Apple Music: Taylor Swift zieht Album „1989“ aus dem Katalog

21. Juni 2015 Kategorie: Apple, geschrieben von:

Kaum ein Musik-Streaming-Dienst schlug bislang solche Wellen wie Apple Music. Und das, obwohl es den Service offiziell noch gar nicht gibt. Dass Apples Musikdienst wohl nicht das Rad neu erfunden hat, darüber sind wir uns wohl alle einig. Die Diskussion gab es in den letzten Wochen zuhauf und dürfte uns allen zu den Ohren rauskommen. Dennoch kann ich mir einen kleinen persönlichen Kommentar nicht nehmen lassen.

Apple Music

Was aktuell jedoch eher für Unruhen sorgt, ist das Angebot seitens Apple, den Musikdienst für die ersten drei Monate kostenlos jedem Nutzer zur Verfügung zu stellen. Dies ruft bei Künstlern und Musikverbänden, die Einbußen befürchten, natürlich leichtes Unbehagen hervor.

Jedenfalls ist die neueste Apple Music-Verneinerin ist eine alte Bekannte: Taylor Swift. Die junge Pop-Diva hatte sich ja bereits im letzten Jahr öffentlich über die Streaming-Maschinerie beklagt und zog ihre Alben komplett aus dem Musikkatalog von Spotify ab, was ein Riesengeschrei nach sich zog.

Dass die legendäre Band Radiohead diesen Schritt bereits vor über zwei Jahren gegangen ist und seither nur noch Alben der alten Labels bei Spotify aufzufinden sind, lasse ich hier einfach mal als persönliche Randnotiz stehen. Die Prioritäten liegen eher woanders und die Populärmusik hat halt nach wie vor das größere mediale Sprachrohr. Und wenn Taylor Swift sagt, Spotify und Co. seien böse, dann ist ihr Wort offenbar gewichtiger als das von Thom Yorke.

Das Frollein Swift hat sich nun ebenfalls dazu entschlossen, ihr Album „1989“ nicht bei Apple Music zum Streamen anzubieten. Dabei schlägt sie jedoch einen versöhnlicheren Ton an, als man in Bezug zu Spotify im vergangenen Jahr noch zwischen den Zeilen lesen konnte. Klar, denn iTunes ist halt eine der größten Absatz-Plattformen für die junge Künstlerin und man will es sich ja anscheinend nicht gänzlich mit Apple verscherzen.

Doch unter dem Strich der Rede Swifts wird klar, dass die Dame wie auch schon andere Künstler zuvor keinen persönlichen Groll gegen Apple und deren Musikdienst hegt, sondern sie sich vielmehr für andere Künstler, Produzenten und Songwriter stark machen möchte. Denn wie auch bereits andere im Vorfeld kritisiert haben, hat Apple nicht vor während der dreimonatigen Testphase für Kunden irgendwelche Tantiemen abzudrücken.

Diese Aussage deckt sich auch mit dem zuletzt an Apple verschickten, offenen Brief des Verbandes unabhängiger Musikunternehmen e.V., in dem man ebenfalls das Ausbleiben von Geldern während der geplanten dreimonatigen Testphase beklagt:

„Your plan not to compensate independent labels during the three-month trial period leads to the assumption that you don´t respect the music of independent artists or the work their partners do. It is obvious that this will reduce the overall income for independent artists and labels significantly at a time when many depend on every cent for survival.“

Swift beteuert in ihrer Rede an Apple, dass es hierbei nicht um sie ginge oder um das Beklagen von verwöhnten Künstlern. Es sei einfach über den langen Zeitraum unfair gegenüber jedem, der in den Prozess des Musikmachens involviert ist. Sie lässt Apple und sich selbst noch die Tür offen und sagt, sie hoffe irgendwann dazustoßen zu können, sobald Apple faire Bedingungen zu schaffen.

Um weiter zu beschwichtigen sagt Taylor Swift außerdem, dass sie der Meinung ist, dass Apple in der Lage sei das Streaming-Modell richtig anzupacken, doch eben nicht unter diesen Umständen. Denn schließlich würde man von Apple auch keine kostenlosen iPhones verlangen, daher solle man die Künstler auch nicht bitten ihre Musik ohne Wertersatz anzubieten.

Update 22. Juni 08:00 Uhr: Apple zahlt nun doch.


Du entscheidest mit! Wir suchen das Smartphone des Jahres 2017! Jetzt abstimmen!

 

Über den Autor:

Nerdlicht in einer dieser hippen Startup-Städte vor Anker. Macht was mit Medien…

Auch bei den üblichen Kandidaten des sozialen Interwebs auffindbar: Google+, Twitter, Xing,
LinkedIn und
Instagram.
PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Pascal hat bereits 940 Artikel geschrieben.