Android generiert 31 Milliarden Dollar Umsatz, Google zahlt Apple 1 Milliarde für Suchleiste in iOS

22. Januar 2016 Kategorie: Android, Google, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel google logoManchmal kommen Informationen über die seltsamsten Wege ans Licht. So auch in diesem Fall. Was Google mit Android verdient, ist ein gut gehütetes Geheimnis. Beziehungsweise war es, denn es wurde nun von einem Oracle-Anwalt ausgeplaudert. Oracle und Google haben sich nach wie vor wegen der Nutzung von Java in den Haaren, ein Streit der nun schon 5 Jahre anhält. In diesem Zusammenhang hat Oracle nun Zahlen genannt, um zu zeigen, dass Google (durch die Nutzung der Oracle Patente) durchaus Geld verdient.

Interessant ist dabei ja die Tatsache, dass Android an sich kostenlos ist. Google verdient aber auf zwei Wegen an Android. Zum einen erhalten Android-Nutzer Werbeanzeigen ausgespielt, die für Einnahmen sorgen. Zum anderen gibt es den Google Play Store, aus dessen Einnahmen Google einen teil behält, bevor der Rest an die Entwickler geht. Auf diese Weise werden 31 Milliarden Dollar Umsatz bei 22 Milliarden Dollar Gewinn erwirtschaftet.

Huawei Mate S Play Store Google Rating

Unklar ist allerdings, wie Oracle die Zahlen erhoben hat. Da Google diese nicht publiziert, müssen sie von Oracle stammen, die Reaktion von Google deutet aber darauf hin, dass diese sicher nicht weit von der Wahrheit entfernt sind. Google versuchte am 20. Januar noch, die entsprechende Stelle im Gerichtsprotokoll löschen zu lassen, da es sich um sehr sensible Daten handelt, die das Geschäft von Google beeinflussen könnten. Google dazu:

“Google does not publicly allocate revenues or profits to Android separate and apart from Google’s general business. That non-public financial data is highly sensitive, and public disclosure could have significant negative effects on Google’s business.”

Und Google war mit dem Anliegen auch erfolgreich, das Protokoll verschwand laut Bloomberg spurlos. Ob durch die Offenlegung der Zahlen Google nun wirklich einen Schaden davon trägt? Darf man ruhig bezweifeln, auch wenn es sicher nicht im Interesse Googles war.

Aber das war noch nicht alles, aus dem gleichen Prozess gibt es eine weitere Zahl. Nämlich die Summe, die Google an Apple zahlt, damit die Suchleiste in iOS beinhaltet bleibt. Laut Oracle-Anwalt soll es 2014 eine Milliarde Dollar gewesen sein. Auch ein Verhältnis steht im Raum 34 Prozent, so viel erhält Apple vermutlich aus den Werbeeinnahmen. Es ist nicht ganz klar, wer den 34 Prozent-Anteil erhält, aber es ist unwahrscheinlich, dass sich Google mit so einer kleinen Portion zufrieden gibt. Auch diese Passage sollte aus dem Protokoll gestrichen werden, was aber nicht geschah.

Also verdient auch Apple einen Anteil an Googles Werbesystem, das von Tim Cook auch gerne einmal als Negativbeispiel für den Umgang mit der Privatsphäre der Nutzer herhalten muss. Mehr zu den Google an Apple-Zahlungen gibt es bei Bloomberg in diesem Artikel.



Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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8 Kommentare

David Decker 22. Januar 2016 um 10:22 Uhr

Jetzt werden die ganzen Gierigen erst recht kommen, um davon ihre Millionen „haben zu wollen“. Ganz ohne Gegenleistung versteht sich.

Man möchte fast schon rufen: Hallo EU! – Die haben ja eh so wenig Geld für ihren Bürokratieapparat.

Sonst noch Kandidaten?

(Disclaimer: Dieser Kommentar könnte Spuren von Ironie & Satire enthalten.)

Micha 22. Januar 2016 um 10:25 Uhr

Das nenne ich mal eine ordentliche Marge. Da kann selbst Apple nicht mithalten.
ansonsten – soviel zu kostenlos

Markus 22. Januar 2016 um 10:27 Uhr

Auf diese Weise werden 31 Milliarden Dollar Umsatz bei 22 Milliarden Dollar Gewinn erwirtschaftet.

In welchem Zeitraum denn? Seit es Android gibt? Im Jahr kann ich mir nicht vorstellen. Das wäre quasi der komplette Gewinn von Google. Den Großteil werden sie wohl noch mit der Suche machen.

Martin 22. Januar 2016 um 10:37 Uhr

@Sascha: zwei mal selber Typo 😉
Vorletzter absatz: „noch nciht alles“ und „ist nciht ganz klar“

Kalle 22. Januar 2016 um 12:41 Uhr

> The figure is based on an methodology not outlined by Oracle, said a person familiar with the matter who was not authorized to speak publicly.

Oracle’s Anwälte haben sich ein paar interne Dokumente genommen und daraus mal schnell Google’s Umsätze und Einnahmen aus dem Play Store und Werbung auf Android-Geräten errechnet. Und das über mehrere Jahre. Das ist lächerlich. Das werden Zahlen generiert die sich nicht nachvollziehen lassen, und die werden dann von der Presse und Bloggern in Überschriften verwendet. Das ist so gewollt. Schliesslich geht’s nur darum was für Oracle rauszuholen. Das ist ja richtig so. Aber die Zahlen sollte man mit einer Prise Salz geniessen.

> Annette Hurst, the Oracle attorney who disclosed details of the Google-Apple agreement at last week’s court hearing, said a Google witness questioned during pretrial information said that “at one point in time the revenue share was 34 percent.” It wasn’t clear from the transcript whether that percentage is the amount of revenue kept by Google or paid to Apple.

In der Vorverhandlung sagt irgendein Google Mitarbeiter aus, daß zu einem gewissen Zeitpunkt die Umsatzbeteiligung für Apple 34% betrug. Wann das war steht nicht fest, wer das aussagte ebenfalls nicht. Woher die Zahl 1 Milliarde für die Standardsuche auf iOS kommt, wird auch nicht genannt.

Revenue Share für Ad Impressions sind ein Buchhaltungsalptraum und ich behaupte das ist so plattformübergreifend überhaupt nicht möglich. Ich denke eher da wurden Zahlen übernommen die Anal-ysten mal vor ein paar Jahren ausgerechnet haben, basieren auf Google’s Umsätzen und einer angeblichen Flatrate pro Gerät:
http://searchengineland.com/fi.....ple-148255

Icancompute 22. Januar 2016 um 18:57 Uhr

Geld sinkt ja doch nicht, wie es scheint. Für eine Mrd. + 34% wirft man halt auch mal seine Prinzipien über Bord.

Patrick Bäder 23. Januar 2016 um 00:26 Uhr

Kann mich Kalle nur anschließen!!

Aber das Google mit Android eine ganze Menge Geld verdient ist doch logisch.


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