Apple beansprucht Gewinne durch Smartphones fast komplett für sich, ist im PC-Bereich auf gleichem Kurs

13. Juli 2015 Kategorie: Apple, Hardware, Internet, geschrieben von:

Dass Apple gut mit dem Verkauf der iPhones verdient, zeigt das Unternehmen jedes Quartal, wenn wieder einmal Rekordgewinne verkündet werden. Ein Großteil von Apples Einnahmen stammt vom iPhone. Das iPhone schnappt sich aber – trotz seines weltweit relativ überschaubaren Marktanteils – fast jegliche Gewinne, die auf dem Smartphone-Markt erwirtschaftet werden. Das war nicht immer so, gerade das letzte Quartal brachte einen enormen Schub für Apple, zum Leidwesen von Samsung.

iPhone 6 Plus

Rund 1.000 Hersteller von Smartphones gibt es, die wenigsten machen dabei Gewinne, für viele bedeuten Smartphones sogar ein Verlustgeschäft. So ist es auch zu erklären, dass Samsung und Apple mehr als 100 Prozent der Gesamtgewinne innehaben. Eingerechnet werden hier nämlich auch die Verluste der anderen. So konnte Apple im ersten Quartal 2015 92 Prozent der Gewinne für sich verbuchen, im Vorjahresquartal waren es noch 65 Prozent. Samsung kommt immerhin noch auf 15 Prozent, musste vor allem auch an Apple abgeben.

Insgesamt liegt ein solches Ergebnis aber auch daran, dass nur der Markt mit High-End-Geräten überhaupt profitabel ist. Logisch, ein Flaggschiff-Modell für 700 Euro spült mehr Gewinn in die Kassen als ein Einsteiger-Modell für 150 Euro (oder noch weniger). Je teurer das Produkt, desto größer die Marge. Aus dieser Sicht betrachtet, ist auch Apples Marktanteil von unter 20 Prozent irreführend. Denn im Bereich der High-End-Geräte steht Apple wesentlich besser da.

Dennoch kämpft Samsung mit zurückgehenden Gewinnen, HTC strauchelt seit Jahren und von der Microsoft- / Nokia-Kombo muss man gar nicht erst anfangen. Allerdings gelingt es auch den Anbietern von günstigeren Geräten oftmals nicht, den Gewinn über Masse einzufahren. Hier sind Firmen wie Xiaomi führend. Viele Geräte mit geringen Margen absetzen, um dennoch Gewinn einzufahren. Wer den richtigen Weg für seine Produkte nicht findet, steht am Ende ohne Gewinn oder sogar mit einem Verlust da.

Als Apple und Samsung neu im Smartphone-Geschäft waren und damit den Untergang von Nokia und BlackBerry einläuteten, teilten sich die beiden neuen Branchengrößen den Profit der Industrie in relativ gleichen Teilen. Schon damals sahen andere Hersteller kaum noch Land. Dass der Unterschied heute so groß sein wird, zeichnete sich zwar ab, Apple machte schon immer überdurchschnittlich viel Gewinn mit seinen Produkten, ist aber dennoch bemerkenswert. Es ist ja nicht so, dass Samsung von seinen preislich ähnlich aufgestellten Flaggschiff-Smartphones nur ein paar verkauft.

Das gleiche Spiel könnte sich laut Wall Street Journal auch auf den PC-Bereich ausdehnen. Der Durchschnittspreis für PCs wird immer niedriger, vielen Herstellern fällt es bereits schwer, hier noch Gewinne einzufahren. Apple konnte hier letztes Jahr – obwohl nur 6 von 100 verkauften PCs von Apple stammen – ebenfalls bereits die Hälfte der Gewinne des Gesamtmarktes für sich verbuchen. Und es sieht aktuell nicht so aus, als würde sich dies in naher Zukunft ändern.

Das Ganze zeigt einem einmal auf, wie nichts sagend Marktanteile sind, wenn es um Profit geht. Selbst mit kleinen Marktanteilen lässt sich die Industrie finanziell beherrschen. Die Finanzen sind es schließlich, die jedes Unternehmen antreiben. Stimmen diese nicht, hat ein Unternehmen verloren, da helfen dann auch keine vermeintlich marktbeherrschenden Anteile im Verkauf.

(Quelle: Wall Street Journal)

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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