Andy Rubin: Android-Kopf bewertet K. I. als nächste Tech-Revolution

10. Februar 2016 Kategorie: Hardware, Smart Home, geschrieben von: André Westphal

 

andyrubinAndy Rubin ist die Schlüsselfigur hinter dem mobilen Betriebssystem Android. Nach dem Verkauf an Google und seiner späteren Arbeit für das Unternehmen in der Robotik-Abteilung, ist Rubin mittlerweile Gründer und CEO seines eigenen Startup-Inkubators Playground Global. In einem Interview mit Wired hat der Programmierer und Unternehmer über seine Perspektive auf die Zukunft der IT-Industrie gesprochen. Seiner Meinung nach werde nach der mobilen Revolution nun ein neues Thema die Industrie umkrempeln: nicht etwa Augmented oder Virtual Reality, sondern künstliche Intelligenz (K. I.).

Google, Facebook und Microsoft haben bereits Milliarden-Beträge investiert, um die Entwicklung von K. I.s voranzutreiben. Herausgekommen sind bereits sichtbare Ergebnisse wie Microsofts digitale Assistentin Cortana oder Facebooks M. Rubin scheint dabei für die Zukunft ähnliche Techniken wie im Film „Her“ für möglich zu halten: Er nimmt an, dass K. I.s verstärkt via Cloud an allen möglichen Gadgets nutzbar sein werden. In nicht allzu ferner Zukunft könnte es laut dem Android-Erfinder möglich sein, dass es schwer sein werde, überhaupt noch Gadgets ohne Vernetzung mit irgendeiner Form von K. I. zu erstehen.

Jene Zukunft möchte Rubin lieber heute als morgen wahr machen, weswegen er Google unter anderem verlassen habe- Dort ging die Robotik-Forschung in andere Richtungen, als er es sich gewünscht hatte. Mit Playground Global wolle Rubin nun sozusagen das Fundament für künstliche Intelligenz bereitstellen, das andere Unternehmen dann für sich nutzen können. Ziel sei es langfristig, quasi mit Playground Global die gleiche Basis für K. I. zu schaffen, die Android für Smartphones bereitgestellt habe. Allerdings gehe es eben im Bezug auf K. I. nicht nur um eine einzelne Produktgruppe, sondern quasi um eine Palette von digitalen Assistenten über Smart Cars bis hin zu intelligenten Haushaltsgeräten. Laut Rubin wolle er quasi den „Verstärker“ dafür liefern, der die Entwicklung von Konzepten zu Produkten radikal beschleunige.

andy rubin playground

Rubin will dabei andere Wege gehen als z. B. Google und aktuelle K. I.s, die vor allem mit Daten aus dem Internet hantieren. Laut Rubin müsse man die künstliche Intelligenz jedoch aus der digitalen in die physische Welt ziehen. Dann könnte eine K. I. nicht nur online Daten sammeln, sondern sich direkt über Sensoren mit der Realität außerhalb des Internets auseinander setzen. An Horrorszenarien wie Skynet aus den Filmen der Reihe „Terminator“ glaube Rubin dabei nicht. Als Problem bewertet der ehemalige Google-Mitarbeiter, dass aktuell zu viele voneinander abgekoppelte Ökosysteme entstünden, mit welchen die Unternehmen Produkte absetzen wollten. Rubin erklärt, man müsste es aber genau umgekehrt angehen: Beliebte Produkte würden dafür sorgen, dass sich bestimmte Plattformen durchsetzen und nicht andersrum.

Allerdings arbeitet Andy Rubin natürlich nicht als einsamer Revolutionär an künstlicher Intelligenz, denn auch Microsoft, Google mit TensorFlow oder Elon Musk mit OpenAI sind ernstzunehmende Konkurrenz. Man darf gespannt sein, in welche Richtung sich K. I. in Zukunft entwickeln wird. Zumal es nicht nur um technische Hürden, geht, sondern auch um gesellschaftliche: Viele Menschen, darunter auch jemand wie Bill Gates, sind vorsichtig, was die Entwicklung künstlicher Intelligenz betrifft und sehen Gefahren. Während Rubin annimmt, dass neue Techniken „generell für Gutes“ eingesetzt würden, sind auch andere Szenarien denkbar. Spannend bleibt es so oder so und zu unseren Lebzeiten dürfte die Entwicklung der K. I.s sicherlich noch mehr Überraschungen bergen, als einen Rüffel von Cortana, weil man einen wichtigen Termin im Kalender fast vergessen hätte.


 

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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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