App Review: Camera360Pro für Windows Phone (Gastbeitrag)

11. November 2014 Kategorie: Windows Phone, geschrieben von:

Sascha (also nicht unser Autor Sascha Ostermaier, sondern sein Namensvetter) hat sich eine Kamera-App für Windows Phone angeschaut. Camera360Pro ist kostenlos im Windows Phone Store verfügbar. Was die App kann und was noch verbesserungswürdig ist, lest Ihr in seinem Beitrag.

Camera360

Denkt man an Nokias bzw. Microsofts Lumia-Serie, dann kommen einem meist die Kameraboliden Lumia 1020, 1520 und 930 ins Gedächtnis. Letzteres nenne ich mein Eigen. Und ich muss sagen, die Möglichkeiten der Nokia Camera-App sind schon wahnsinnig vielfältig und lassen so manche Kompaktkamera vor Neid erblassen. Leider hat die App ebenso wie die standardmäßige Foto-App ein Problem mit Schnappschüssen. Der Fokus ist ein wenig träge, ebenso der Auslöser. Für einen Spontanfotografen wie mich ist das indiskutabel. Microsoft weiß um diesen Umstand und will beim kommenden Update namens „Denim“ nachbessern.

Da mir das aktuell aber nicht weiterhilft, habe ich mich auf die Suche nach einer Alternative gemacht und diese auch gefunden, nämlich Camera360Pro. Ich habe schon seit ich ein Windows Phone habe immer mal alternative Camera Lenses ausprobiert, aber die meisten sind dermaßen mit Funktionen überfrachtet, dass man kaum noch etwas vom Motiv sieht und auch alles sehr langsam reagiert, selbst auf dem leistungsstarken Lumia 930.

Nun bin ich bei Camera360Pro gelandet, welche auch nicht perfekt ist, aber meine Bedürfnisse aktuell am besten abdeckt. Schon beim ersten Start merkt man: Hier ist nicht Oma am Steuer, sondern eher Lewis Hamilton. Kaum drücke ich auf das Icon, schon kann ich loslegen. Ich hab es nicht gemessen, tippe aber auf eine knappe Sekunde von Tippen bis zum kompletten Bildaufbau, dann nochmal ca. 1 Sekunde für den ersten Fokus. Die Nokia Camera braucht doppelt so lange zum Starten, die Standardkamera ist etwa genauso schnell.

Hat man die App gestartet sieht man direkt, dass hier nach dem Prinzip „weniger ist mehr“ gearbeitet wurde. Die wenigen Bedienelemente auf den ersten Blick sind: Blitz an/aus, Selbstauslöser (3s, 5s, 10s), Galerie, Kamerawechsel (Front / Heck), der Shutter und ein Shortcut zu den Effekten. Unten seht ihr ein Vergleichsbild zur Standard-App.

Camera360_Vergleich

Trotz des minimalistischen Designs gibt es zahlreiche Funktionen zu erforschen. Per Wisch von unten nach oben wird eine Leiste eingeblendet, mit welcher man per Wisch von rechts nach links zwischen den Formaten „standard“ (16:9), „rectangle“ (4:3) und „square“ (1:1) wechseln kann. Wischt man hingegen von oben nach unten wird eine andere Leiste eingeblendet, in der man folgende Funktionen auswählen kann: Gitter anzeigen, Bild um 180 Grad drehen, HDR (momentan noch ohne Funktion) und Weißabgleich. Mit einem Wisch in die Gegenrichtung blendet man die Leisten wieder aus.

Camera360_Leisten

Touchfokus funktioniert selbstverständlich einwandfrei und zügig. Wenn man länger auf das Bild im Sucher drückt, erscheint ein Kästchen, indem man den Fokus manuell stellen kann. Auch die Helligkeit kann man direkt über die Leiste mit der Sonne einstellen.

Camera360_Fokus

Da ich nur selten die ganzen manuellen Einstellungen nutze, sondern einfach nur die App starten und ein Foto schießen möchte, ist die Geschwindigkeit des Auslösers für mich essentiell. Auch hier hat mich die App nicht im geringsten enttäuscht, der Shutter ist sehr schnell und auch das Versetzen des Autofokus geht richtig schnell. Ein paar Beispielfotos seht ihr unten, war halt ein diesiger Novembernachmittag (hier die Originalversionen, die Abbildungen wurden für den Beitrag in der Größe optimiert).

Camera360_Beispiele

Doch das war noch nicht alles, was die Anwendung zu bieten hat, denn sie bringt noch eine eigene Galerie mit vielen Funktionen mit, von denen ich jetzt nur ein paar erwähnen will. Zuerst sei hier die „synopsis“ genannte Funktion zu nennen, welche man bei geöffnetem Foto über die drei Punkte unten rechts erreicht. Unter dem kruden Namen findet man die wichtigsten Infos zum geschossenen Foto. So eine Funktion vermisste ich bei der Standard-Galerie schon immer und habe mir immer mit anderen Apps behelfen müssen.

Camera360_Synopsis

Desweiteren bietet die Galerie auch einige Möglichkeiten die geschossenen Bilder zu bearbeiten, direkt als Wallpaper oder Lockscreen zu setzen, zu teilen usw. Viele Funktionen der Galerie sind aktuell noch deaktiviert bzw. fehlerhaft, was auf den frühen Entwicklungsstand zurückzuführen sind.

Damit sind wir auch schon bei der größten Kritik an der App: sie ist quasi in einem frühen Betastadium, was aber mit keiner Silbe erwähnt wird. Aktuell ist Version 0.7.0.0 vom 04.11.14. Allerdings habe ich in der eigentlichen Kamera bisher nur zwei wirkliche Bugs gefunden, nämlich dass das Bild nicht auf Landscapemode wechselt. Wenn man das Gerät quer hält, ändern sich die Bedienelemente nicht, die Fotos werden aber richtig aufgenommen. Der zweite Bug ist der funktionslose HDR-Schalter. Die anderen Fehler oder offensichtlichen Baustellen habe ich bisher nur in der Galerie gefunden.

Fazit

Ich habe die App jetzt 5 Tage auf meinem Smartphone und möchte sie trotz des frühen Stadiums nicht mehr missen, die Geschwindigkeit, gepaart mit der simplen und übersichtlichen Bedienung, ist einfach klasse. Das habe ich so bei keiner anderen Kamera-App gefunden.

Pro

+ Gesamtgeschwindigkeit

+ zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten

+ flüssige Bedienung ohne den Akku zu belasten

Contra

– Native Auflösung des Lumia 930 (20MP) nicht unterstützt

– HDR Modus nicht aktivierbar

– Landscapemode fehlerhaft

– viele Fehler in der Galerie und bei der Bearbeitung


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Über den Autor:

Der Gastautor ist ein toller Autor. Denn er ist das Alter Ego derjenigen, die hier ab und zu für frischen Wind sorgen. Unregelmäßig, oftmals nur 1x. Der Gastautor eben.

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