Android: Verschlüsselte E-Mails mit AGP und K9 senden und empfangen

13. August 2013 Kategorie: Android, Backup & Security, Internet, Mobile, geschrieben von: caschy

In den letzten Tagen habe ich hier mehr über Privatsphäre und Verschlüsselung berichtet. Ein komplexes, aber wichtiges Thema. Ich persönlich finde, dass unsere deutschen Medien die Brisanz von Prism, Tempora, NSA & Co anscheinend nicht so darstellen, wie es die Thematik verdient hätte.

Enigma

Schaue ich nach draußen, so sehe ich Menschen, die sagen: “mir egal, ich habe nichts zu verbergen”. Mit Verlaub – eine dumme Aussage. Aber dies soll hier nicht das Thema sein, hier soll es wieder einmal um Verschlüsselung gehen, genauer gesagt um die Verschlüsselung von E-Mails.

Wie man einen öffentlichen und einen privaten PGP-Schlüssel erhält, beschrieb ich bereits. Ich zeigte kurz Lösungen für die Verschlüsselung von E-Mails in Thunderbird, aber auch Web-Mailern wie Gmail, Yahoo, GMX und Outlook.com.

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Doch das Thema ist natürlich noch lange nicht am Ende, denn wir Menschen sind ja mobil und das bedeutet, dass ich vielleicht auch unterwegs vom Smartphone aus verschlüsselte E-Mails lesen oder vielleicht sogar verfassen möchte.

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Entwickler: K-9 Dog Walkers
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Auch mit Android ist dies gar nicht so schwer, die Lösung für meine Belange heißt hier AGP und K9. K9 ist ein Mail-Programm, welches kostenlos ist, wie auch die Open Source-Lösung OpenPGP for Android.

Beide Tools arbeiten Hand in Hand zusammen und die Einrichtung sollte euch maximal nur 10 Minuten eurer kostbaren Zeit kosten. Ich setze hier einmal voraus, dass ihr euch die ersten beiden Beiträge schon durchgelesen habt und über euren privaten und öffentlichen Schlüssel verfügt.

agp1

OpenPGP for Android, also AGP, arbeitet mit Gmail zusammen, kann importieren, ich gehe hier aber den Weg über K9, da K9 in der Lage ist, jegliche Form von IMAP-Konten abzufragen, nicht nur Gmail. K9 ist schnell installiert, Nutzer von Gmail und anderen bekannten Diensten müssen nur Adresse und Passwort eingeben, Kontoeinstellungen werden automatisch gefunden. Wer irgendeinen Timbuktu-Anbieter nimmt, der muss seine Einstellungen (Mail-Server) eben von Hand eingeben, dies sollte kein Problem darstellen.

agp2

Nach der Installation von K9 und der Einrichtung eurer Konten geht es an OpenPGP for Android, welches als Mittler und Schlüsselmeister dient. Einfach die App starten und sich nicht von der kargen Oberfläche abschrecken lassen. Über die Menütaste kommt man in das Menü, über welches man den privaten und den öffentlichen Schlüssel importieren kann.

k9

Diesen müsst ihr halt vorher aus eurem bis dato genutztem Programm exportieren und auf euer Android-Gerät kopieren. Sind die Schlüssel einmal importiert, so könnt ihr in K9 sofort Mails entschlüsseln, aber auch verschlüsselt versenden. K9 erkennt, ob es sich um eine verschlüsselte Mail handelt und bietet über eine Schaltfläche das Entschlüsseln an. Beim Erstellen einer Mail steht es euch auch frei, diese zu verschlüsseln, eine entsprechende Checkbox bietet K9 im Editor an.

In diesem Sinne, fröhliches Verschlüsseln.

Weiterführend:

Thunderbird, Enigmail und GnuPG

PGP-Mailverschlüsselung mit Webmailern

Festplatten und / oder Partitionen verschlüsseln

(Bildquelle: Enigma Rotor Set von brewbooks unter CC BY-SA 2.0)


Vielen Dank für das Lesen dieses Blogs! Wenn ihr uns unterstützen wollt, dann schaut euch auch diese Advertorials an, die wir auf separaten Seiten geschaltet haben: Acer Iconia Tab 8 und HP Cashback Aktion. Danke, jeder Aufruf hilft uns.

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72 Kommentare

Michael 13. August 2013 um 14:53 Uhr

Hallo,

gibt es eine vergleichbare Lösung für S/MIME?

Besten Dank
Michael

Dirk 13. August 2013 um 15:01 Uhr

Ich nutze GPG schon seit Anfang an. Aber ich habe es noch nie wirklich gebraucht. Den meisten ist es zu kompliziert. Aber mal ehrlich, die Mails die ich bisher verschickt hatte interessierten, außer dem Empfänger, wirklich keinen. Aber gut wenn man die Möglichkeit hat

dadri 13. August 2013 um 15:13 Uhr

@Dirk: “Aber mal ehrlich, die Mails die ich bisher verschickt hatte interessierten, außer dem Empfänger, wirklich keinen.”

Und dann taucht irgendwann plötzlich doch eine verschlüsselte Mail von dir auf… verdächtig, oder?
Auch sonst… Selbst uninteressante, möglicherweise nicht-private Infos können Aufschluss über dich geben, z.B. über: Arbeitsplatz/Arbeit, Hobbys/Interessen, Teile deines Bewegungsprofils, persönliche und geschäftliche Kontakte [und wer weiß, welche Leichen die sprichwörtlich im Keller haben], Angehörigkeit zu Gruppen/Vereinen/etc. und deine Stellung darin, deine Sprachmuster,…
(Möglicherweise zieht man aber auch die falschen Schlüsse daraus!)

Abgesehen davon habe ich aber leider das selbe Problem. Ich kenne nur eine Person (nicht nur im Freundeskreis sondern inkl. weiteren Bekanntenkreis und Kollegen), die PGP für Ihre Mails nutzt. Außerdem eine Behörde, mit der man optional so kommunizieren kann.
Ich habe mindestens 3 Freunde, die sich vergleichsweise intensiv mit Computern und auch Sicherheit und Datenschutz auseinandersetzen – keiner davon nutzt es bisher.
Inzwischen hatte ich es zwei mal eingerichtet und noch kein einziges Mal nutzen können.

Volker Schmitt 13. August 2013 um 15:17 Uhr

Frage: Gibt es etwas ähnliches für die kleine Schar der noch iPhone Nutzer?

Mathias 13. August 2013 um 15:24 Uhr

Eine interessante Aussage habe ich auf Fefe gelesen bzgl. Überwachung: “Es geht um einen GCHQ-Mitarbeiter, das ist die SIGINT-Abteilung der Briten, sozusagen deren NSA. Der Mann war pädophil und benutzte seine GCHQ-Zugriffsmöglichkeiten, um herauszufinden, wann welche Kinder alleine zuhause sind, um dann hinzufahren und sie zu vergewaltigen.” [http://blog.fefe.de/?ts=acf7d0e9] – Soviel also zu “Ich habe nichts zu verbergen”…

Niclas Pfeifer 13. August 2013 um 15:25 Uhr

iPhone Nutzer sind imho eher auf S/MIME angewiesen.

Joschi 13. August 2013 um 15:27 Uhr

@Volker Schmitt:

Ich nutze seit Jahren neben AGP und K-9 auf Android auch parallel ipgmail auf dem iPhone. Dort ist leider die Integration wegen der Restriktionen der iOS-Plattform nicht so elegant wie bei Android.
Aber wo ein Wille ist…. :-)

Chaos 13. August 2013 um 15:39 Uhr

Was sagt ihr denn so zu den allgemeinen Kritikpunkten zum Thema, die da wären:

1. Dein private key ist auf einem Smartphone nicht sicher
2. Verschlüsselung mit closed-source Programmen ist sinnlos
3. Verschlüsselung & Signierung wirken der Anonymisierung genau entgegen

Ist ja nicht zwingend alles meine Meinung, aber interessant fände ich eure Einschätzung dazu schon …

Bunspecht 13. August 2013 um 15:41 Uhr

Wer eine Mail-Lösung mit integrierter Lösung pgp/smime sucht, dann versucht mal r2mail2 -> https://play.google.com/store/apps/details?id=at.rundquadrat.android.r2mail2

Tosca 13. August 2013 um 15:47 Uhr

R2Mail2 kann auf Android mit Zertifikaten für S/Mime umgehen

klaus dieter 13. August 2013 um 15:47 Uhr

zu dem thema kann ich nur den fiktiven roman von cory doctorow mit dem namen “little brother” empfehlen. generell sollte jeder der technik und freiheit liebt mindestens ein buch von doctorow gelesen haben. im englischen original gibt es alle seine bücher gratis, direkt über seine homepage zum download.

das buch little brother wurde mittlerweile auf deutsch von einem verlag vertrieben. es gibt allerdings auch eine freie version, welche man gratis runterladen kann(cc lizenz).

z.b. gibt es little brother hier als pdf.. http://cwoehrl.de/files/lbdt_v1.pdf

Niclas Pfeifer 13. August 2013 um 15:47 Uhr

@Chaos

1. Man muss natürlich sein Smartphone genauso schützen wie den PC/Laptop/Mac/Whatever. (und nen revoke-Zertifikat irgendwo sicherheitshalber haben)
2. Glaubenssache. Dazu äußere ich mich nicht. :o)
3. Solang du ja keine Wegwerf-Adresse benutzt ist deine Mail imho mit Signierung genauso anonym wie ohne. Niemand zwingt dich deinen echten Namen zu benutzen. :-)

Frederik Niedernolte 13. August 2013 um 15:51 Uhr

Man muss ja den öffentlichen Schlüssel unverschlüsselt übermitteln. Dieser kann dabei doch ganz einfach abgefangen werden. Dann wä es ja nur eine gefühlte Sicherheit, oder?

Mike 13. August 2013 um 15:57 Uhr

@Frederik Niedernolte,
du hast das Prinzip nicht verstanden, es geht um asymetrische Verschlüsselung. Der Empfänger muß den öffentlichen Schlüssel haben, um dir schreiben zu können. Ob den auch die NSA hat ist völlig egal, solang sie nicht den Privatekey hat.

Chaos 13. August 2013 um 16:04 Uhr

@Niclas

1. Aber wer trägt schon sein Smartphone zusammen mit einer physisch getrennten Firewall durch die Gegend?
2. “Glauben” triffts. Da kann man auch einfach glauben, dass keiner die Mails mitliest.
3. Naja, eine Umfeldanalyse braucht dann halt keinen Zugriff auf die Mail mehr, sondern ist auf dem Keyserver direkt ablesbar. (Web of Trust = Geek-Facebook). Und wenn sich 2 Mailadressen was schicken hat das für mich eine andere Qualität als wenn sich die Besitzer 2er privat keys + pass phrase was schicken.

@Frederik
Du musst dir die Funktionsweise von public key encryption noch mal genauer anschauen. Der public key ist, wie der Name schon sagt, öffentlich. Der muss gar nicht abgefangen werden, den stellst du freu ins Netz, damit andere dir verschl. Mails schreiben können. Nur dein private key pleibt geheim.

Georg 13. August 2013 um 16:05 Uhr

@Frederik Niedernolte. Der öffentliche Schlüssel ist für die Weitergabe gedacht. Daher ist auch das Abfangen kein Problem. Nur mit dem geheimen Schlüssel und der dazu gehörenden Passphrase kann jemand Schindluder betreiben.

HO 13. August 2013 um 16:05 Uhr

für mich ist es der falsche weg, dass man jetzt anfängt mit irgendwelchen verschlüsselungen rumzuspielen. wirklich sinn macht es sowieso nicht, so lange nicht alle anbieter standardmäßig eine verschlüsselung anbieten.. und selbst dann bleibt immer eine hintertür.
da die inhalte meiner mails wirklich zu banal ist, was wohl auf 99% aller personen zutrifft, sollte man sich eher politisch engagieren und druck aufbauen, damit die überwachung wieder in geregelten bahnen ablauft und wirklich nur in gerichtlich angeordneten einzelfällen passiert… und auch dass sich andere staaten auch an unsere gesetze halten.

Hans 13. August 2013 um 16:11 Uhr

Vielleicht sollte man an der Stelle erwähnen, dass es eine GnuPG Implementierung auch im Mail-Client vom Samsung Galaxy S4 (mini) gibt. Dann braucht man nichts installieren – alles kommt ab Werk.

klaus dieter 13. August 2013 um 16:20 Uhr

in england wurden sogar mülleimer benutzt um die bürger auszuspionieren..angeblich wurden diese aber mittlerweile abgeschaltet…
http://qz.com/112873/this-recycling-bin-is-following-you/

felixlittle666 13. August 2013 um 16:44 Uhr

@Chaos
1. Smartphone/ der Rechner daheim sind unsichere Terminals. Das wird sich auch nicht ändern (Volker Birk, CCC)
2. Bei closed-source wie auch bei den CA ist es eben vertrauenssache.
3. Sag ich nix zu.

@Frederik Niedernolte
Der öffentliche Schlüssel ist dafür gedacht ihn unverschlüsselt weiterzugeben.

@HO
Verschlüsselung ist nur ein Weg. Du kannst auch mit dem Besuch von Demos und/ oder Telefonaten/ Briefen an die Politiker (müssen nicht zwingend die in Berlin sein, können auch die in deiner Stadt sein) Druck auf die Abgeordneten ausüben. Es gibt so viele Wege sich zu beteiligen und einzubringen – Nur machen muss man es.

Jan 13. August 2013 um 17:00 Uhr

Es gibt einen noch nicht veröffentlichten APG-Fork auf GitHub der sich im Moment in der Entwicklung befindet: https://github.com/dschuermann/openpgp-keychain Einfachere Bedienung und Holo Design. Dennoch nur für experimentierfreudige, da selbst kompiliert werden muss.

Henry Haack 13. August 2013 um 17:16 Uhr

Die Lösung für S7MIME und dazu noch einer der komfortabelsten E-Mail Clients überhaupt:
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.gimy.smail

Henry Haack 13. August 2013 um 17:17 Uhr

Und hier der Alleskönner PGP S/MIME IMAP (idle) Exchange …
https://play.google.com/store/apps/details?id=at.rundquadrat.android.r2mail2

Togijak 13. August 2013 um 17:23 Uhr

Als Alternative zu K9 sollten sich Interessierte K-@ Mail Pro ansehen, dass mir persönlich in Kombination mit AGP besser gefällt.

Henry Haack 13. August 2013 um 17:24 Uhr

Die Stock Android Mailer von Samsung ab S3 aufwärts können – wenn auch etwas versteckt PGP und S/MIME. PGP aber nur in Verbindung mit IMAP und S/MIME nur in Verbindung mit Exchange. Was das soll weiß der Teufel. Und Obacht! Die Verschlüsselungsalgorithmen dieser Programme sind standardmäßig DES und überhaupt nicht “state of the art”. Also immer auch einen Blick auf die Verschlüsselungsalgorithmen werfen – unter AES 256 sollte man nicht verschlüsseln. Mit DES macht man sich bestenfalls interessant.

Henry Haack 13. August 2013 um 17:28 Uhr

Kostenlose S/MIME Zertifikate gibt es übrigens hier: http://www.comodo.com/home/email-security/free-email-certificate.php

Am besten generiert man die Schlüssel dazu mit Firefox. Die Schlüssel werden natürlich nicht von Comodo generiert. Firefox generiert das Schlüsselpaar. Bei Comodo wird dieser Schlüssel dann signiert um ihn mit der E-Mail Adresse in Verbindung zu bringen.

Stephan Herrmann 13. August 2013 um 17:50 Uhr

Ich verstehe nicht, warum hier so viel über diese Verschlüsselungen berichtet wird. Ja, ich habe nichts zu verbergen! Deswegen braucht man ehrliche Menschen wie mich aber nicht als dumm abstempeln!

Seid doch mal ehrlich zu euch selbst: Verschlüsselung wird von Personen benutzt, die etwas zu verbergen haben. Radikale politische Randgruppen, Sexualstraftäter, Terroristen, Betrüger, Kriminelle!

Der Schutz der Privatsphäre wird nur vorgeschoben!

Ich verschicke meine Briefpost in einem Briefumschlag und das reicht! Wenn die Deutsche Post meinen Brief zur Kontrolle öffnen will, oder eine Büchersendung um den Inhalt zu überprüfen, dann können sie das gerne machen, denn es dient der Sicherheit von uns allen! Wenn jemand seine Briefpost in einem 20Kilo schwerem Tresor verschickt, dann ist auch klar, daß dort etwas nicht mit rechten Dingen vorgeht!

Dasselbe ist es mit E-Mail! Ich habe nichts zu verbergen und finde es gut, wenn E-Mails von verdächtigen Absendern kontrolliert werden! Wenn auch mal E-Mails von unbescholtenen Bürgern gelesen werden ist das nicht so schlimm, denn:

1. Es dient der Sicherheit aller!

2. Wer nichts zu verbergen hat, brauch sich keine Sorgen machen!

Ich bin auch dafür, daß E-Mail Anbieter gesetzlich dazu verpflichtet werden, daß man sich nur mit seinem Personalausweis eine E-Mail Adresse registrieren kann! Bei meinem Telefonanbieter muß ich auch meinen Namen, Adresse und Kontonummer angeben und somit wissen sie wer ich bin! Warum sollte es bei E-Mail anders sein?! Nur damit Kriminelle und Radikale weiterhin anonym bleiben können?

Das wäre auch ein guter Schutz gegen Viren und Trojaner! Habt ihr schon mal daran gedacht? Somit könnten die Internetbetrüger die Viren per E-Mail verschicken eindeutig identifiziert und dingfest gemacht werden!

Jens 13. August 2013 um 18:00 Uhr

@Stephan, hast du vielleicht die Ironie-Tags vergessen?

Marco 13. August 2013 um 18:00 Uhr

@Stephan Herrmann willkommen als Teil des Problems.

sprachlos 13. August 2013 um 18:01 Uhr

@Stephan Herrmann: Und deine Sexmails an deine Bettpartnerin soll auch jeder lesen können? Oder was du dir alles schönes kaufst?

Mir fehlen echt die Worte…

Andreas 13. August 2013 um 18:04 Uhr

Ohne Dir zu Nahe treten zu wollen Stephan Hermann, du führst anscheinend ein erbärmliches Leben, wenn du nichts zu verbergen hast!

Außerdem hinkt der Vergleich E-Mail und Brief gewaltig. Der Brief ist verschlossen, kann also nicht von jeder Person, der den Brief in die Hand bekommt gelesen werden. Die E-Mail allerdings kann über jede Leitung und Server über den sie transportiert wird mitgelesen werden. Damit entspricht die E-Mail eher eine Postkarte. Daher bitte ich dich demnächst all deine schriftliche Kommunikation auf Postkarten vorzunehmen, schließlich hast du ja nichts zu verbergen!

Ein demokratischer Rechtsstaat ist eben keine Demokratie mehr, wenn jeder befürchten abgehört zu werden. Wer traut sich dann noch kritische Äußerungen vorzunehmen, wenn er weiß das kritische Äußerungen mitgehört/gelesen werden und für die Person Konsequenzen haben kann.

Konstantin 13. August 2013 um 18:07 Uhr

@Stephan Herrmann – Du würdest den Liebesbrief also in Klarsichtfolie verschicken, damit auch der Briefträger weis, was du an wen schickst?

Es gibt halt Dinge, die gewisse Menschen nicht erfahren sollen. Am nächsten liegen da halt die Betriebsgeheimnisse.
Aber wenn jetzt der BND Dinge intern zu klären hat, hat da weder die NSA noch irgendeine andere Institution da mitzuprotokollieren und womöglich noch über die Machenschaften im Klaren zu sein. Und das größte Kommunikationsmedium ist nun mal eben das Internet.
Es werden auch hierzulande Mitarbeiter aus Firmen gefeuert, weil sie vergessen irgendwelche Abrechnungstabellen verschlüsselt zu schicken.
Einen gewissen Sinn hat Verschlüsselung dann doch…

Kopfschüttelnder 13. August 2013 um 18:15 Uhr

@Stephan Herrmann
Wie lange ist eigentlich Ihr Penis? Welche Sexualpraktiken bevorzugen Sie? Woran denken Sie, wenn Sie sich selbst befriedigen?

Na immer noch nichts zu verbergen???
Vielleicht geht ja jetzt ein Lichtlein auf, wenn nicht, dann ist eh alles verloren.

Chaos 13. August 2013 um 18:16 Uhr

@Stephan Herrmann
Sollten Sie hier nur trollen wollen, so sei Ihnen auch das gegönnt.
Wenn Sie sich aber ernsthaft mit dem Thema außeinandersetzen möchten, empfehle ich Ihnen die vorurteilsfreie Lektüre dieser Seite: http://wiki.piratenpartei.de/Ich_habe_nichts_zu_verbergen!

Wenn mann so leicht dahinsagt “Ich hab doch nichts zu verbergen” denkt man meist nur über das ‘was’ nach. Denken sie doch auch mal über das ‘vor wem’ nach. Möchten sie wirklich, dass JEDER ihre politische/sexuelle/finanzielle Situation und Lebensführung kennt? Auch ihr Briefträger? Ihr Nachbar? Ihr Kollege? Ihr Partner? Ihre Familie? Die Person am Bankschalter? Ihre Versicherung?

Sollten Sie wirklich zu der Minderheit an Leuten gehören, die wirklich gar nichts vor niemanden verbergen möchten, denken Sie doch bitte auch an andere. Gerade wird wieder publik, wie beispielsweise Homosexuelle in Russland nicht nur vom Staat, sondern auch von privaten Lynchmobs verfolgt werden. Verschlüsselung kann hier Leben retten!

Stephan Herrmann 13. August 2013 um 18:20 Uhr

@spachlos: Der Shopbetreiber weiß sowieso was ich kaufe. Meine Bank sieht, von wo Lastschriften kommen. Der Paketlieferant sieht den Absender. Ich habe damit kein Problem! Wenn Kriminelle Drogen oder Waffen über das Internet kaufen, dann ist es klar, daß sie ein Problem damit haben, wenn jemand ihre E-Mails liest!

@Andreas: Ich hätte auch kein Problem damit, Briefe ohne Couvert zu verschicken. Wieso sollte ich ein Problem damit haben? Als ob die Postangestellten jeden der tausende von Briefe lesen würden die jeden Tag durch ihre Hände gehen. Und selbst wenn mal jemand gucken würde. Das wäre vielleicht nicht sehr anständig von dem Postmitarbeiter, aber wäre kein Drama. Bei Postkarten ist es doch genau so. Aber auf Postkarten paßt nicht so viel Text und Briefe/Einschreiben können nur mit Couvert verschickt werden, deswegen verschicke ich auch mit Couvert.

Demokratie: Deutschland ist eine Demokratie! Schließlich haben wir freie Wahlen und das Recht auf Meinungsfreiheit! Dir schreibt niemand vor, wen Du zu wählen hast! Es ist deine freie, verfassungsrechtlich garantierte Entscheidung! Oder hast Du schon mal etwas von Wahlbetrug in Deutschland gehört?

Und Du kannst auch in E-Mails mit deinen Freunden die Regierung kritisieren ohne befürchten zu müssen, daß Du dafür ins Gefänfgnis mußt, wenn die E-Mail zur Terrorabwehr zufällig gelesen wird!

Kopfschütelnder 13. August 2013 um 18:22 Uhr

@Stephan Herrmann
Wie lange ist eigentlich Ihr Pe***? Welche Sexualpraktiken bevorzugen Sie denn so? Woran denken Sie, wenn Sie sich selber befriedigen?

Na klingelts? Wenn nein, ist eh alles verloren…

felixlittle666 13. August 2013 um 18:23 Uhr

@Stephan Herrmann
Bitte veröffentliche hier doch mal deine Adresse, Tel-Nummer, deine Kreditkartendaten, deine Sozialversicherungsnummer und ein ganzkörper Bild von dir, wie die Natur dich erschaffen hat.
Damit würdest du uns allen deutlich zeigen, das du auch tatsächlich nichts zu verbergen hast.
Du kannst es aber auch sein lassen und uns allen somit deutlich zeigen, das du doch etwas zu verbergen hast.

Und? Was tust du jetzt ?

Stephan Herrmann 13. August 2013 um 18:34 Uhr

@Kopfschütteler: Wenn ein Geheimdienstermittler in den USA, in London oder in Berlin soetwas zufällig in einer E-Mail von mir lesen sollte, ist es mir egal. Ich kenne diese Person nicht und er kennt mich nicht. Ich hätte davon keinen Nachteil und er keinen Vorteil.

@Chaos: Meiner Versicherung und meine Bank kennen meine finanzielle Situation sowieso. Meine Nachbarn und Kollegen können leicht darauf schließen. Die Nachbarn zahlen ungefähr gleichviel Miete wie ich und sehen, was für ein Auto ich mir leisten oder nicht leisten kann. Die Arbeitskollegen verdienen ungefähr gleich viel wie ich. Für den Briefträger gilt dasselbe. Anhand meines Wohnumfeldes etc. kann er Rückschlüsse auf mein Einkommen ziehen. Aber wieso “JEDER” angeblich etwas über meine sexuelle/politische Orientirung wissen kann, verstehe ich nicht. Es sei denn, daß Kriminelle meinen Rechner infizieren. Dem könnte man, wie bereits gesagt, einen Riegel vorschieben, indem man E-Mail Konten mit dem Personalausweis verknüft!

Das was in Rußland passiert ist schlimm, da hast Du recht! Aber Rußland ist keine Demokratie! In Deutschland passiert Dir nichts als Homosexueller oder Oppositioneller!

Stephan Herrmann 13. August 2013 um 18:42 Uhr

@felixlittle666: Wieso sollte ich? Meine E-Mails kann auch nicht JEDER lesen! Und wenn meine E-Mails zufällig von Behörden gelesen werden, dann vertraue ich denen, daß sie meine privaten Sachen (Bilder, Bankverbing usw.) nicht weitergeben. Sie würden und könnten es auch nicht gegen mich verwenden, da wir in einer Demokratie und in einem Rechtsstaat leben!

Nebenbei ist meine Telefonnummer und Adresse kein Geheimnis. Jeder der es will kann mich im Telefonbuch finden und jeder Beamte, der einen Blick auf meinen Personalausweis wirft, sieht auch meine Daten. Warum sollte es mich dann stören, wenn Beamte einen Blick auf meine Daten im Internet werfen oder prüfen wem eine bestimmte E-Mail Adresse gehört?!

Kopfschüttelnder 13. August 2013 um 18:45 Uhr

@Stephan Herrmann
Dann stört es Sie ja auch nicht, meine oben genannten Fragen hier zu beantworten oder?
Schließlich kennen wir uns ja auch nicht.

Bernd Rubel (@markensysteme) 13. August 2013 um 18:53 Uhr

@Stephan Herrmann, ich mache es ganz kurz, dehalb tut das vielleicht weh: es geht nicht um *Dich*. *Du* kannst *Dich* jeden morgen nackig auf’n Marktplatz stellen und “Hosianna” singen. Es geht um Begriffe wie Rechtsstaatlichkeit, das Grundgesetz, Gewaltenteilung, parlamentarische Kontrolle, die Veränderung politischer Systeme in kurzen Zeitabständen, das Volk als Souverän, usw. Du kannst Dir dieses Terroristen-Werbevideo hier http://www.youtube.com/watch?v=iHlzsURb0WI einmal anschauen, aber das bringt vermutlich auch nichts.

Stephan Herrmann 13. August 2013 um 18:55 Uhr

@Kopfschütteler:

Du bist aber sicher kein polizeilicher Ermittler, der, wenn er auf solche intimen Daten stößt, sie wieder beiseite legt.

Du bist auch kein Bankmitarbeiter, der selbstverständlich Einsicht in meinen Kontoführung hat.

Du bist auch kein Shopbetreiber, bei dem ich etwas bestellt habe und der meine Bankverbindung für eine Lastschrift benötigt.

Du bist auch kein Freund von mir, der meine Telefonnummer vergessen hat und sie dann im Telefonbuch sucht.

Du bist auch nicht mein Arzt, der weiß was für Beschwerden ich evtl. habe.

Sicherlich wirst Du jetzt kontern, daß aber Geheimdienste evtl. Zugriff auf diese Daten haben. Aber das stört mich aus o.g. Gründen nicht! Aber ich gebe zu, daß es mich evtl. stören würde, wenn ich im Iran, in Rußland oder in China leben würde. Aber das ist eben der Unterschied: Wir leben in Deutschland, in einem Rechtsstaat, in einer Demokratie!

Chaos 13. August 2013 um 19:01 Uhr

@Stephan Herrmann
Dein Glaube in den deutschen Rechtstaat ist so bewundernswert wie naiv.
Auch bei Behörden arbeiten Menschen. Und Menschen machen Fehler, sind ggfs. korrupt, bestechlich, egoistisch etc. Was die menschliche Natur so hergibt. Es gibt genug Fälle, in denen Ermittlungsbeamte ihre Befugnisse für private Zwecke missbraucht haben.

Ebenso ist ihre Vorstellung etwas zu kurz gegriffen, jemand würde sich eine ihrer Mails/Briefe durchlesen. Das tut in der Tat niemand. Stattdessen lesen sich Algorithmen ALLE Mails und Briefe durch, stecken sie anhand der gefundenen Daten in Kategorien und spukt sie bei der nächsten Rasterfahndung passend wieder aus.

Sie meinen in Deutschland wäre noch kein Unschuldiger verfolgt worden? Da bringe ich nicht mal ein trockenes Lachen hervor. Nächtliche Hausdurchsuchungen mit vorgehaltener Waffe, weil man bei Wikipedia den falschen Artikel gelesen oder sich bei ebay zu intensiv die falschen Produkte angeschaut hat. Verhaftung und wochenlange Untersuchungshaft, weil die Wortwahl der eines Bekennerschreibens zu ähnlich war.
Ausgrenzung, Beschimpfung und Diskreditierung, weil man sich mit einer östlichen Religion beschäftigt (die z.B. die der eigenen Frau ist). Durchsuchungen und Beschlagnahmungen von Privatbesitz auf Verdacht, weil man Leute kennt, die schonmal mit Leuten Kontakt hatten, die plötzlich “interessant” sind.

Und wenn sie meinen, Russland wäre weit weg, so lassen sie sich gesagt sein, dass solche “Bewegungen” leider überall und immer wieder auftreten können. Wollen sie dann, aufgrund von jahrealten Mails in die falsche Minderheit einsortiert werden?

So, ich lass dass jetzt mal hier. Ich glaube ja auch nicht, dass ich Sie hier überzeugen kann. Vielleicht dämmert aber die Einsicht, dass nicht alles im Leben so schön schwarz und weis ist, wie sie sich das vorstellen. Ich empfehle ihnen: Suchen sie sich eine beliebige politische Demonstration ausserhalb des Mainstreams, stellen sie sich neben einen Polizisten und beobachten sie Ihre Meiningsfreiheit und Ihren Rechtstaat bei der Arbeit.

Trollstop 13. August 2013 um 19:01 Uhr

Don’t feed the troll

MiKa 13. August 2013 um 19:02 Uhr

@Kopfschüttelnder

Ich zitiere
“Und wenn meine E-Mails zufällig von Behörden gelesen werden, dann vertraue ich denen, daß sie meine privaten Sachen (Bilder, Bankverbing usw.) nicht weitergeben. Sie würden und könnten es auch nicht gegen mich verwenden,”

Ihnen würde ich – wie wahrscheinlich auch Stephan Herrmann – nichts anvertrauen – warum erwarten Sie, dass SH Ihnen etwas anvertraut? Sind Sie ein Angestellter der NSA aus Amerika, der täglich eine Flut von Informationen vor sich hat und mich NIE sehen wird und mit meinen Daten nichts anfangen kann (naja, wenn er Spaß hat kann er ja mal mit meiner Kreditkarte einkaufen gehen – dann hätte er mir aber meine Daten entwendet und ich hätte einen Anspruch gegen meine Bank – anders wäre es, wenn ich Ihnen meine Daten freiwillig gebe).

Ich mag die Meinung von Stephan Herrmann

Kopfschüttelnder 13. August 2013 um 19:03 Uhr

@Stephan Herrmann,
Ja was jetzt? Oben haben Sie geschrieben, dass es Sie nicht stören würde, weil wir uns ja schließlich nicht kennen würden.
Da Sie meine Fragen nicht beantworten wollen, gehe ich davon aus, dass Sie doch was zu verbergen haben? Darf ich Sie dann zu dem Personenkreis zählen wie Radikale politische Randgruppen, Sexualstraftäter, Terroristen, Betrüger, Kriminelle?
Zumindest könnte man das aus Ihrem ersten Kommentar schließen?

Henry Haack 13. August 2013 um 19:06 Uhr

Es gibt diese Leute, die ihre Lebensgeschichte durch die S-Bahn posaunen, Arztgespräche im Restaurant so laut führen, dass jeder sie mitbekommt …
Das ist doch OK.

Ich möchte nicht alles in alle Welt herausposaunen und ein wenig Privatspähre. Wir sind mit dem Internet und der Privatsphäre in den Pionierjahren so unbedarft umgegangen wie mit Sex im Zeitalter nach der Pille und vor AIDS. Nun ist es vorbei mit dem naiven Umgang und im Zeitalter nach PRISM sollten wir uns schützen. Wer das nicht will oder braucht tja der macht halt weiterhin ungeschützten Mail Verkehr.

Patrick Krawczyk (@Patrick89bvb) 13. August 2013 um 19:10 Uhr

@Stephan Herrmann

Ich nutze auch keine Verschlüsselung. Aber Verschlüsselung ist dann sinnvoll, wenn du simpel Daten vor Dritten schützen. Da muss man ja nichts kriminelles vorstellen, es kann auch nur sein wie Betriebsgeheimnis oder Personendaten. Oder noch minimaler eine Überraschung für einen Freund oder Ergebnisse eines Arztuntersuchung. Aber ich will auch nicht, dass jeder meine Handynummer kennt meine politische Entscheidungen kennt. Alle Informationen können gegen dich angewendet werden, egal mit welche Motivation. Ein generellen Verdacht halte ich für falsch, weil der Misstrauen zu jeden großer wird. Wenn neben Misstrauen noch Unsicherheit entsteht, kann schnell Konflikte entstehen. Kontrolliere deine Frau, 24 Stunden am Tag, 7 Tag der Woche. Da dadurch fühlt deine Frau belästigt, weil der Mensch eine intime Grenze an Privatsphäre benötigt. Dann wenn deine Frau noch E-Mail bekommen, die im Kontext deine Frau keine bedeutung haben, aber du Sie falsch versteht und deine Frau mitteilst. Erzeugst du deine Frau zusätzlich noch unsicherheit, weil Sie dann nicht mehr unbelastet weiß, wie Sie damit umgehen soll. Druck und Stress ist vorprogrammiert..

Die Beiträge von Caschy finde ich als Systemadministrator in Ordnung. Sie richtet sich an alle Menschen, die sich für diesen Thema interessieren. Wenn Sie nicht verschlüsseln wollen oder so, ist egal. Hauptsache wird das Thema angesprochen, dass es Alternativen gibt und diese für jeden Freizugänglich dokumentiert werden. Was z.B. die NSA, die Briten oder BND nicht tun, Sie misstrauen uns Bürger, Sie halten alles hinter verschlossene Türen! Warum? Weil Sie selbst etwas zu verbergen haben oder findest irgendeine originale Quelle, die Methoden und Techniken beschreiben?

PS: Rechtschreib- und Grammatikfehler sind mir bitte zu entschuldigen.

Kopfschüttelnder 13. August 2013 um 19:15 Uhr

@MiKa
Naivität pur!

Dirk 13. August 2013 um 19:16 Uhr

@Stephan Hermann: Wenn Sie nichts zu verbergen haben – freuen Sie sich und machen Sie einfach weiter wie bisher.
Wenn nun aber ich anderer Meinung bin – und nicht möchte, dass z.B. mein Nachbar, der bei einer Versicherung arbeitet und einen guten Bekannten bei meinem Provider hat, weiß, dass ich mit seiner Firma einen Rechtsstreit habe – über den ich regelmäßig mit meinem Anwalt per Mail kommuniziere, was dann? Was raten Sie mir, um ganz sicher vor Ausspähung zu sein? Und wie soll sich jemand verhalten, der etwa an einer schweren Krankheit erkrankt ist, dies aber nicht jedem Systemadministrator auf dem Weg durchs Internet mitteilen möchte? Aus Angst vor Veröffentlichung z.B. Raten Sie ihm Plakate zu drucken?
Warum eigentlich glauben so Viele, dass ihre Lebenseinstellung allgemeingültig sei?

MiKa 13. August 2013 um 19:32 Uhr

@Kopfschüttelnder

Total Naiv… Weil ich mich hier Wohl fühle – in einem Land (weitestgehend) ohne Terror etc. Tausche Tod gegen Freiheit … Ich glaube der NSA und dem BND einfach mal, dass sie das tun, wozu sie da sind – uns vor Terror schützen. Nicht meine Lovestory mit Frau XY lesen und sich köstlich darüber amüsieren. Und bisher hat auch noch niemand meine Daten geklaut, unerlaubt Geld von meinem Konto abgehoben (nein, auch noch kein Systemadmin oder sonstwer), keine Rechtsschutzversicherung hat mir ihre Hilfe aufgedrängt, weil sie von einem Streit mit meinem Nachbarn “erfahren” hatte… Alles ist gut. Und wenn demnächst eine Bombe explodiert – ja dann fragen sie wieder alle, wo die Überwachung war. Ich denke da nur an die Bombe am Bonner HBF – alle haben sie geschrien, weil der Täter auf keiner Kamera zu sehen war – ja wo waren die Kameras?

Mit einem Kopfschütteln von der Bevölkerung abgelehnt worden

Stephan Herrmann 13. August 2013 um 19:33 Uhr

Chaos 13. August 2013 um 19:01 Uhr

“Auch bei Behörden arbeiten Menschen. Und Menschen machen Fehler, sind ggfs. korrupt, bestechlich, egoistisch etc.”

Dafür gibt es den Rechtsstaat, der solche Sachen verfolgt!

“Sie meinen in Deutschland wäre noch kein Unschuldiger verfolgt worden? Da bringe ich nicht mal ein trockenes Lachen hervor. Nächtliche Hausdurchsuchungen mit vorgehaltener Waffe, weil man bei Wikipedia den falschen Artikel gelesen oder sich bei ebay zu intensiv die falschen Produkte angeschaut hat. Verhaftung und wochenlange Untersuchungshaft, weil die Wortwahl der eines Bekennerschreibens zu ähnlich war.”

Ich glaube, hier wird etwas übertrieben. Ich kenne niemanden, dem schon mal Nachts die Wohnung mit vorgehaltener Waffe gestürmt wurde. Ich kenne keinen, der einen kennt, der einen kennt, der einen kennt, dem so was in Deutschland schon mal passiert ist.

Sicherlich gibt es solche Einsätze, aber doch zu 99,9999999999999999% bei Personen, die nicht gerade Unschuldslämmer sind! Und wenn es doch mal einen unbescholtenen Bürger treffen sollte, so kommt der Rechtsstaat dafür auf! Aber es stürmt Ihnen sicherlich niemand die Wohnung, weil Sie in einer E-Mail Witze über die Kanzlerin machen oder Mitglied bei den Piraten sind!

“Ich empfehle ihnen: Suchen sie sich eine beliebige politische Demonstration ausserhalb des Mainstreams, stellen sie sich neben einen Polizisten und beobachten sie Ihre Meiningsfreiheit und Ihren Rechtstaat bei der Arbeit.”

Jede legale Organisation kann in Deutschland demonstrieren und jeder seine Meinung äußern! Das ist verbrieftes Recht eines jeden Bundesbürgers! Ich kann mir nicht vorstellen, daß wenn Sie sich auf einer Demonstration mit einem Polizisten unterhalten und ihm ins Gesicht sagen, daß Sie Angela Merkel und die CDU nicht mögen, er Sie verhaftet oder zusammenschlägt! Sowas passiert in Deutschland nicht! Sollte jedoch tatsächlich mal ein Polizist über die Stränge schlagen, dann können Sie sich sehr sicher sein, daß das Konsequenzen für ihn haben würde!

Wenn Sie aber zu einer radikalen Gruppe gehören, die vermummt Steine auf Beamte wirft und Schaufensterscheiben zerschlägt, dann brauchen Sie sich auch nicht zu wundern, daß Sie verhaftet werden! Vandalismus fällt nämlich nicht unter Meinungsfreiheit!

Ich glaube, es ist sinnlos, weiterhin mit ihnen zu diskutieren. Sie tun gerade so, als ob Sie in China leben und politisch verfolgt würden. Ich kann Ihnen sagen, Sie leben in Deutschland, in einem Rechtsstaat, in einer Demokratie! Im September sind wieder freie u. geheime Wahlen, ein kleines Indiz für Sie, daß Sie in einer Demokratie leben!

Stephan Herrmann 13. August 2013 um 19:37 Uhr

@MiKa: Vollste Zustimmung! Das sind die Fakten und nicht irgendwelche unbelegten Horrorgeschichten über prügelnde Polizisten und Überwachungsstaat!

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!

MiKa 13. August 2013 um 19:44 Uhr

@ Stephan Herrmann Auch von meiner Seite die vollste Zustimmung! Und damit “trolle” ich mich und wünsche ebenfalls einen schönen Abend!

SNAFU 13. August 2013 um 20:06 Uhr

at Stephan

Erinnerst mich an meine Eltern. Wohnen in ner 3000-Seelen Gemeinde. Alles schön da. Grüne Wiesen, weiße Gartenzäune, den ganzen Tag Sonnenschein. Der Dorfpolizist kloppt auch nicht drauf los. Den kennt da ja auch jeder. Der ist nicht anonym. Kann sich sowas nicht erlauben. Hab schon anderes erlebt. Sie anders aus bei ner Hundertschaft. Die Hengste kennt keiner. Kein Namenschild am Brustpanzer, keine ID Nummer auf dem Knüppel. Brauchst die auch nicht zuquatschen oder Steine werfen. Kann sein, daß du einfach so eine kriegst.

Glauben mir meine Eltern auch nicht. Alles so weit weg. So unglaublich. Der Junge muß doch was gemacht haben, wenn sie ihn festnehmen. Gebrochene Nase? Muß doch vorher den Polizisten angegriffen haben. War ja schon immer so hyperaktiv das Kind. Neigte schon immer zu Übertreibungen. Schon damals in der Schule. Wen er was ausgefressen hatte. Waren immer die Anderen dran Schuld. Es haben immer die anderen Kinder angefangen.

Was? Der Junge muß Strafe zahlen? Da haben wir es doch! Dann wird er ja nicht so unschuldig sein wie er getan hat. Leben ja in einem Rechtsstaat. Prügelnde Polizisten, daß ich nicht lache. Waren doch selbst schon mal im Nachbardorf bei einem Bürgerprotest gegen die Flugschneise. Da waren die 5 Polizisten aus Buxtehude sehr nett zu uns. Hatten sogar Verständnis für unser Anliegen.

Wird noch ein schlimmes Ende nehmen mit dem Jungen. Ist doch bestimmt einer von diesen Radikalen.

Henry Haack 13. August 2013 um 20:18 Uhr

Man bedenke bitte auch, dass die Halbwertzeit politischer Systeme relativ kurz ist. Wieviele Diktaturen und Unrechtsstaaten hatten wir in Europa in den letzten 60 Jahren? Möglicherweise leben die Datenspeicher länger als unsere so stabil geglaubten Demokratien.

leosmutter 13. August 2013 um 22:47 Uhr

@Stephan Herrmann
Vertrauen in Behörden… Hahahahahahahahaha.
Wenn du wüsstest was da alles abgeht. Wäre schön wenn alle gpg-email, otr-messenger und crypt-phone benutzen würden. Und den Rechner natürlich vollverschlüsselt, falls mal Besuch kommt. Aber leider haben die Leute entweder eine ähnliche Einstellung wie du oder nicht das Wissen für die entsprechende Sicherheit.

cokkii 14. August 2013 um 00:12 Uhr

Nachdem in den USA schon zwei E-Mail Anbieter “freiwillig”, welche Verschlüsselungen anbieten, ihre Dienste eingestellt haben, braucht man sich als normalsterblicher meiner Meinung nach gar keine Gedanken mehr machen, ob man etwas verschlüsselt oder nicht.

Die NSA wird schon von den meisten großen Firmen die Entschlüsselungsalgorithmen bekommen haben.

Django 14. August 2013 um 08:31 Uhr

Ich habe schon so viele Versuche gemacht, mich an email-Verschlüsselung zu gewöhnen.
Gescheitert ist es immer wieder an den gleiben zwei Dingen:

1) Die Gegenseite kann nichts damit anfangen und reagiert eher genervt, wenn man anregt, verschlüsselt zu kommunizieren

2) Verschlüsselte Mails sind nicht durchsuchbar und/oder schnell lesbar.
Wenn ich davon ausgehe, daß mein Rechner nicht kompromittiert ist, sollte Verschlüsselung und Entschlüsselung nur auf dem Transportweg greifen können, nicht aber in meinem Posteingang und meinem Gesendet-Ordner. Dafür habe ich noch keine Lösung gefunden, was Verschlüsselung für mich stark in der Attraktivität einschränkt.

ParanoidAndroid 14. August 2013 um 10:27 Uhr

Eigentlich eine tolle Idee mit AGP – nur warum benötigt diese App Internetzugang? Das ist nicht gerade Vertrauenserweckend…

K.-H. Klotz 14. August 2013 um 11:12 Uhr

Ich verschlüssele. Wenn jemand etwas von mir wissen will soll dieser mich fragen.
In den Augen von Herrn Herrmann bin ich aber deswegen schon ein Verdächtiger Verbrecher / Terrorist etc. – siehe zweiten Absatz seines Beitrages.

Und genau das ist das Problem, welches Herr Herrmann nicht versteht. Ich habe ein Recht auf informelle Selbstbestimmung – und dieses Recht nimmt mir dieser Staat – bzw. Bürger wie Herr Herrmann, für den Personen wie ich “verdächtig” sind.

Ich würde sagen, Staaten und Regierungen, die die Verletzung von Grundrechten “verheimlichen” oder als “geheim” einstufen und Menschen, die dies öffentlich machen verfolgen, sind verdächtig.

friddes 14. August 2013 um 11:14 Uhr

Kann sich keiner von denen, die behaupten, “sie hätten nichts zu verbergen”, nicht vorstellen, dass sie UNSCHULDIG belastet werden könnten?
Schreibt jeder dieser Leute NUR Postkarten oder schreibt er Briefe, die er/sie in einen Umschlag zu “provisorischen” Absicherung steckt? Öffnet jemand diese Briefe, verstösst er gegen das Postgeheimnis UND ER/SIE MACHT SICH STRAFBAR. Kommt man einmal in die Fänge der Justiz, hat man (evtl.) ein großes Problem.
Noch einmal zum “public key”: Der ist NUR zum Verschlüsseln da und muss/kann daher veröffentlicht werden – wie der englische Begriff es ja ausdrückt.
Der “secure/private key” ist NUR zum Entschlüsseln von, mit dem eigenen (passenden) “public key” verschlüsselten Mails.
Natürlich ist es ein Problem, den “secure key” nebst Passphrase vor unbefugtem Zugriff zu schützen (auf dem PC wie auf dem Smartphone oder sonstigen mobilen Rechnern).
Aber das gleiche Problem hat jeder mit seinem Haustürschlüssel, mit seiner PIN für sein Bankkonto, usw…. Diese Probleme sind lösbar und jeder MUSS sie für sich selber lösen; aber er MUSS sie lösen und nicht “den Kopf in den Sand stecken”.

friddes 14. August 2013 um 11:23 Uhr

Skeptiker: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Lavabit-Schliessung-Sogar-meinem-Anwalt-darf-ich-nicht-alles-sagen-1935084.html
“public key”: zum Verschlüsseln, daher “öffentlich”.
“secure/private key”, zum Entschlüsseln, daher “geheim/privat”.

@caschy: Danke für den Beitrag. KaitenMail und APG funktionieren ebenfalls (eigener Test). Zur Info: Wenn ich versuche, Kommentare über ein VPN hier abzulegen, klappt das meistens nicht – irgendeine Ahnung, was da klemmt? Ich nutze testweise Hide.io und war vorhin via Island VPN-mäßig im Netz. Ich bekomme den Eindruck, dass bereits ganz schön “gefiltert” wird…..

Dirk 14. August 2013 um 11:24 Uhr

@Django: Suche mal nach GPGRelay, das ist wahrscheinlich genau das, was Du suchst.
@ParanoidAndroid: APG kann (öffentliche) Schlüssel von Servern im Internet nachladen, sofern z.B. eine Signatur geprüft werden soll.

Kann mir hier jemand die Frage beantworten, unter welcher Lizenz R2Mail2 veröffentlicht ist? Auf der WebSite (http://r2mail2.com/) habe ich dazu keine Angaben gefunden.

caschy 14. August 2013 um 11:24 Uhr

Also gesperrt ist hier nix.

Thomas 14. August 2013 um 17:13 Uhr

@Stephan Herrmann

Dh. Sie gehen davon aus das:

1. Der Staat immer recht hat ?
2. Der Staat seine Macht nie missbraucht ?
3. Sich Gesetze nie ändern ?

PRISM@BKA 14. August 2013 um 17:19 Uhr

@Stephan Herrmann
Genau solche Leute sucht das BKA dringend – so sollen ja die demokratischen Grundrechte (G10 – Artikel 10 GG) besser und schutzwürdig verteidigt werden.

Aaron Ethan Fox 23. August 2013 um 16:45 Uhr

@Stephan Herrmann:

Ich sehe es genau wie Bernd Rubel, nämlich das es hier um grundsätzliche Dinge geht, die eben eine Demokratie ausmachen! Die DDR beispielsweise war nachweislich keine Demokratie und man hat die Bürger überwacht, ist seitens der Staatsgewalt in deren Privatsphäre eingedrungen, hat Bürger mit Hilfe der erlangten Informationen diskreditiert.

Du solltest in Deiner Betrachtungsweise also vielleicht einmal “über den Tellerrand schauen” und die eingehender mit der gesamten Problematik beschäftigen.

Nicht persönlich nehmen, aber Deine Ausführungen machen auch mich doch einen sehr naiven und uninformierten Eindruck…

Aaron Ethan Fox 23. August 2013 um 16:47 Uhr

@Stephan Herrmann:

Sorry, Tippfehler! Es sollte natürlich “[...] und Dich eingehender mit der gesamten Problematik beschäftigen.” lauten.


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