Apple Music: „müssen noch Hausaufgaben machen“

4. September 2015 Kategorie: Apple, geschrieben von:

artikel_appleApple Music hatte zwar durchaus einen medienwirksamen, aber auch schweren Start, als der Musikstreaming-Dienst im Juni eingeführt wurde. Dass nicht alles perfekt läuft, gesteht nun auch Apple ein und teilt mit, dass man täglich daran arbeite, das Produkt zu verbessern. Apple muss noch ein paar Hausaufgaben machen, was den Dienst angeht, erklärt der Vice President iTunes International Oliver Schusser gegenüber The Guardian. User Interface und Bugs, die vorhandene Musikbibliotheken beeinflussen, sind die größten Kritikpunkte der Nutzer. Lob gibt es hingegen für die kuratierten Playlists, die das Entdecken von neuer Musik vereinfachen.

Weiterhin erklärt Schusser, dass man ständig an Verbesserungen arbeitet, weltweit Teams im Einsatz hat, die für Editorials und Playlists verantwortlich ist. Gleichzeitig stattet man Apple Music aber mit neuen Features aus räumt andere Bereiche auf. Apple Music Connect, die Social Network-Schnittstelle zwischen Künstlern und Fans, wächst laut Schusser rasant, aber auch hier hat man dieses Jahr noch viel zu tun.

Apple Music startete in 110 Ländern gleichzeitig, da bleibt Feedback der Nutzer logischerweise nicht aus. Dass dieses nicht nur positiv ist, ist ebenso logisch. Oben erwähnte Kritikpunkte nimmt man sich aber zu herzen und versucht diese zu beheben. Ein andauernder Prozess, der sich bestimmt auch noch eine Weile ziehen wird.

Apple Music

Android-Nutzer werden ebenfalls bald die Möglichkeit haben, Apple Music zu nutzen. Schusser bestätigte sowohl noch einmal den Herbst-Launch der Android-Version, als auch die Integration in die Sonos-Musiksysteme. Spannend werden die Zahlen zur Apple Music Nutzung ab Ende September sein. Dann laufen die kostenlosen Probemonate der Erstnutzer aus. Wie viele von diesen zu zahlenden Kunden werden, ist schwer abschätzbar.

Um Streaming in die Köpfe der Nutzer zu bekommen, wird Apple auch eine große Werbekampagne im Rahmen des Apple Music Festivals in London starten. Gleichzeitig werden die einzelnen Konzerte nicht nur wie bisher schon üblich per Livestream als Video auf Apple TV, iDevices und iTunes geben, sondern ausgewählte Gigs werden auch live bei Beats 1, dem kostenlosen Radiosender von Apple Music übertragen.

Man müsse die Leute über Streaming aufklären, vor allem in Ländern, in denen dieses Vertriebsmodell noch nicht allzu verbreitet ist. Schusser teilt auch mit, dass Apple Music ein langfristig angelegtes Projekt ist und man nicht stündlich die Zahlen überprüft. Dennoch dementiert man aber Meldungen, die besagen, dass 48 Prozent der Testnutzer den Dienst bereits nicht mehr nutzen. Schusser äußerte sich zu diesen Zahlen nicht, Apple gab aber bekannt, dass die Nichtnutzungs-Rate bei 21 Prozent liegen soll.

Zum Thema Streaming vs. Downloads gibt es mit Dr. Dres Compton: A Soundtrack ein für Apple perfektes Beispiel, wie beides harmonieren kann. Das Album wurde 25 Millionen Mal bei Apple Music gestreamt, konnte in der gleichen Zeit aber 500.000 Downloads über iTunes vorweisen. Das lässt sich natürlich nicht pauschal auf alle Künstler übertragen, zeigt aber auch sehr schön, dass der große Umschwung in Richtung Streamingdienste noch nicht stattgefunden hat.

Zu guter Letzt hat Schusser auch noch etwas zu Indie-Künstlern und Major-Labels zu sagen. Man solle sich Beats 1 anhören und herausrechnen wie das Verhältnis zwischen Indie und Major ist. Daraus ergibt sich dann, dass Beats 1 dafür gemacht ist, Künstler von jedem Label zu präsentieren. Kann man für die entdeckten Künstler nur hoffen, dass sie auch von genügend Nutzern entdeckt werden, damit sich das Streaming-Modell auch lohnt.


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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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