Amazon will strenger gegen Produktfälschungen vorgehen

29. November 2016 Kategorie: Internet, geschrieben von: André Westphal

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Über den Amazon Marketplace werden nicht nur zu günstigen Preisen gebrauchte Artikel und Neuwaren verkauft, sondern leider auch zahlreiche Produktfälschungen. Für viel Aufsehen sorgte 2015 etwa die Geschichte um die gefälschten Samsung-Akkus – sogar Amazon selbst lieferte damals allerdings versehentlich Fälschungen aus. Offenbar hat man beim Händler realisiert, dass der Marketplace bzw. seriöse Händler darunter leiden, wenn dubiose Buden allerlei Imitate feilbieten. Demnach habe Amazon für 2017 ganz oben auf seine Agenda gesetzt gegen Produktfälschungen und deren Anbieter strenger vorzugehen.

Bisher bleibt bei der Entdeckung einer Fälschung nicht viel Spielraum für seriöse Händler: Sie können das Problem entweder an Amazon melden und hoffen, dass sich etwas tut oder aber selbst rechtliche Schritte einleiten. Sitzt der Fälscher jedoch beispielsweise Hangzhou (China), hat Letzteres freilich wenig Erfolgsaussichten in Deutschland. Mit großen Herstellern und Marken wolle Amazon daher 2017 in den USA und Europa eine Art Liste zusammenstellen, um Fälschungen schneller zu erkennen und aus dem Marketplace zu verbannen. Bleibt jedoch zu hoffen, dass Amazon nicht nur den großen Playern unter die Arme greift, sondern auch kleinen, innovativen Unternehmen.

Das könnte geschehen, indem Amazon Händler, Hersteller und deren Marken anregt sich in besagte Liste einzutragen. Schenkt man den Gerüchten Glauben, könnten das präventiv sogar Anbieter tun, welche selbst nicht aktiv via Amazon verkaufen. Sollten dann gewerbliche Marketplace-Anbieter die registrierten Produkte verkaufen, müssten sie erst nachweisen, dass es sich um echte, vom Markeninhaber zugelassene, Waren handelt. Experimente in dieser Richtung solle es bereits mit Nike und anderen Herstellern gegeben haben. 2017 wolle Amazon die Initiative angeblich um tausende Unternehmen / Marken ausbauen.

Was Amazon davon hat? Fälschungen im Marketplace werfen auch auf Amazon ein schlechtes Licht und schrecken große Marken vor der Zusammenarbeit ab. Aktuell ist der Amazon Marketplace aber fast noch so etwas wie der wilde Westen, denn dort finden sich neben offensichtlichen Fälschungen ohnehin allerlei dubiose Angebote. Kein Wunder, denn mehrere Millionen an unabhängigen Verkäufern nutzen den Marketplace für ihre Angebote. Darunter sind dann auch viele schwarze Schafe. Auch die Kunden spielen den Fälschern dabei oft mit Naivität in die Hände, indem sie vermeintliche Markenprodukte zu unrealistischen Preisen erwarten bzw. kaufen.

Seien wir gespannt, ob Amazon wirklich 2017 stärker mit den Fälschern abrechnet. Ganz könnte man der Sache wohl nur Herr werden, wenn auch die Kunden ein stärkeres Bewusstsein für Nachahmungen entwickeln und die Finger von den vermeintlichen Schnäppchen lassen.

(via Bloomberg)


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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