Anleitung: PhotoRec: Findet gelöschte Daten auf Festplatte, USB-Stick & SD-Karte

18. November 2011 Kategorie: Backup & Security, Software & Co, Windows, geschrieben von: caschy

Yeah – neue Version von TestDisk, ein Programm, um verloren gegangene Partitionen wiederherzustellen. Und das wichtigste im Paket: PhotoRec! Mit dem Programm stellt man nicht nur Fotos von SD-Karten, USB-Sticks und Festplatten wieder her, man kann eigentlich alles an Daten finden. Ich persönlich kenne im Kostenlos-Sektor nichts besseres – und PhotoRec bekommt ihr nicht nur für Windows, sondern auch für Mac OS X & Linux.

Ganz aktuell ist die Version 6.13 erschienen und ich möchte Menschen, die Angst vor der Kommandozeile haben, diese ein wenig nehmen. Denn verloren gegangene Daten sind schlimmer, als sich mal eben 10 Minuten meine Anleitung anzuschauen.

Wie ich die Daten retten konnte habe ich für diesen Beitrag nachvollzogen – mit einer SD-Karte, deren Inhalt ich zuerst händisch gelöscht habe – und danach formatiert habe. Ladet euch PhotoRec herunter. Es ist kostenlos und benötigt keine Installation. Entpackt das heruntergeladene Paket und begebt euch in den Unterordner „win“. Dort startet die photorec_win.exe und vollzieht folgende Schritte nach  – wobei eure Speicherkarte bereits im Kartenleser liegen und einen Laufwerksbuchstaben haben sollte.

(Abbildung 1. Hier sucht ihr euch per Cursortasten eure Karte aus und bestätigt mit „Enter“.)

(Abbildung 2. Auswahl des Partitionstabellentyps. Bei normalen Karten aus Digitalkameras wählt man hier „Intel“.)

(Abbildung 3. Partitionsauswahl. Der erste Punkt bestätigt die Auswahl für die ganze Karte.)

(Abbildung 4. Auswahl des Dateisystems. Bei uns Windows-Usern ist dies FAT oder NTFS.)

(Abbildung 5. Auswahl des Speicherortes für gerettete Bilder. Kann man eigentlich im Unterordner von PhotoRec speichern – deshalb nichts auswählen – einfach mit „Y“ bestätigen.)

Wie gesagt – PhotoRec stellt nicht nur Photos wieder her – sondern auch Dateien. Mein absoluter Favorit bei Datenverlust. Probiert es mal bei Gelegenheit aus, ich bin immer wieder begeistert.

Tipp: Schaut euch Abbildung 3 an. In den Optionen könnt ihr auch angeben, dass ihr nur JPG suchen wollt, damit werden andere Dateien ausgegrenzt! Ihr seht, mit Photorec kann man auch andere gelöschte Dateien wiederherstellen, nicht nur Fotos. Solltet ihr mal eure Partitionen wiederherstellen wollen oder anders Daten retten, dann könnt ihr auch mit der TestDisk & PhotoRec Live CD arbeiten.



Über den Autor: caschy

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27 Kommentare

Tommi 18. November 2011 um 20:54 Uhr

Das beste Tool, was ich kenne um gelöschte Sachen wieder zu holen.

maCyo 18. November 2011 um 20:55 Uhr

Mir hat Recuva mal den Arsch gerettet. Hat zudem ein nettes UI.
Was besser ist, kein Plan. Nur ein Tip vlt.

PhoeniXaC 18. November 2011 um 20:58 Uhr

Mein Favorit bleibt wohl DataRecovery. Als mir mal ein paar Dateien verloren gingen, habe ich viele Tools probiert und nur dieses war in der Lage, sie zu finden und auch inkl. Original-Dateiname und Ordnerstruktur wiederherzustellen.

dischue 18. November 2011 um 21:06 Uhr

bisher haben mir Recuva und undelete_plus ausgereicht – für Leut, die sich nicht mit der Kommandozeile auskennen, wäre es erst mal die „einfachere“ Variante. Wenn man damit nichts findet, kann man mit Photorec weitermachen. Schadet jedenfalls nie, paar Tools dieser Richtung in der Sammlung zu haben.

wosa 18. November 2011 um 21:32 Uhr

Schöner Beitrag mit Anleitung!

Auch Ich bin schon sehr lange ein „Fan“ von Testdisk/Photorecovery.
Hat mir bei so manchem Medium die Arbeit extrem erleichtert!!!

Was bei diesem Paket zunächst relativ unbequem und sehr gewöhnungsbedürftig erscheint, wird aber, wenn ich gleich ganze Ordner von gelöschten oder „verschwundenen“ Partitionen wiederherstellen muss zum gewaltigen Plus und geht dann sehr schnell: Alles lässt sich wählen und in einem Rutsch auf andere Datenträger sichern/wiederherstellen.
Warum ist es so Übersichtlich ? – weil mir (wenn ich dann die Systematik und Bedienung verstanden habe…) genau die verlorengegangene Ordnerstruktur wieder sehe und mich dort orientieren kann.

Es gibt viele – auch kostenlose – Tools, die durchaus gut bis sehr gut arbeiten, aber nur wenige folgen so exakt parallel der Logik der originalen sichtbaren Verwaltungsstruktur.

Nur wer den TotalCommander benutzt, kann es noch bequemer haben: Mit dem Plugin Back2Life.wfx. Das kann zwar nicht mit verlorenen Partitionen umgehen, kann aber per Shortcut oder „Knopf“ so eingerichtet werden, dass der aktive Ordner in Back2Life geöffnet wird und alle verloren Dateien einfach zur Wiederherstellung in das 2.Fenster kopiert werden können – inkl. vorausgehender „normaler“ Vorschau-Möglichkeit!

Gut und schnell auch UndeletePlus, Recuva (dennoch nicht eines meiner Lieblinge) und selbst das kostenlose alte HandyRecovery 1.0 aber auch weitere Programme können im Normalfall wirklich überzeugen. NICHT kostenlos aber SEHR gut ist auch R-Studio.

Ich aber bleibe dennoch diesen beiden:
Photrecovery/Testdisk für komplexe Aufgaben
Back2Life „für den Alltag“.

Björn 19. November 2011 um 09:59 Uhr

Sehr geiles Programm, danke für den Tipp. 🙂
Ich habe gerade mal spaßeshalber das Programm auf meine SDHC Karte meiner Kamera angesetzt, wo ich die Bilder durch das Herstellerprogramm habe auf die HDD kopieren und dann löschen lassen. Photorec stellt mir ohne Schwierigkeiten alle Bilder wieder her. *eek*

Jens 19. November 2011 um 10:25 Uhr

Cashy du bist genial, eine Anleitung für alle, die Angst vor weiß auf schwarzen Grund haben.

Saludos und schönes Wochenende.

PolytroX 19. November 2011 um 10:30 Uhr

Das Problem bei solchen Tools ist leider, dass sie oftmals nur kürzlich gelöschte Dateien auf frisch formatierten Speicherträgern wiederherstellen können. Wurde beispielsweise eine Festplatte neu beschrieben und genau auf den Sektor auf dem die gelöschten Daten vorher waren, kann auch solch ein Tool nicht mehr helfen.

Man sollte also im Fall eines Verlusts sofort handelt. Dann sind die Chancen wesentlich höher dass die gelöschte Datei auch wirklich wiederhergestellt werden kann.

moguul 19. November 2011 um 14:14 Uhr

Mal eine Frage an die Profis unter uns (bzw euch):
Gibt es ein Tool, dass genauso leicht Dateisysteme wiederherstellen kann?
Hab gerade einen USB Stick in die Hand gedrückt bekommen, der anscheinend nicht richtig ausgeworfen wurde und nun nicht mehr eingelesen wird.

RAS 19. November 2011 um 15:09 Uhr

Also bei gelöschten Bildern oder defekter Datenstruktur hat mir immer die Freeware PCinspector Smart Recovery ( http://www.pcinspector.de ) geholfen. Läuft leider nur auf WinDoof

caschy 19. November 2011 um 15:15 Uhr

@RAS: Zufall, dass du hinter dem Proxy des Herstellers sitzt?

lorenzmeyer 19. November 2011 um 15:59 Uhr

Ich habe eine Bitte, wie geht die Einstellung wenn ich nur nach “ *.jpg“ suchen möchte.
Ich finde zwar die Einstellmöglichkeit bekomme es aber nicht gebacken das er es annimmt

paradonym 19. November 2011 um 20:15 Uhr

Ich zähl inzwischen nicht mehr mit, wie oft der caschy digitale Leben rettet…. „I’m now recovering all my porn from a broken hard disk“ ;p so isses natürlich nicht, aber ich hab eine Platte aus Versehen gleich 3 mal überformatiert. Die ging nun durch HFS+, FAT32 und nochmal NTFS – nu ist sie wieder auf NTFS und wird nach und nach beschrieben…
Jetzt scanne ich nach MP3s und DOCs… – und fast alles findet der wieder…

Schade dass die Windows-Suche nicht nach ID3-Tags suchen kann…
Kennt da jemand nen Programm dazu?

Gabor 20. November 2011 um 13:20 Uhr

@wosa: Back2Life ist totaler Bullahit, da man es unregistriert nicht mal testen kann (pro File ein 7 sek Nagscreen)

lorenzmeyer 20. November 2011 um 15:19 Uhr

Hallo,
kann keiner helfen?
Ich habe eine Bitte, wie geht die Einstellung wenn ich nur nach ” *.jpg” suchen möchte.
Ich finde zwar die Einstellmöglichkeit bekomme es aber nicht gebacken das er es annimmt

wosa 20. November 2011 um 18:15 Uhr

@Gabor

Wenn Du 10 Euro für gute Programmier-Arbeit und „lebenslang“ kostenlose Updates als Bulshit ansiehst…

Und natürlich nervt jeweils einige Sekundne Wartezeit beim ent-löschen von VIELEN Dateien – aber es ist halt Shareware… undso läßt sie sich kostenlos ausprobieren und zur Not, mit Geduld, auch nutzen. Die volle Freischaltung gibts hier zudem noch zum ausgesprochen fairen Preis (s.o.).

Phil 21. November 2011 um 08:29 Uhr

Habe mir mal ne komplett gefüllte 200GB-HDD zerschossen und mit TestDisk zu 100% fehlerfrei wiederhergestellt!
Ein super Tool! Sehr zu empfehlen!

Vitali 21. November 2011 um 09:24 Uhr

Super für den Artikel, konnte eben hier auf der Arbeit unserem Fotografen helfen der hat am Freitag nämlich eine Pressekonferenz gehabt und dann ging seine SD Karte nicht mehr. Und mit dem Tool und der Anleitung seine Daten wiederhergestellt. Danke 😀

bb 20. September 2012 um 12:59 Uhr

Ich bekomme nur eine Miniaturansicht (kleine Auflösung) der gelöschten Bilder 🙁 Hat jemand einen Tipp, wie ich das volle Dateiformat wieder hinbekomme?

JONA 4. September 2013 um 15:18 Uhr

Hallo, eine sehr hilfreiche Anleitung!!
Nur habe ich als Laie ein großes Problem. Die Wiederherstellung hat soweit sehr ordentlich funktioniert. Es wurden fast 100% im Gegensatz zu Recuve ca. 55% rekonstruiert. Es wurden 1751 Unterordner wieder hergestellt. Jedoch das ÖFFNEN der Textdateien funktioniert nicht. Hier werden nur wirrwarr Buchstaben und Zahlen angezeigt.
Wer kann mir hier helfen????
Gruß Jona

Micha 6. Juni 2014 um 14:09 Uhr

Hi Caschy,
einfach mal DANKE für diesen Tipp! … mit Photorec konnte ich sowohl von der Festplatte als auch von einer CF-Karte NEF-Dateien retten … und sogar genau die fotos die wichtig waren … super!
Liebe Grüße
Mich

Partyaffe 29. Juli 2014 um 19:15 Uhr

Kann sogar gelöschte Daten auf einer DVD-RAM wiederherstellen! Ich bin begeistert, danke für den Tipp!




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