Ausprobiert: Pronto Smart Universal Remote

27. April 2015 Kategorie: Hardware, Mobile, geschrieben von: caschy

Viele Smartphones bieten mittlerweile die Möglichkeit an, mittels Infrarot DVD-Player, TV-Geräte oder Set-Top-Boxen zu bedienen. Ist keine Schnittstelle am Smartphone vorhanden, so muss man zur klassischen oder multifunktionellen Fernbedienung greifen – oder zu Pronto.

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Pronto ist ein kleiner Empfänger und Sender, der zwischen Infrarot-fähigen Geräten und Bluetooth-fähigen Smartphones vermittelt. So wird das Smartphone (bislang mal wieder exklusiv für Samsung Tablets und iOS) mit Bluetooth zur Fernbedienung für DVD-Player, TV-Geräte oder Set-Top-Boxen. Hierbei landet das vom Smartphone geschickte Signal via Bluetooth bei Pronto, welches wiederum sein Signal via Infrarot an die Geräte weiterleitet.

Ich bekam die Möglichkeit das Gerät auszuprobieren und lasse nun ein paar Worte dazu hier im Blog. Die Idee des Gerätes gefiel mir sehr gut, nicht alle Smartphones haben Infrarot, zudem habe ich das Smartphone eh immer auf der Couch – und die dazugehörige Peel-App ist nicht nur die App um Pronto zu bedienen, sondern die App liefert auch Programmhinweise und das Programm als solches. Auf diese Funktion hat man wohl besonders Wert gelegt – man möchte das lineare TV nicht nur nach Uhrzeiten zeigen, sondern den Nutzer nach Genres und Inhalten filtern lassen.

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So findet man in der App beispielsweise Genres (diese lassen sich in den Einstellungen wählen), die Sendungen nach der aktuellen Uhrzeit anzeigen. Ich starte also die App, bekomme eine Übersicht und weiss: alles klar, ich habe Bock auf Comedy und schalte so direkt in die „Pinguine von Madagascar“ oder „Mash“ hinein. Klicke ich, wird via Bluetooth der Befehl abgesetzt, Pronto wandelt in Infrarot um – und schaltet das Programm ein – Verzögerungen sind hierbei nicht bemerkbar.

Die Einrichtung ist dabei super einfach und funktioniert wie bei fast jeder Alternativ-Fernbedienung: Gerätetyp angeben, dann werden Codes automatisiert ausprobiert und irgendwann schaltet sich TV-Gerät oder Set-Top-Box halt an oder aus – schon ist die Einrichtung geschehen. Die Batterie des Pronto soll bis zu einem Jahr halten, je nachdem, wie häufig man das Gerät halt nutzt. Große Stärken will man auf die Software legen, doch hier liegt auch versteckt die größte Schwäche des 50 Dollar-Gadgets. Man soll das Programm entdecken und sich um nichts mehr Gedanken machen.

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Das fängt bei der wirklich einfachen Einrichtung an und macht bei der Benutzung nicht Halt. Dumm nur, wenn man seine Kanäle selbst belegt hat. Derzeit gibt es in der Software keine Möglichkeit, Programme selber zu belegen. Ich kann über die klassische App-Fernbedienung zwar Kanäle auf- und abschalten, ja auch explizit Ziffern eingeben, aber ich kann nicht zwingend den Guide nutzen, der ja das Herzstück der App sein soll. Ich bin jemand, der seine Sender im Receiver selbst belegt hat.

Das geht dann halt bei der 1 und ARD HD los, geht dann weiter über ZDF HD, das Dritte, Sat 1, RTL und so weiter. Damit kann die Peel-App derzeit nicht umgehen. Sie liest die Settings des jeweiligen Kabelbetreibers aus und schaltet dann dementsprechend. Wenn beim Kabelnetzbetreiber der Sender ARD HD auf der 20 war, wo sich jetzt aber nach meiner Neuordnung Arte HD befindet, dann würde ich bei einem Klick auf ARD HD (weil da gerade die Sendung läuft, die ich schauen will) Arte angehen und nicht die ARD. Heißt: Wer sortiert, der kann den bequemen Mehrwert nicht nutzen, sondern bekommt für das Geld lediglich ein Tool in die Hand gedrückt, welches das Fernbedienen diverser Geräte vom Smartphone aus möglich macht.

Pronto und die Peel-App hätten mein idealer Begleiter werden können. So greife ich dann doch wieder zur klassischen Bedienung, schmeiße das EPG an und schau, was wo läuft. Dennoch sollte man das Gadget vielleicht im Auge behalten, die Idee da hinter ist smart und auch Geräte ohne Infrarot werden wieder eine Ecke nützlicher (und man muss keine Fernbedienungen suchen). Dass der Programm-Guide aber auch vom Nutzer geänderte Sender unterstützen muss, ist selbstredend. Eine Konfigurationsmöglichkeit für eigene Senderbelegungen ist definitiv etwas, was derzeit fehlt. Wenn dies kommt, gibt es von mir auch den Daumen nach oben.



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Über den Autor: caschy

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