröffentlicht, da der Hersteller – Apple – nach Verstreichen einer gewissen Reaktionszeit nichts von sich hören ließ. Da Apple wiederum die Entwicklung von QuickTime für Windows eingestellt hat und sowohl Windows 8.x als auch 10 nie offiziell unterstützt hat (wenngleich die Software darunter zu installieren war), ist der Zug hiermit wohl auch abgefahren. Nicht betroffen sind indes die integrierten Versionen von QuickTime, die mit Mac OS X geliefert werden.

QuickTime_Homeland_Hinweis

Obwohl man laut Trend Micro noch keinerlei Hinweise darüber habe, dass diese Lücke bisher aktiv ausgenutzt wurde, reichte wohl allein die Warnung des Unternehmens aus, um die ungewohnt scharfe Maßnahme des Department of Homeland Security auszulösen, die es ja seinesgleichen sucht. Apples Empfehlung, QuickTime auf Windows-Systemen zu deinstallieren, rundet dieses Bild augenscheinlich ab. Schaut also einmal bei Bedarf, ob Ihr QuickTime noch auf dem Rechner hat (gerade das Apple Update hat unter Windows oft dazu geneigt, QuickTime noch als optional zu installierende Software vorzuschlagen) und es – sofern es nicht noch zu irgendeinem Zweck auf dem Rechner residiert – über „Programme und Features“ zu deinstallieren. Auch der Deinstallationsprozess ist von Apple offiziell in ein Dokument gepackt worden, welches Ihr hier findet!

 

 


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Über den Autor: Oliver Pifferi

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