Angetestet: Nuimo Smart Home Controller

8. Mai 2016 Kategorie: Hardware, Smart Home, geschrieben von: caschy

nuimoAuf gleich zwei Plattformen haben die Berliner Tüftler rund um das Projekt Nuimo gesammelt, einmal auf Kickstarter und bei Indiegogo. Beide Kampagnen wurden erfolgreich abgeschlossen, bei Indiegogo kamen 285.406 Dollar zusammen, bei Kickstarter hingegen 210.171 Euro. Doch was ist Nuimo eigentlich? Das Ganze soll die vielen Möglichkeiten des Smart Homes in einem einzigen Controller zusammenführen, alles steuern ohne den Wechsel in die vielen Apps. Will man es mit irgendetwas vergleichen, dann könnte man sagen, dass Nuimo sich anschickt das zu werden, was Logitech mit seiner Harmony-Reihe für diverse Endgeräte ist. Mittlerweile ist Nuimo auch normal bestellbar und soll 195 Euro kosten. Der Anbieter aus Berlin hat sich viele namhafte Hersteller auf die Fahnen geschrieben, sie alle sollen locker flockig über die transportable Hardware bedienbar sein, die so ein wenig an einen Puck aus dem Eishockey erinnert.

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Nuimo steuert vernetzte Geräte durch menschliche Sinne und natürliche Interaktionen. Statt wie bisher durch mehrere Smartphone-Apps mit zahlreichen Schritten durch die jeweiligen vernetzten Geräte und Dienste zu navigieren, ermöglicht Nuimo die Steuerung vernetzter Geräte durch einfache und natürliche Interaktion. Nuimo nutzt haptisches Feedback, eine Touch-Oberfläche, einen Hochpräzisionsring, Gestenerkennung für berührungslose Steuerung und eine LED-Matrix, um mit Geräten und Services wie Sonos, Philip Hue, SoundCloud, Spotify und vielen anderen zu interagieren.

Die Arbeitsweise: Nuimo von Senic verbindet sich via Bluetooth mit eurem Smartphone. Hier findet man dann die App vor, mit der man seine Smart Home-Komponenten koppelt. Nuimo selber reagiert auf Gesten und Berührung, die entsprechenden Informationen werden ans Smartphone weitergegeben, welches dann eben die Steuerung übernimmt. Das Einrichten und die Nutzung als solches ist super einfach. App installieren, mit Nuimo koppeln, fertig. Nun aber der wirkliche Nachteil des ganzen Projektes, welches mich momentan ein wenig ratlos zurücklässt. Man geht jetzt mit der zweiten Batch an Geräten in den Handel, hat aber die Software noch nicht fertig.

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Bedeutet, dass man momentan nur Sonos, Apple Music und LIFX steuern kann. Dass das schon schräg ist, sollte jedem klar sein – denn im Kampagnen-Video gab es mehr zu sehen und angekündigt war halt auch mehr. Da sollte man zumindest jetzt schon etwas bieten können. Dass man wesentlich mehr auf dem Zettel hat, nämlich nicht nur Smart Home, sondern auch den Rechner, das zeigt die hier eingebundene Grafik. Und liebend gerne hätte ich in meinem Kurztest mehr gezeigt, so bleibt es bei Sonos und Apple Music.

Wahrscheinlich hätte – und damit greife ich vorweg – Nuimo ein besseres Urteil erhalten, wäre eben mehr da. So bleibt mir vielleicht irgendwann mal ein zweiter Blick auf die Hardware, wenn mehr an der Software passiert – und vielleicht mehr Entwickler Unterstützung für ihre Produkte eingebunden haben. So bleibt es beim raschen Blick, die Arbeitsweise sollte aber auch so klar werden.

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Man hat also seinen Nuimo mit dem Smartphone und der App verbunden. Die App findet unterstützte Geräte – in meinem Falle kann ich halt Apple Music und Sonos steuern, alles über den kleinen Puck. Hat man seine Geräte gefunden, so kann man diese konfigurieren. Man kann auf Nuimo drücken, wischen, man wedelt drüber oder dreht am Rad, pardon – dem Hochpräzisionsring. Im Falle einer Musiksteuerung klingt das ja schon einmal gut.

Man startet also seine Musik und kann über Nuimo die Lautstärke regeln. Das funktioniert, indem man das Nuimo-Rad dreht, oder man nutzt die Gestensteuerung. Will man die Lautstärke mittels Geste herunter regeln, so fährt man halt über dem Nuimo mit der Hand runter, anderenfalls zieht man die Lautstärke hoch, wenn man eine Aufwärtsbewegung mit der Hand macht. Hat man mehrere Geräte, so kann man durch die Geräteklassen wischen.

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So kann ich per Wisch von oben nach unten das Device wählen, welches ich steuern will. Dumm nur, dass das im Falle von Apple Music und Sonos eben beide Dienste identische Symbole nutzen. Ich sehe also eine Note, weiss aber nicht, ob ich Apple Music oder Sonos steuere. Das soll später aber geändert werden, sodass die Icons hier klarer trennbar sind. Doch das alleine störte nicht – ich nutze mehrere Sonos-Lautsprecher und eben jene Gruppen musste ich auch über die App anlegen – habe ich mehr als eine Gruppe, so weiss ich Icon-technisch nicht, welche ich gerade steuere. Auch die Gestensteuerung empfand ich als nicht ausgereift. Ein gezieltes Steuern der Lautstärke war in meinem Falle nicht möglich, zwischen Aus und volle Pulle war alles drin, nur nicht das wirklich stufenlose Regeln der Lautstärke. Schade.

Die reine Idee ist super. Die Ausführung in Sachen Hardware auch. Der kleine, via microUSB-Verbindung aufladbare Puck ist haptisch wirklich großes Kino und man merkt, dass sich da Menschen Gedanken gemacht haben. Doch zum jetzigen Zeitpunkt ist der Spaß halt noch Beta, demzufolge findet man nicht alle Dienste vor, zudem war die Gestensteuerung bei mir nicht wirklich gut nutzbar. Dafür kann man keinem die Investition von rund 200 Euro empfehlen. Da muss in Sachen Software einiges passieren. Ein zweiter Blick, wenn die Software einen finalen Status hat? Gerne, der jetzige Stand bietet nämlich nicht wirklich Mehrwert für ein Smart Home.



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Über den Autor: caschy

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