Angeschaut: Zoho Notebook, (k)eine Evernote-Konkurrenz

16. Juli 2016 Kategorie: Android, Internet, iOS, geschrieben von: caschy

zoho notebookEnde Juni kündigte Evernote eine neue Preisstruktur an. Nicht nur die Preise wurden angehoben, das kostenlose Angebot wurde auch stark eingeschränkt, denn die Nutzung des Clients ist nur noch auf zwei Geräten möglich. Sofort schossen Beiträge im Web wie die sprichwörtlichen Pilze aus dem Boden, die auf Evernote-Alternativen hinwiesen. Fand ich kurios, denn in den meisten Fällen kann man nicht von Alternativen für ernsthafte Evernote-Benutzer sprechen. Es ist schwer bis unmöglich, einen fast funktional deckungsgleichen Anbieter zu finden. Und ganz ehrlich: wenn man harter Evernote-Nutzer ist, dann soll man sich eben ausrechnen, ob man nicht für den Dienst zahlen möchte.

notebook zoho artikel

Dass man irgendwann etwas gratis bekommen hat, ist schön. Ob das bis in alle Ewigkeit funktioniert? Schwer zu sagen – so lange die Premium-Kunden die Kostenlos-Nutzer mitfinanzieren – ok. Ich selber habe Evernote zigmal eine Chance gegeben – aber letzten Ende habe ich es nie genutzt – obwohl ich gelegentlich Notizen anfertigen wollen würde. Alternativen gibt es ja eigentlich genug.

Einigen reicht eine einfache Textdatei, dazu gibt es halt noch Google Notizen auf iOS und Android oder die Apple-eigene Notiz-App. Man kann als Android- oder iOS-Nutzer also schon einiges machen, ohne irgendwelche Verrenkungen machen zu müssen. Dennoch versuchen sich diverse Firmen immer wieder an neuen Lösungen, um eine Alternative darzustellen – und wenn man keine echte Alternative sein kann, dann vielleicht doch eine gute Lösung für Menschen, die noch ausprobieren, was sie wollen.

Hier kommt Zoho ins Spiel, die es schon seit zig Jahren gibt. Fand ich immer verwunderlich, wie dir durchhalten – deren Office Suite ist zwar funktional, ich kenne aber nicht einen einzigen Nutzer. Wahrscheinlich sind es die zig Business-Tools, die eine Querfinanzierung der kostenlosen Software gewährleisten. Das neue Tool hört jedenfalls auf den Namen Notebook. Bislang nur für Android und iOS, eine Web-Variante soll folgen. Eine Alternative zu Evernote? Nein, definitiv keine echte – so viel kann ich nach meinem Test schon sagen. Es fehlt noch einiges, aber dessen ist man sich auch bewusst. Es ist ein guter Start und Funktionen sollen nachgeliefert werden.

Zoho Notebook in Kurzform?

Apps für Android und iOS. Kostenlos. Synchronisation via Cloud. Notebooks können in Sachen Cover und Papierfarbe gestaltet werden, auch eigene Bilder gewählt werden. Text, Audioaufnahmen, Bilder und Checklisten lassen sich frei in Notizen einfügen. Einzelne Notizblätter lassen sich flott mit anderen zusammenfügen und auch in Stapeln darstellen. Ein Assistent zum App-Start erläutert alles auch in deutscher Sprache. Es wird ein Zoho-Konto benötigt, dies kann auch via Facebook-, Twitter-, Linkedin-, Microsoft- oder Google-Login realisiert werden.

Neben Android und dem iPhone wird auch das iPad unterstützt, hier soll noch die Unterstützung für das iPad Pro, also den Apple Pencil folgen. Ebenfalls soll ein Import von Evernote bald möglich sein. Erinnerungen? Bislang auch nicht möglich, steht ebenfalls auf der Liste, wie das Entwicklerteam mitteilt. Native Apps sollen neben einer Web-Variante folgen. Daten in der Cloud landen derzeit in den USA, für europäische Nutzer bereitet man Server in Dublin und Amsterdam vor. OCR und Anhänge? Derzeit nicht möglich. Versionen von Notizkarten? Kann man einsehen und so einen anderen Stand wiederherstellen.

Die Kurzform dürfte schon gezeigt haben, für wen es was ist und für wen nicht. Muss man nicht drüber diskutieren, kommt funktionell nicht an Evernote ran, ist aber definitiv eine nette Software, mit der man viel anfangen kann.

In Wort und Bild

Wer das Ganze mal etwas visueller möchte, der findet mal ein paar Screenshots, die ich dann kurz anreiße, alternativ schadet Ausprobieren sicher nicht, wenn euch Evernote oder OneNote halt zu viel des Guten sind und ihr mal abseits der bereits genannten Lösungen Google Notizen und Apple Notizen schauen wollt.

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Die iOS-Version bringt ein Widget mit und unterstützt 3D Touch sowie Peek & Pop in der Notizansicht.

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Notizen können in Quadraten oder Quadern dargestellt werden. Notizen lassen sich per Geste auch in einen Stapel zusammenfassen, sodass ihr thematisch zusammenhängende Notizen schnell in einer zusammenfassen könnt. Ordnung muss bekanntlich sein. Zusammenhängende Notizen haben keine Abstände zueinander, anders als es im Screenshot über diesem Absatz zu sehen ist. Stattdessen sieht das so aus:

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Hier einmal die reine Textsuche im linken Teil des Bildes und die Übersicht der Notebooks im rechten Teil.

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Ansicht einer Notiz mit den verschiedenen Elementen. Bild, Listen, Text, Audionachrichten. Notizen können kopiert oder verschoben werden, auch das Wiederherstellen älterer Versionen ist machbar. Die Farben der Notizblätter lässt sich anpassen.

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Unter Android kann der Nutzer Schnellzugriffe auf Notizbücher als Verknüpfung anlegen und es gibt ein Widget für das schnelle Erstellen von Notizen. Diese schnellen Notizen landen im voreingestellten Standard-Notizbuch.

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Was bleibt? Zoho Notebook machte einen guten Eindruck auf mich. Ich habe nicht großartig mit Evernote verglichen, stattdessen das jetzige Feature-Set auf mich wirken lassen. Das ist für diese Lösung schon wirklich ok. Die Nutzung gestaltet sich einfach, macht sogar Spaß. Behauptung: Diese Lösung wird definitiv Nutzer finden, auch wenn man initial nicht alle abholen kann, die vielleicht auf OneNote oder Evernote schwören. Ich werde die Lösung auf jeden Fall mal beobachten, denn meiner Meinung nach ist man mobil zwar gut aufgestellt, doch eine Web- und Rechnervariante muss folgen.

Die Zoho-Übersichtsseite mit der Downloadmöglichkeit für Android und iOS findet ihr hier.



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Über den Autor: caschy

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