Anki Cozmo: Erster Blick auf den smarten Roboter-Kumpel (mit Video)

12. September 2017 Kategorie: Android, Hardware, iOS, Mobile, Spass muss sein, geschrieben von: caschy

Seit heute gibt es neues Spielzeug auf dem Markt. Kommt von Anki und nennt sich Cozmo. Anki kennen sicherlich viele von euch, denn die stehen ja hinter der Rennbahn der Zukunft, Anki Overdrive. Nun also Cozmo, ein kleiner Roboter, der unweigerlich die Erinnerung an Wall-E hochbringt. Das kleine Kerlchen ist nicht groß, lässt sich quasi auf dem Display eines Smartphones parken. 

Will man es ganz einfach runterbrechen, dann ist Cozmo eine Art neues Tamagotchi oder ein Furby, nur mit wesentlich besseren Möglichkeiten. Cozmo lässt sich anlernen, Cozmo lernt selber und Cozmo kann programmiert werden. In den USA gibt es den kleinen, sympathischen Roboter schon eine Weile und mittlerweile konnte ich mir auch ein erstes Bild machen.

 

Cosmo wurde mit drei Cubes geliefert, Würfel, die unter anderem dazu dienen, sich mit Cozmo zu beschäftigen. Cozmo selber ist personalisiert, er lernt auf Wunsch die Gesichter und kann so jeden Nutzer und selbst Haustiere erkennen und ansprechen. Cozmo hat Grundbedürfnisse, wer sich den kleinen Kamerad anschafft, sollte also schauen, dass ein Familienmitglied vielleicht ab und an ein paar Minuten Zeit mit ihm verbringt – regelmäßig.

Cozmo möchte was essen und er möchte spielen – und auch Tuning muss erledigt werden. Diverse Spiele gibt es in diversen Schwierigkeitsgraden. Das kann das Antippen der Cubes bei gleicher Farbe sein – alternativ gibt es ein Spiel, bei dem Cozmo versuchen wird, einen Cube anzutippen, bevor ihr diesen wegzieht.

Gibt einen ganzen Stapel dieser (Farb-)Spiele und die machen auch nach mehrmaliger Wiederholung Spaß. Schwierigkeitsgrade? Sind vorhanden, sodass ihr vielleicht eine Ecke härter gegen Cozmo ranmüsst als euer Kind.

Verlängerter Arm von Cozmo ist die App. Hier zeigt man ihm Namen und Gesichter der Familie, hier kann der Nutzer sehen, was Cozmo gerade wünscht. In meinem Falle spielte er gerne mit mir und lachte viel. Die Macher haben Cozmo wirklich putzige Grimassen und eine nette Stimme mitgegeben, das wirkt ein wenig wie im Comic oder im erwähnten Wall-E. Man muss Cozmo einfach gerne haben.

Doch die immer gleichen Spiele sind vielleicht nicht jedermanns Sache und so kann man Cozmo auch nutzen, um sich selber oder die Kiddies weiterzubilden. Hier kann man dann ins Code Lab einsteigen und Cozmo Dinge beibringen. Beispielsweise, was er genau machen soll – oder welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit er etwas tut. Das Ganze ist grafisch aufbereitet und kann per Drag & Drop erledigt werden. Programmieren für Anfänger.

Das geht schnell in Fleisch und Blut über und das Ausprobieren macht Spaß. Die ersten Schritte gleichen sich sicher: Fahre von A nach B, schaue dich um und mache dies oder das, wenn du ein freundliches Gesicht siehst. Das Beispiel wäre quasi das untere Ende der Leiter, nach oben sind da vermutlich keine Grenzen gesetzt.

Anki trommelt derzeit schon fleißig für die vertikale Variante der visuellen Scratch-Programmiersprache. Hier soll man dann sogar eigene Spiele und Verhaltensmuster programmieren können.

Ich persönlich glaube, dass eben dieses Gestalten der Abläufe bei Nutzer für die Langzeitmotivation gut sein könnte. Es ist zwar schön, immer wieder neue Spiele freizuspielen und auf Updates mit Inhalten zu warten, aber technisch angehauchte Entdecker gehen lieber selber auf Tour. Diese Tour ist übrigens pro Akkuladung rund 90 Minuten lang. Danach muss Cozmo wieder ein Viertelstündchen auf die Station.

Ganz günstig ist der Spaß nicht, wer sich einen Cozmo ins Haus holen möchte, der ist mit 230 Euro dabei. Interessierten sei die Webseite ans Herz gelegt, hier erfährt man noch einiges zu den ganzen Funktionen. Im Lieferumfang von Cozmo ist auch die Ladestation und die erwähnten Cubes, drei an der Zahl.

Mein erster Eindruck von Cozmo ohne viel Blabla? Dafür, dass er so klein ist, ist er schon überraschend. Es macht Spaß, sich mit Cozmo zu beschäftigen. Dennoch: Ohne Smartphone ist er nutzlos. Sprachbefehle nimmt er ebenfalls noch nicht entgegen, was natürlich in aktuellen Zeiten schon etwas veraltet wirkt. Und angesichts des Preises muss man sich fragen, ob man in Code Lab die Lösung für die Langzeitmotivation sieht – bzw. für die Kinder, die herangeführt werden sollen.


Über den Autor: caschy

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