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Anne Frank: Der Holocaust als Virtual-Reality-Erfahrung

8. Mai 2016 Kategorie: Software & Co, Wearables, geschrieben von: André Westphal

anne frank tagebuchIch gebe es zu: In der Schule (lang, lang ist es her) habe ich „Das Tagebuch der Anne Frank“ gehasst. Das lag weniger am Inhalt an sich, sondern daran, dass eine Zeit lang jedes Buch, das im Deutschunterricht gelesen wurde, den zweiten Weltkrieg und den Holocaust thematisiert hat. Bei mir erreichte unser Bildungssystem deswegen wohl das Gegenteil von dem, was anvisiert war: Auf Bücher wie „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, „Der gelbe Vogel“ und Co. reagiere ich bis heute allergisch. Doch Aufklärung über die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte ist an sich sehr wichtig. Wie hätte man es besser machen können? Vielleicht erreicht man gerade Jugendliche besser als mit trockener Literatur über moderne Technik. In genau diese Kerbe schlägt der kommende VR-Film „Anne“.

Hinter dem Projekt stecken Danny Abrahms und Jonah Hirsch. Letzterer fungierte bereits als Produzent des Virtual-Reality-Films „First“. Für die nötige Finanzspritze haben CGO Studios gesorgt, eine Produktionsfirma aus Los Angeles. Die visuellen Effekte übernehmen die ebenfalls aus Los Angeles stammenden Dilated Pixels. Ziel sei es dann auch, mit „Anne“ die Geschichte von Anne Frank mithilfe moderner Erzähltechniken und Medien für eine neue Generation greifbar zu machen.

anne frank vr

Im VR-Film soll der Zuschauer direkt in Anne Franks verstecktes Zimmer des Jahres 1942 gelangen. Der obige Screenshot zeigt eine frühe Version. Durch das Erlebnis in Virtual Reality hoffen die Macher die Geschichte von Anne Frank bei den Zuschauern zu verankern und sie deutlich mehr zu bewegen, als es die bloße Behandlung im Unterricht könnte.

Ich persönlich finde die Idee sehr gut. Wie eingangs erwähnt, wurde in meinem Fall die Aufklärung über den zweiten Weltkrieg, das Dritte Reich und den Holocaust sehr unglücklich angegangen, da ich als Schüler fortwährend mit Literatur bombardiert wurde. Dazu muss man sagen: So bewegend Geschichten wie „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ thematisch sind – für mich ist es noch heute ein sehr hölzern geschriebenes Buch. Jugendliche, will man sie emotional berühren und Inhalte langfristig verankern, sollte man direkt aus ihrer Lebenswelt abholen, provozieren und zum Nachdenken bringen. Und da sind natürlich auch moderne Medien und neue Techniken ein willkommenes Mittel. Das kann und soll traditionelle Lern- und Lehrmethoden oder gar Bücher nicht ersetzen. Aber Virtual-Reality-Filme wie „Anne“ bieten sicherlich neue Chancen.



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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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