Angehört: BeatsX In-Ear Kopfhörer

19. Februar 2017 Kategorie: Hardware, geschrieben von: caschy

Im Laufe der Jahre habe ich hier mit den Kollegen einiges an Kopfhörern getestet. Rückblickend kann man festhalten, dass sich die Branche ein wenig wie die Smartphone-Sparte verhält. Will heißen: Wer nicht das brandaktuelle Modell lauft, der spart einige Euro. So einfach ist das. Und bei Kopfhörern aller Art muss man eh verschiedene Dinge bedenken. Da gibt es Spezialisten, die euch vergoldete Kabel für besseren Klang und Ohrpolster mit Einhornsackhaarfüllung als das Nonplusultra verkaufen, obwohl die Wahrheit so einfach nicht ist.

Je nach Alter nehmen wir Menschen die Frequenzen anders wahr, sodass unter Umständen der 15-Jährige Hörer andere Ergebnisse herausbekommt hat als der bald 40-Jährige. Da zu kommen noch Beschaffenheit des Gehörganges und, und, und.

Mein Rat daher: Nehmt Tests von Kopfhörern – egal wo sie geschrieben wurden – nur immer als groben Richtwert. Geht, wenn machbar, zum Probehören.

Wer hier länger mitliest, der weiß, dass ich für gewöhnlich so meine Schwierigkeiten mit reinen In-Ears hatte. Viele Hersteller liefern hier kabelgebundene Lösungen ab, die man sich mit dem Hörer in die Ohren steckt. Die fallen bei mir recht einfach raus, egal welche „Propfengröße“ ich wähle.

Das ist für mich schon ein absolutes Ausschlusskriterium, weil mich nichts mehr nerven würde als herausfallende Hörer.

Es gibt Hersteller, die können Nutzer wie mich mit einem absoluten Cent-Artikel glücklich machen. Die liefern aufsteckbare Stege, die das Halten der Ohrhörer in den Ohren verbessern sollen. Das sind dann kleine Wingtips, die Platz in der Ohrmuschel finden und so das ganze Konstrukt besser halten. Hat nicht jeder In-Ear, braucht auch nicht jedes Ohr – aber ich muss das haben.

Das liefern auch die BeatsX ab, die ich hier zum Test habe, gleich zwei Sets sind im Lieferumfang enthalten – sowie vier unterschiedliche Silikon-Sets zum Aufsatz. Ebenfalls Cent-Artikel.

Im Gegensatz zu den Apple AirPods setzt man bei den BeatsX auf eine Form der Kabelgebundenheit. Um den Nacken herum wird ein etwas starreres Material (Flexform-Kabel)genutzt, damit die Kabel nicht verknoten, des Weiteren findet man hier den Lightning-Ladeanschluss, Akkus und Kabelfernbedienung.

Der Tragekomfort ist auch nach mehreren Stunden des Hörens gut, ich hatte keinerlei Druck in den Ohren oder auf der Muschel. Wer stundenlang fliegt und vielleicht mal On-Ear nutzte, der kennt das unter Umständen.

Nutzt man die BeatsX nicht, sondern nimmt diese aus den Ohren, so muss man nicht zwingend einpacken oder Angst vor Verlust haben. Die Ohrhörer lassen sich magnetisch vor der Brust des Nutzers zusammenklippen. Praktisch.

Die Bedienung. Auch immer so ein Ding. Ich hab mich irgendwie an Kabelfernbedienungen gewöhnt, die vor meiner Brust baumeln, alternativ mag ich die Bedienung bei Over ear-Lösungen, die mit Bluetooth arbeiten – da ist die Bedienung direkt am Hörer per Schalter oder Geste machbar.

Nicht so die BeatsX, die lassen sich natürlich auch über die Software schalten, alternativ gibt es die Kabelfernbedienung, die beim Tragen auf der linken Seite in Kinnhöhe ist. Muss man sich dran gewöhnen.

Die Einrichtung ging leicht von der Hand, die BeatsX lassen sich via Bluetooth koppeln, wie es bei anderen Kopfhörern auch der Fall ist. Unterschied ist hier die Nutzung mit iOS-Geräten, Apples W1-Chip macht es einfach und erlaubt die blitzschnelle Kopplung über ein Menü, wie auch bei den AirPods.

Hat man die BeatsX einmal eingerichtet, so lassen sie sich schnell an allen iCloud-Geräten nutzen und müssen nicht erneut mit euren Maschinen bekannt gemacht werden. Praktisch, wenn man auch bedenken muss, dass sich klassische Bluetooth-Lösungen auch recht einfach verbinden lassen – da braucht man in der Regel kein Diplom.

Der wichtigste Teil ist nun mal der Sound. Eben jener ist eine super subjektive Sache, wie ich eingangs bereits schrieb. Ich würde behaupten, dass ich recht gute Ohren habe, auch wenn ich schon recht früh damit anfing, zu laut Musik über Kopfhörer zu hören.

Wenn die BeatsX korrekt sitzen, dann passt aus meiner Warte alles. Höhen, Mitten und Tiefen. Der Bass ist rund. Das Ganze habe ich über mehrere Tage getestet, mit meinem schrägen Portfolio von Musik unterschiedlichster Art. Rock, Pop, Dance, Metal, Trance, Techno. Auch die Abschirmung von Außengeräuschen ist sehr gut.

Aber um den idealen Soundgenuss zu haben, sollte man die Ohrhörer wirklich sehr genau justieren. Ist das nicht der Fall und sie rutschen etwas raus, dann ist der Bass direkt weg – so als hätte man nur die Höhen an. Das klingt dann nicht so fein bei basslastiger Musik.

Klanglich kann ich den Hörern mit meinen Ohren nichts vorwerfen, wenn sie denn 1a sitzen. Was mich störte, dass sind die Kabelgeräusche bei bestimmter Trageweise. Die hat man aber nicht dauerhaft, sondern nur, wenn der Kopf bewegt wird. Beim Gehen oder Sitzen störte es mich nicht – nur wenn ich herum schaute und das Kabel über meiner Jacke hatte, die einen recht breiten Kragen hat. Sonst alles tutti.

Zur Akkulaufzeit: 8 Stunden gibt der Hersteller an. Das bekommt man hin, wenn man denn nicht durchgängig volle Lautstärke hört. Wer lauter hört, sollte eine kürzere Laufzeit einplanen – rund 7 Stunden. Macht aber auch nichts, denn der Hobel ist schnell wieder aufgeladen. Lädt man die BeatsX Wireless Earphones 45 Minuten auf, so sind sie komplett geladen und bieten bis zu 8 Stunden Laufzeit, also eine Ecke mehr als Apple AirPods. Wer 5 Minuten via Lightning lädt, kann bis zu 2 Stunden herausholen.

Weiteres: Mit der RemoteTalk lassen sich Anrufe entgegennehmen, Musik abspielen und Siri aktivieren, iOS vorausgesetzt. Die Bluetooth-Reichweite ist „gut“, wobei „gut“ hier von mir schlecht in Metern angegeben werden kann. Ich könnte das auf freiem Feld ablaufen, mehr auch nicht. Ich kann mich bei uns unten im Haus mit den Hörern frei bewegen. Das reicht mir und ist sicherlich mehr als die meisten Nutzer brauchen.

Der Preis. Mit 150 Euro ist man schon recht weit oben preislich angekommen (wenn auch drei Monate Apple Music mit drin sind). Das ist eine Summe, bei der sicherlich viele Nutzer schlucken werden, da gerade in diesem Bereich unfassbar viel zu kaufen ist.

Da gibt es bereits Modelle mit guten Bewertungen um 30 Euro von diversen Herstellern – und auch in der Range 70-80 Euro sind bekannte Hersteller mit guten Bewertungen zu finden. Ich glaube kaum, dass man so extrem die Unterschiede heraushört.

Letzten Endes ist es wohl sicherlich so, dass man bei Beats auch Geld für den Namen bezahlt. Und dann greift das oben von mir Geschriebene: Ruhig mal nach Vorjahresmodellen schauen. Der Markt ist hart umkämpft und lockt mit teilweise irrwitzigen Preisreduzierungen.

Dennoch hat man mit den BeatsX ein aus meiner Warte gutes Modell abgeliefert, welchem ich – ohne Blick auf Namen und Preis – eine gute Note ausstellen muss.

Letzten Endes haben mir die letzten Tests gezeigt: Auch für einen In Ear-Hasser gibt es Ohrhörer, die passen können. Erfordert aber Ausprobieren. Macht dann unter Umständen ne Ecke glücklicher, da das Reisegepäck kleiner ist.

Bonustipp: Wer auf Bluetooth, Optik und Co verzichten will, nicht aber verhältnismäßig guten Klang, der sucht mal die Superlux HD681er. Liegen bei 20 Euro. Liefern aber ab. Subjektiv gehört natürlich 🙂

Weil mich Leute auf den direkten Vergleich in Hinblick auf die AirPods von Apple (hier mein Testbericht) ansprachen: Das Ganze ist subjektiv, je nach Ohr und Trageempfinden. Ich habe keinerlei Probleme mit den AirPods, auch diese sitzen in meinen Ohren und haben einen sehr guten Klang. Sie sind komplett kabellos und bieten so eine noch größere Freiheit – man kann sie aber auch so schneller verlieren (wenn man sie auch orten kann).

In Sachen Akku halten die Beats länger, ich schätze zudem die Bedienung per Kabelfernbedienung. Hier müsste Apple noch bei den AirPods nacharbeiten, wie ich in meinem Test schrieb. Ich möchte nicht mit Siri sprechen oder Songs über das iPhone oder die Apple Watch abspielen. Das erlauben die Beats dann mit der Kabelfernbedienung besser.

BeatsX-Produktseite

Lieferumfang:

BeatsX Ohrhörer; Ohrstöpsel in vier verschiedenen Größen; abnehmbare Wingtips für sicheren Sitz; Tragetasche im Hosentaschenformat; Lightning auf USB-A Ladekabel; Kurzanleitung; Garantiekarte


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Über den Autor: caschy

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