App Annie: Aufstieg der Einzelhandels-Apps steht bevor

29. Oktober 2016 Kategorie: Mobile, Software & Co, geschrieben von: André Westphal

artikel_app_annieApp Annie hat einen neuen Report vorgelegt. Dieses Mal hat man sich mit der Zukunft von Apps für den Einzelhandel beschäftigt. Relativ überraschend ist dabei sicherlich, dass ausgerechnet das als „Land der Digitalmuffel“ bekannte Deutschland international der größte Wachstumsmarkt für Apps von Online-Shops und Einzelhändlern ist. So steigerte sich Deutschland im Bereich „Bricks & Clicks“, womit Apps konventioneller Einzelhändler wie Media Markt, H&M und Tchibo gemeint sind, um 30 %. Die Online-First-Einkäufe bei Anbietern wie Amazon, Zalando oder Idealo Shopping stiegen im gleichen Zeitraum, von Juli 2014 bis Juli 2015, sogar um 70 %.

Bei der Rangliste der beliebtesten Händler-Apps sieht es wiederum recht ausgeglichen aus zwischen reinen Online-Shops und Anbietern, die auch über Ladengeschäfte verfügen. So dürfte niemanden verwundern, dass Amazon den ersten Platz belegt. Allerdings finden sich in den Top 10 z. B. auch die Apple Stores auf Platz 2 und H&M auf Platz 3. Es folgen Zalando und Idealo Shopping auf den Positionen 4 bzw. 5. Auf Platz 6 liegt beispielsweise der Discounter Aldi Süd. Händler gehen davon aus, dass die mobilen Einzelhandelsumsätze 2016 auf 220 Mrd. US-Dollar klettern werden. Das wäre ein Anstieg von 53 % gegenüber 2015.

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App Annie sieht aber auch noch Baustellen für Einzelhändler-Apps: Wichtig sei, dass die Apps nicht an den Akkulaufzeiten zu sehr zehren, mit Benachrichtigungen vorsichtig umgehen und den Kunden Belohnungen für die Nutzung anbieten. Jene Strategie kennt man ja etwa auch von Apps wie Pizza.de, welche häufig reine App-Gutscheine anbieten.

Händler könnten wiederum ihre Belohnungsprogramme mit Android Pay vernetzen. Gerade derartige Vernetzungen binden laut App Annie Kunden: Etwa hatten 66 % der Händler, welche im vergangenen Jahr abnehmende Kundentreue verzeichnen mussten, keine eigene App am Start. Das kann natürlich lediglich eine zufällige Korrelation sein, könnte aber auch einen Hinweis darauf geben, dass die App-Nutzung der Kunden Händler dann allgemein besser im Gedächtnis der User verankert – und die App-Nutzer dann eben auch eher mal in den Laden marschieren.

Sinnvoll ist es natürlich auch, Kundenservice direkt über die App anzubieten oder die Anwendungen mit dem Einkaufserlebnis im Geschäft zu verbinden. Indem beispielsweise die Möglichkeit besteht den Lagerbestand einzelner Artikel über die App zu überprüfen, um sich womöglich eine unnötige Fahrt zu sparen. Nutzt ihr selbst Apps einzelner Händler? Bei mir ist Amazons App, wie wohl bei beinahe jedem, installiert. Ansonsten hatte ich kurzzeitig auch die Apps von Saturn und Media Markt im Gebrauch, wechselte dann aber schnell doch wieder in die normalen Webshops im Browser, da die Anwendungen damals bei mir zickten. Vielleicht gebe ich den Apps aber bald nochmals eine neue Chance.

Falls ihr den App-Annie-Report zu Einzelhandels-Apps kostenlos herunterladen möchtet, findet ihr hier die entsprechende Site.



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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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