Apple App Store dank Apple Music-Konkurrenz im Visier der FTC

11. Juli 2015 Kategorie: Apple, geschrieben von:

Apple Music, trotz seines bisher erst kurzen Bestehens immer wieder ein Thema, das nicht nur positiv auffällt. Bereits im Vorfeld gab es Untersuchungen, ob Apple mit seinen Verträgen wettbewerbswidrig handelt, indem Publisher dazu aufgefordert werden, ihre Musik nicht mehr für das kostenlose Modell von Spotify (und anderen Streaming-Diensten) anzubieten. Nun untersucht die FTC, ob Apples Behandlung der Konkurrenz über den App Store kartellrechtlich in Ordnung geht. Drei Angriffspunkte gibt es, die für Apple eventuell nach hinten losgehen könnten.

Apple Music

Diese drei Punkte sind schnell erklärt. Es geht um die 30 Prozent, die Apple vom Verkaufserlös über den App Store einbehält, das Verbot von Marketing für andere Plattformen und das Verbot, die Webseite des Anbieters in der App zu verlinken. Größter Angriffspunkt sind in den Augen der Konkurrenz jedoch die 30 Prozent, die abgetreten werden müssen. Die Margen im Streamingbusiness seien so klein, dass man nicht mit Apples Preisgestaltung mithalten könne, man die Produkte über den App Store aber teurer anbieten müsse.

Spotify kann zum Beispiel über ein In-App-Abo gebucht werden, hier zahlt der Nutzer dann 12,99 Euro anstatt der üblichen 9,99 Euro pro Monat. Vielen Nutzern sei es zudem nicht bewusst, dass sie das günstigere Angebot auch über die Webseite eines Anbieters buchen können, beworben werden darf es innerhalb der App ja nicht. Apple selbst muss diese Abgabe logischerweise nicht bezahlen, kann Apple Music locker für 9,99 Euro pro Monat direkt über den App Store anbieten.

Drei Quellen berichteten Reuters von der Untersuchung durch die FTC, die noch keine offizielle Untersuchung darstellt, sondern die FTC erst einmal ein Auge auf die Situation werfen lässt. Die Meinungen dazu gehen auseinander. Während man durchaus berechtigt behaupten kann, dass kein Anbieter gezwungen ist, seine Dienste über den App Store anzubieten, ist Apple dennoch – trotz insgesamt geringem Marktanteils durch iOS – ein Riese im Bereich bezahlter Dienste.

Deshalb kann man Apple hier durchaus eine Ausnutzung der Monopol-Stellung vorwerfen. In Googles Play Store wird zwar ebenfalls eine 30-prozentige Abgabe fällig, Google ist aber wesentlich lockerer, was App-Inhalte angeht. So kann man auch innerhalb von Apps Käufe tätigen, die nicht zwangsläufig über den Play Store abgerechnet werden, die Abgabe also umgehen.

Apple dürfte das Ganze nicht unbekannt vorkommen. Bereits mit dem iBooks Store gab es ähnliche Probleme, damals ging es darum, dass Apple die Ebook-Preise über die Publisher höher ansetzen wollte. Das endete dann auch in einem Prozess, den Apple nicht für sich entscheiden konnte. Ob es zu einem Verfahren im Fall Apple Music kommt, ist noch nicht abzusehen, man wird davon aber sicher in der nächsten Zeit noch hören.


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Über den Autor:

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