Apple kümmert sich als einziger der vielen Auftragsgeber um bessere Arbeitsbedingungen

30. März 2012 Kategorie: Apple, Hardware, Internet, Mobile, geschrieben von:

Ketzterische Überschrift? OK, ist auch nicht von mir, sondern der Satz stammt von Stefan aka iStups, als ich mich heute morgen via Twitter aufregte, dass die Radiosender unserer Republik mal wieder unken, dass Apple ein böser Menschenschinder ist, der seine Arbeiter bei Foxconn ausbeutet. Folgende Fakten (ja, Fakten!): neben Apple lassen zum Beispiel Microsoft, HP, Sony, Acer, Cisco, Dell, Intel, Motorola, Nokia, Toshiba und viele, viele andere bei Foxconn fertigen.

Ich bin weit davon entfernt, Partei für eine Firma (!!!) zu ergreifen, doch finde ich, dass man, auch wenn es nicht medienwirksam ist, mal die ganzen Hersteller und Arbeitsbedingungen nennen sollte. 60 Stunden muss man bei Foxconn schaffen. In der Woche. Die armen Leute arbeiten da von morgens bis abends – und doch ist es eine andere Welt. Aus unserer, europäischer Sicht absolut nicht nachvollziehbar – doch in China (leider) normal.

Die Leute, die bei Foxconn arbeiten hatten es vorher (leider) noch schlechter. Warum lassen alle da produzieren? Weil es billiger ist. Leider exportieren die Firmen (alle!) nur ihre Arbeitsplätze, aber nicht das Lebensgefühl und die Ethik, für die sie stehen. Nun komme ich leider in den Bereich des Spekulativen, da weder ich, noch Kenner der taiwanesischen Techszene die ganze Wahrheit kennen. Bei Foxconn gibt es logischerweise keine Fertigungsstraße für alles zusammen, sondern Acer lässt da fertigen, Sony hier und Apple dort.

Von daher wäre es ein leichtes für mich zu behaupten, dass es alle so (schlimm) machen. Kann ich aber nicht. Ihr und auch ich können hier nur Schrödingers Katze spielen. Apple lässt seine Arbeitsstätten kontrollieren. Wie erwähnt: ich weiss nicht, ob nur in Apples Fertigungsfabriken etwas schief läuft. Glauben tue ich es nicht. Aber ich kann verstehen, dass Apple im Mittelpunkt der Kritik steht, feiert man doch riesige Gewinne und transportiert ein Saubermann-Image, dass im krassen Gegensatz zu Berichten bei Foxconn steht.

Doch im konkreten Fall nervten mich die Medien mal wieder. Wäre wirklich schön, wenn man mal komplett durch Foxconn streunert und denen dann auf die Finger klopft, weil sie gegen geltende Gesetze verstoßen. Foxconn ist es. Nicht die Firmen! Die könnten Foxconn aber mal bei den Eiern packen und Inspekteure durch schicken. Und wir – wir könnten Firmen boykottieren, die nachweislich nichts an der Misere tun. Foxconn ist übrigens nicht nur der größte private Arbeitgeber (1,2 Millionen Menschen), sondern auch der größte Exporteur in Groß-China (China, Taiwan, Macao, und Hong Kong). Und ihr dürft mir glauben – nicht nur dort besteht das Problem, sondern bei vielen, vielen Firmen in Asien.

Damit es uns besser geht, muss es anderen schlechter gehen.


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