Angetestet: Honor 5X, viel Smartphone fürs Geld

21. Mai 2016 Kategorie: Android, Mobile, geschrieben von: caschy

honor logo quadratOftmals schauen wir auf Smartphone-Lösungen, die richtig ins Geld gehen. Da bezahlt man vielleicht viel Geld für Funktionen, die man unter Umständen gar nicht nutzt. Deswegen mal wieder ein Testbericht eines Budget-Gerätes, dem Honor 5X. Die Marke Honor wird – wie auch das Mutter-Unternehmen Huawei – immer bekannter in Deutschland. Das liegt auch an der offensiven Strategie, die man in Sachen Preis fährt, so gibt es für diverse Geräte oftmals einen Rabatt im hauseigenen Store. Das Honor 5X kostet momentan bei Amazon 229 Euro, war zeitweise sogar schon für 199 Euro zu bekommen. Ein echtes Budget-Smartphone. Doch was kann es eigentlich – sind die wohlwollenden Amazon-Rezensionen vieler Kunden übereinstimmend mit meiner Erfahrung, die ich in den letzten Tagen sammeln konnte?

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Fangen wir erst einmal damit an, was dran und drin ist. Das Smartphone nutzt ein Display mit 5,5 Zoll Diagonale und 1920 x 1080 Bildpunkten. Im Inneren werkeln der Qualcomm Snapdragon 616 mit acht Kernen und 1,2 GHz Takt, 2 GB RAM und 16 GByte Speicherplatz. Letzteren könnt ihr via microSD noch aufstocken. Als Betriebssystem spannt Honor für das 5X Android 5.1.1 mit dem Überzug EMUI 3.1 ein. Außerdem ist eine Haupt-Kamera mit 13 und eine Frontcam mit 5 Megapixeln an Bord. Der Akku kommt auf 3.000 mAh.

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Als Features des Honor 5X hob der Hersteller bei der damaligen Vorstellung sowohl den Fingerabdruckscanner als auch das Metallgehäuse hervor. Laut Honor sei das 5X ein „No-Nonsense-Smartphone“, das sich auf schnörkelloses Design und Funktionalität fokussiere.

Die erste Berührung:

In Sachen Haptik gibt es bislang nichts zu beanstanden. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, ein „billiges“ Smartphone in der Hand zu halten. Der Rahmen ist selber aus Metall, der obere und untere Teil aus Kunststoff. Die Kamera ragt etwas heraus, wird hier aber durch einen zusätzlichen Ring geschützt, wenn das Smartphone auf dem Rücken liegt, was es sicherlich typischerweise bei den meisten von euch tut, wenn es nicht in der Hosentasche ist.
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Auf der Rückseite unter der Kamera befindet sich der Fingerabdruckleser, neben der Kamera ist noch der Blitz. Die Vorderseite des Honor 5X erinnert ein bisschen an das Nexus 6P von Huawei, gerade im Bereich des Rahmens. Vorne findet man keine Logos oder sonstiges Branding vor, man sieht im ausgeschalteten Zustand des Displays wortwörtlich „schwarz“.

Das erste Einschalten:

Das Honor 5X begrüßt mich mit der bekannten EMUI-Oberfläche, hier allerdings in Version 3.1. Ich frage mich an dieser Stelle, warum das Gerät noch kein Update bekommen hat, man setzt noch auf Lollipop und ist momentan beim Sicherheitspatch Dezember angekommen. An der Oberfläche scheiden sich viele Geister. Ich kenne viele, die lieben sie – andere mögen es lieber klassisch. EMUI hat viele, gar sehr viele Zusatz-Funktionen, die ich bereits ausführlich in zurückliegenden Testberichten zu Honor- oder Huawei-Geräten beschrieb.

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Man hat keinen klassischen App Drawer, Apps finden auf den einzelnen Bildschirmen oder in Ordnern Platz. Wie immer gibt es zahlreiche Themes, zwischen denen gewechselt werden kann, ferner kann man natürlich auch viele andere Launcher installieren, wenn man die EMUI-Oberfläche nicht mag. Out of the box läuft sie aber als Standard rund. Schön sind im Standard halt die Schnellzugriffe im Sperrbildschirm oder die möglichen Suchen durch ein Herunterziehen in der normalen Ansicht, hier können schnell Kontakte, Nachrichten oder Apps gesucht werden.

Der erste Akkutest:

Wir haben hier im Laufe der Testberichte immer einen Mix in Sachen Akkutest gemacht. Wir haben einen synthetischen und einmal den gefühlten Wert. Dieses Mal habe ich auch geschaut, wie es sich verhält, wenn man diverse Social Media-Apps laufen hat. Manche beklagen den Akku-Hunger, andere schreckt er nicht ab. 3.000 mAh? Sicherlich genug Leistung, um durch den Tag zu kommen, wenn ihr kein Dauerzocker seid. Zumindest bin ich damit 1,5 Tage bei moderater Nutzung hingekommen.

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Eine genaue Angabe ist allerdings unmöglich, da so unfassbar viele Szenarien wie WLAN oder mobiler Netzzugang, Signalstärke, automatische Displayhelligkeit, Außenbedingungen, Art der Anwendung und ähnliches mit in die Laufzeit des Akkus fallen. Wie bei den letzten Tests haben wir einen synthetischen Benchmark in Form der App PCMark herangezogen. Hierbei wurde die Helligkeit manuell auf 50 Prozent eingestellt, WLAN war die ganze Zeit über an und die Benachrichtigungen des Smartphones waren aktiviert.

Daraufhin durchläuft der Benchmark verschiedene Alltags-Nutzungsszenarien wie das Betrachten von Bildern und Videos, das Surfen um Web und vieles mehr. Dies spielt der Benchmark-Test so lange durch, bis der vorher vollgeladene Akku auf 20 Prozent runtergefahren ist. Hier ergab sich der Wert von 8 Stunden und 10 Minuten – 490 Minuten. Kramt man sein Schul-Mathe raus auf und rechnet die restlichen 20 Prozent drauf, kommt das Honor 5x auf eine ungefähre Akkulaufzeit 612 Minuten – oder aber auch rund 10 Stunden und 12 Minuten. Fabelhafte Leistung, muss aber auch unter der Bedingung so stehen bleiben, dass halt keine Apps im Hintergrund liefen.

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Wer auf viele regelmäßige Abfragen verzichten kann, der kann natürlich noch ein wenig Akkulaufzeit herausholen. Schaut man sich mal meinen Vergleich an, dann sieht man das vielleicht. In diesem Test wurde nur Gmail, Facebook und Twitter getestet und diese drei Apps waren ein wenig am Akkuhunger beteiligt. Das steigt unter Umständen, wenn ihr viele Apps habt, die im Hintergrund dauerhaft laufen und vielleicht Meldungen reingepusht bekommen, bzw. frequent abfragen.

Wie bei EMUI gängig, habt ihr einen Telefonmanager, der von euch ungenutzte Apps im Hintergrund auch abklemmt, sodass diese keine Energie verbrauchen. Sollte man natürlich nicht machen, wenn man Benachrichtigungen haben will. Bei mir wäre eine dieser Apps Instagram, die brauche ich echt nur in Benutzung, Benachrichtigungen oder ähnliches interessieren mich nicht. Dennoch bleibt festzuhalten: mit dem Akku braucht ihr bei normaler Nutzung für einen Tag sicherlich keine Powerbank mitschlören – und das ist nicht selbstverständlich, selbst bei höherpreisigen Geräten.

Das Display:

Quad HD und Co? Mir haben ehrlich gesagt immer die FullHD-Lösungen gereicht. 1920 x 1080 Bildpunkte auf 5,5 Zoll sind ausreichend. Der Blickwinkel ist stabil und die Farben wirken auf mich sehr ausgewogen. Das sieht man ja oftmals schon daran, wie Icons dargestellt werden. Auch die Helligkeit fand ich ausreichend. Lediglich Reflexionen fand ich heller als erwartet, andere Displays scheinen mir da besser entspiegelt, allerdings hatte ich hier Geräte im Vergleich, die preislich bei über 500 Euro liegen. Übrigens: wenn euch die Farben irgendwie nicht passen, dann lässt sich die Farbtemperatur anpassen, ein entsprechender Punkt findet sich unter Einstellungen > Display.

Der Fingerabdruckleser:

Nicht nur zum Entsperren gut, er beherrscht auch Gesten. So kann man eine Geste einrichten, die das Gerät zurück zum Startbildschirm bringt, eine die Fotos oder Videos aufnimmt, man kann Anrufe annehmen, den Alarm stoppen, neue Apps oder das Benachrichtigungsfeld anzeigen. Praktisch, wenn man das Gerät in einer Hand hält. In meinem Fall arbeitete der Fingerabdruckeser nach dem Registrieren meines Zeigefingers genau und das Entsperren war flott.

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Die Leistung:

Angesichts des Preises muss man sagen, dass ich hier auf hohem Niveau meckere. Man merkt natürlich den Unterschied zwischen einem gerät für 800 Euro und dem Honor 5X. Doch hier muss man sich als Nutzer überhaupt fragen, was man machen will. Ich habe – wie so häufig – Asphalt 8 als Vergleich zum Spielen genommen. Ich dachte wirklich, dass da mit der Zeit mehr Schwierigkeiten auftreten, doch das Spiel lief erstaunlich rund. Was man halt merkt: wenn man eine Weile gezockt hat oder wirklich hungrige Apps in Benutzung hatte, dann dauert es ab und an ein paar Millisekunden länger, bis sich eine App öffnet oder der Task Switcher aufgerufen ist. Dennoch stelle ich hier mal angesichts des Preises ein OK als Bewertung hin.

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Für Freunde des nackten Benchmarks habe ich auch noch einmal den Antutu und den 3D Mark laufen lassen. Menschen mit höherem Anspruch an Gaming-Leistung sollten sich vielleicht nach einem leistungsstärkeren Gerät umschauen, man merkt gerade als Spieler deutlich die Unterschiede. Für mich als Selten- bis Nie-Zocker mit Everyday-Tasks machte das Honor 5X allerdings einen guten Job.

Sonstiges:

Zu den Besonderheiten. Es handelt sich um ein günstiges Smartphone mit 16 GB Hauptspeicher. Dieser kann durch den Einsatz einer microSD-Karte erweitert werden. Zeitgleich ist es ein Dual-SIM-Gerät. Oftmals ist es so gelöst, dass der Nutzer entscheiden muss: zweite SIM-Karte oder microSD-Karte. Nicht so beim Honor 5X. Hier sind zwei separate Slots vorhanden.

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Der eine nimmt eine SIM auf, der zweite ist für microSD-Karte und zweite SIM gedacht. Zwei SIM-Karten und eine microSD-Karte? Kein Problem. Karte 1 sorgt für 2G / 3G und LTE, Karte 2 für 2G. Erwähnenswert: Unterschiedliche Klingeltöne sind einstellbar für die jeweilige SIM. Lautsprecher: Mono. Ausreichend laut. Aber: wenig Bass und Wärme.

Die Kamera:

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Ich bin gute Kameras in Smartphones gewöhnt, beziehungsweise setze ich diese in höherpreisigen Geräten voraus. Das Honor 5X bietet eine 13 Megapixel starke Hauptkamera und eine 5 Megapixel starke Frontcam für Selfies oder die Videotelefonie. Aufgrund des Anschaffungspreises des Gerätes war ich auf die Kamera gespannt. Mag man über EMUI und Co schimpfen, aber ich finde die Kamera-Software von Huawei und Honor gut, weil sie viele gute Funktionen für Einsteiger mitbringt. Zeitraffer ist möglich. Es gibt massig Filter. Zeitlupenaufnahmen, HDR, Wasserzeichen, Panorama, Bester Shot-Funktion, Audio- oder Timer-Auflösung oder auch die Funktion „Bestes Selfie“, welches euch schön machen kann. Oder soll. Oder muss.

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Ob man das nutzen muss? Ich bin ja dagegen, aber es lassen sich halt schöne weichgezeichnete Bilder herstellen – oder eben auch skurrile Fratzen. Meine Screenshots zeigen es einmal wieder – man kann damit einiges albernes anstellen. Radiogesichter können sich so ein wenig pimpen. Ansonsten bleibt zur Hauptkamera zu sagen: Der Autofokus reagiert ausreichend flott und in guten Umgebungen macht das Honor 5X ansehnliche Fotos. Was man beachten sollte: Im Standardmodus neigt das Honor 5X in Umgebungen mit schlechten Lichtverhältnissen flott zum Rauschen, zwar nicht übermäßig stark, aber sichtbar.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Auf der anderen Seite darf man aber auch festhalten: der Sensor holt einiges an Licht auch bei schlechten Bedingungen raus, das fand ich überraschend. Etwas unschlüssig bin ich mir bei Snapshots allerdings immer, ob die Farbe kräftig genug angezeigt wird. Draußen und bei normalen Lichtbedingungen tendiere ich zu einem klaren Ja, während es bei schlechteren Lichtbedingungen gefühlt an Sättigkeit fehlt. Dennoch: Gute Leistung für diesen Preis, das sollten meine Fotos dann auch hoffentlich zeigen. Ein unbearbeitetes Paket stelle ich hier zur Verfügung.

Ein erstes Fazit:

Sucht man ein Smartphone im unteren Preisbereich, dann muss man wohl das Honor 5X mit einbeziehen. Es mag nicht das Gerät für mobile Spieler sein, aber es ist definitiv grundsolide für diesen Preis, zudem ist die Verarbeitung wertig, sodass man nie den Eindruck hat, ein „billiges“ Gerät in Händen zu halten. Erwähnenswert ist sicherlich der Fingerbadruckleser und die Tatsache, dass es eben zwei SIM-Karten und einen microSD-Slot hat. Nutzer mit zwei Karten müssen so keine Kompromisse eingehen. Honor kann mit dem 5X eigentlich sogar zwei Klappen schlagen – einmal erreicht man Menschen, die ein günstiges Einsteigergerät suchen aber auf wenig verzichten wollen, auf der anderen Seite bekommen alle mit mehr als einem Smartphone ein Gerät in die Hand gedrückt, welches als Zweitgerät alle Tasks des täglichen Lebens erfüllen sollte.


 

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Über den Autor: caschy

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