Angeschaut: Chromecast 2015

19. Oktober 2015 Kategorie: Google, Hardware, Streaming, geschrieben von: caschy

IMG_9904Ende September 2015 wurden recht überraschend zwei neue Geräte von Google aus dem Hut gezogen. Nein, die Rede ist nicht von den Nexus-Smartphones, die gab es zwar auch – doch auch zwei neue Streaming-Geräte schafften es auf die Bühne. Da hatten wir zum einen den Chromecast Audio (hier mein Testbericht), der eure Stereoanlage oder den dummen Lautsprecher smart macht – und auf der anderen Seite den neuen und verbesserten Chromecast 2015 für euren TV.

Von der ersten Version des Chromecast konnte Google knapp 20 Millionen absetzen, eine satte Zahl – aber auch verständlich: denn Google flankierte den Streaming-Stick mit Angeboten, sodass er letzten Endes quasi umsonst war – rechnet man die Nutzung der Gegenangebote ein. Hier und da gab es Musik – und auch Filme standen immer wieder mal auf dem Programm. Eine Strategie die man weiterhin fährt, bekommt man doch auch drei Monate Google Play Musik Premium dazu, wenn man einen der neuen Sticks erwirbt – Gegenwert rund 30 Euro.

IMG_9904

Während man mit Chromecast Audio ein spezielles Gerät auf den Markt geworfen hat, um Musikfreunden ein Streaming-Zuhause zu geben, ist der Chromecast 2015 „lediglich“ eine Weiterentwicklung. Wie mit dem alten Modell lässt sich hier YouTube, der Bildschirminhalt oder zig andere Medien und Dienste streamen. Die neue Version des Chromecast kommt mit einem neuen Antennensystem daher, welches Dualband 2,4 GHz und 5 GHz AC-WLAN unterstützt – vorher war man hier ausschließlich im Bereich 2,4 GHz unterwegs.

Auch an der Optik hat man einiges getan, denn der Stick ist nun rund und etwas größer als eine Lakritzschnecke. Verbunden wird der Chromecast 2015 via HDMI, das entsprechende Kabelendstück bringt das 39,1 Gramm wiegende Gerät gleich mit. Auf der anderen Seite muss man weiterhin mit einem Netzteil agieren, welches via microUSB angeschlossen wird – hier müsst ihr mal ausprobieren, inwiefern euer TV vielleicht einen USB-Steckplatz bietet, der genug Dampf hat, dann könnt ihr den Chromecast auch über diesen mit Energie versorgen. Solltet ihr aber merken dass die Kiste instabil läuft, dann wieder ran an das Netzteil.

IMG_9906

Ansonsten gibt es nicht viel zu sagen über die Neuerungen, Chromecast bietet Unterstützung für Wiedergabe in 1080p und ist in den Farben Schwarz, Zitrone und Koralle im Google Store zu haben. Unterstützte Systeme sind Android 4.1, iOS 7.0, OS X 10.7 und Windows 7 – die hier genannten sind die Mindestanforderungen – die Systeme darüber unterstützen den Stick selbstverständlich auch.

Die initiale Einrichtung ist schnell erledigt. Nachdem man den Chromecast 2015 mit Strom versorgt und am HDMI-Anschluss angeschlossen hat, sollte bereits die Aufforderung zum Einrichten erscheinen. Das kann praktischerweise über die für Android und iOS erhältliche Chromecast-App geschehen, die man als Besitzer des Sticks sicherlich eh installiert. Frustration nicht ausgeschlossen: das, was laut Google flott gehen soll, kann in Warten enden.

IMG_9907

Sowohl unter Android als auch unter iOS in verschiedenen Netzwerken vermeldete der Chromecast 2015 beim Einrichten immer nur „Fehler aufgetreten“. Interessant – vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen beim Verbinden: nachdem ich beim initialen Setup den Gast-Modus deaktiviert hatte, klappte das verbinden. Dies allerdings auch nur beim Initial-Setup – im Verlauf meiner Testreihe kam es immer wieder mal zu Verbindungsfehlern beim Setup in meinem WLAN, welches von einer FRITZ!Box 7490 zur Verfügung gestellt wird. Diese Probleme hatte ich mit dem ersten Chromecast nicht. Wenn der Chromecast allerdings erst einmal im Netz ist, dann sollte er stabil laufen.

Bildschirmfoto 2015-10-19 um 13.54.31

Hat man den Chromecast 2015 eingerichtet, dann kann man direkt streamen. Das Gerät erkennt installierte Apps, mit denen gestreamt werden kann, gibt aber auch Vorschläge für Apps. Gut zum Testen: der kostenlose Leihfilm und die 90 Tage Google Play Musik Premium, die mit im Preis enthalten sind. Was bemerkbar ist: der Chromecast 2015 ist fühlbar flotter unterwegs, benötigt nicht mehr so viele Denkpausen wie sein Vorgänger. Das ist gut, denn Warten bedeutet bei vielen Anwendern Frust.

cc einrichtung

Und so wird der Chromecast 2015 nicht nur zu einem idealen Sidekick für TV-Geräte, die nicht smart sind, er kann auch den TV mit seinem Tuner für viele ersetzen. Denn schauen wir uns mal die „Generation YouTube“ an. Die schaut vielleicht weniger das lineare TV, setzt aber auf YouTube oder auch Netflix. Hier wird der Computer-Monitor mit HDMI-Eingang zum via Smartphone bedienbaren TV, der das Programm bietet, welches man will. Kein vom Bett aufstehen und umschalten, einfach das Smartphone oder Tablet nutzen. Und wer schon etwas älter ist, der kann ja eine Mediatheken-App nutzen.

Doch Chromecast bietet nicht nur eine Vielzahl unterstützter Apps, die nutzbar sind, auch als Bildbetrachter taugt die kleine Lakritzschnecke. Backdrop-Features lassen sich in der App aktivieren, so funktioniert das Gerät im Leerlauf auch als Hingucker, denn vom Nutzer wählbar lassen sich vorgeschlagene Bilder aus den Google, Maps, Flickr und Co betrachten – und die eigenen Fotos aus Google Fotos sind natürlich auch mit drin.

cc play youtube

Doch nicht nur diese Medien unterstützt der Chromecast, denn auch einige Spiele sind bereits dabei, die das Gaming auf den großen TV oder Monitor projizieren. Prominentes Beispiel ist hier Angry Birds Go, welches bereits während der Vorstellung in einer Vorschauversion zu sehen war. Das Smartphone ist der Controller, der Rest läuft auf dem Bildschirm ab. In Planung: Multiplayer-Optionen. Hier wünscht man sich, dass Entwickler auf den Chromecast-Zug aufspringen und ihre Games auch für das kleine Streaming-Gadget anpassen.

Bildschirmfoto 2015-10-19 um 13.56.58

Wie beim Vorgänger ist auch das Wiedergeben von Tabs direkt über den Browser möglich, vielleicht ganz nützlich für euch, wenn ihr Präsentationen abhalten wollt. Ebenfalls kann man lokale Medien wiedergeben, hier gibt es zahlreiche Apps für Android (AllCast, Localcast oder beispielsweise den ES Datei Explorer mit entsprechendem Plugin). Hier müsst ihr mal schauen, welche Dateitypen und Codecs ihr so nutzt, ich selber empfand das Streamen von lokalen Medien vom Smartphone aus auf einen Chromecast immer suboptimal gelöst, da das Ganze eine Wundertüte ist, je nach verwendetem Format.

Bildschirmfoto 2015-10-19 um 13.56.52

Der Chromecast 2015 unterstützt einen Gastmodus. Dies bedeutet, dass eure Gäste einen bei euch im Haushalt befindlichen Chromecast zum Anzeigen von Medien nutzen können – ohne dabei in eurem WLAN angemeldet zu sein. Hierfür wird der Standort des Chromecast und der eures Gastes genutzt. Damit nicht irgendwelche Typen vor eurer Haustür stehen und euch irgend etwas auf die Glotze senden, ist das Ganze mit einem Pin versehen, der von eurem Gast zur Authentifizierung eingegeben werden muss. In der Nähe des TVs sollte übrigens kein Pin vom Gast gefordert werden, denn Chromecast überträgt einen kurzen, nicht wahrnehmbaren Ton, um die Kopplung mit dem Gast durchzuführen.

backdrop

Was bleibt zu sagen? Wer bereits die Version 1 nutzt und hierbei zufrieden mit der Performance ist, der braucht meiner Meinung nach nicht zwingend zuschlagen – diese Aussage machte ich ja auch bei der zweiten Version des Fire TVs. Wer noch gar keinen Streaming-Stick oder eine -Box sein Eigen nennt, der sollte gut überlegen. Zwar ist der neue Chromecast mit 39 Euro die wohl günstigste Lösung auf dem Markt, ich selber fand für mich den Fire TV-Stick besser gelöst. Dieser bringt zwar nicht die Smartphone-Fernsteuerung mit Apps im klassischen Sinne mit, dafür aber eine echte Fernbedienung, eine Sprachsuche und eine Oberfläche, die ich ansprechender finde.

Des Weiteren hat man durch die Sideload-Möglichkeiten ein breiteres Feld, auch das Kind im Manne zu befriedigen. Letzten Endes kann ein Blick auf den neuen Chromecast aber nicht schaden, denn die Erfahrung zeigt, dass bei der Nutzung der Angebote der Anschaffungspreis nicht einmal großartig ins Gewicht fällt. Und falls jemand nach meiner persönlichen Meinung fragen sollte: müsste ich mich zwischen der Fire TV-Stick-Lösung und Chromecast 2015 entscheiden, so würde es weiterhin die Lösung von Amazon bleiben. Die passt besser in unseren Haushalt, als die Lösung von Google.


Anzeige: Der neue Karriereservice von Caschys Blog in Kooperation mit Instaffo. Lass dich von Unternehmen finden. Jetzt kostenfrei anmelden!

Über den Autor: caschy

Hallo, ich bin Carsten! Daddy von Max, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter, Gerne-Griller und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING, Linkedin, Instagram und YouTube. Persönliches Blog. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Carsten hat bereits 23929 Artikel geschrieben.