Apple iMac Pro: iFixit ächzt angesichts der Reparaturchancen

3. Januar 2018 Kategorie: Apple, Hardware, geschrieben von:

Bei iFixit nimmt man nur allzu gerne die unterschiedlichsten Gerätschaften auseinander. Auch Apple-Produkte sind bei den Kollegen gern gesehen. Nun hat man sich jüngst dem iMac Pro gewidmet. Beim Zerlegen in seine Bestandteile gab der iMac Pro dann auch sein Inneres preis. So griff man bei iFixit auf eine Variante mit einem Intel Xeon W mit acht Kernen und 3,2 GHz Takt, 32 GByte RAM, 1 TByte Speicherplatz, einer AMD Radeon Pro Vega 56  und einem Bildschirm mit 27 Zoll Diagonale sowie 5.120 x 2.880 Pixeln als Auflösung zurück. Schöne Spezifikationen, die allerdings offenbar Einbußen bei der potentiellen Reparierbarkeit erfordern.

So vergibt iFixit am Ende lediglich einen Repairability Score von 3/10. Geopfert hat Apple beim aktuellen iMac Pro die externe Zugriffsmöglichkeit auf den RAM. Dafür wurde die Kühlung stark erweitert, um der moderneren Hardware Herr zu werden. Dabei gibt es laut iFixit im Inneren im Bezug auf die Verbindungen mehr Gemeinsamkeiten mit dem Apple Mac Pro aus dem Jahr 2013 als mit den iMac 5K. Dadurch ließ sich etwa das Mainboard leichter entfernen.

Der Zugriff auf den Arbeitsspeicher ist zwar nun stark erschwert, es kommt aber immer noch Standard-RAM mit 288-Pins von SKHynix. zum Einsatz. Die GPU verbirgt sich wiederum hinter einem massiven Heatsink und ist aufgelötet. Anders sieht es mit der CPU aus, denn jene kann entfernt werden. Ob hier in der Praxis aber wirklich ein CPU-Upgrade möglich bzw. sinnvoll wäre, ist fraglich. Denn es handelt sich auch hier um einen Semi-Custom-Chip, den Intel speziell für Apple liefert. Auch ein Netzteil mit 500 Watt befindet sich im Inneren des Apple iMac Pro.

Laut iFixit setze Apple beim iMac Pro auf das gleiche Panel wie auch beim iMac 5K – es stammt von LG Display. Allerdings sieht die Verkabelung doch anders aus, also wäre es nicht möglich, die Displays zwischen dem Modellen beliebig zu tauschen.

Insgesamt kommt iFixit zu dem Ergebnis, dass RAM und CPU zwar theoretisch auch durch den Nutzter getauscht werden können, der Zugriff aber alles andere als einfach ist. Auch die Dual-SSDs sind in der Theorie austauschbar. Da es sich um Sondermodelle handelt, dürfte man aber in der Praxis wohl doch auf das Unternehmen aus Cupertino angewiesen bleiben.


Kritik übt iFixit stark daran, dass die GPU aufgelötet ist. Das heißt, man bleibt auf der Grafiklösung sitzen, die man sich beim Kauf ausgewählt hat. Zudem sei es zwar per se einfach den iMac Pro zu öffnen, aber danach müsse das Tape ersetzt werden, das man dabei durchschneide. Andernfalls ließe sich eine Reparatur nicht erfolgreich abschließen.

Insgesamt empfiehlt iFixit Basteleien am iMac Pro von Apple daher nur sehr erfahrenen Nutzern. Alle anderen sollten vom Herumfummeln an der teuren Workstation lieber die Finger lassen. Den gesamten Teardown mit allen Informationen zum Innenleben des iMac Pro findet ihr hier. Viel Spaß beim Lesen!


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