Amazon veröffentlicht erstmals Transparenzbericht zu Behördenanfragen

13. Juni 2015 Kategorie: Internet, geschrieben von:

Transparenzberichte sind innerhalb der Internet-Branchengrößen mittlerweile ein fester Bestandteil. Nach den Enthüllungen von Edward Snowden rund um die NSA-Abhörmethoden dienen sie als Versuch, um dem Nutzer zu zeigen „Sieh her, diese Daten geben wir weiter, wir sind gesetzlich dazu verpflichtet.“ Gerade Unternehmen, die viele Daten von Kunden speichern, versuchen so, das Vertrauen der Nutzer aufrecht zu erhalten. Nun gibt es so einen Transparenzbericht auch von Amazon, dabei geht es aber weniger um Online-Shopping, als viel mehr um Daten, die im Zusammenhang it AWS (Amazon Web Services) gespeichert werden.

Amazon_AWS

Amazon gibt sich normalerweise sehr bedeckt, wenn es um Zahlen zum eigenen Unternehmen geht, umso erfreulicher, dass man sich für einen solchen Transparenzbericht entschieden hat. Dieser zeigt – wie eigentlich jeder Transparenzbericht – keine allzu häufigen Anfragen, die zudem noch nicht in allen Fällen erfüllt wird. Logisch, NSA uns Co handeln ja auch nicht auf Grundlage von offiziellen Anfragen.

Amazon klärt im ersten Bericht, der den Zeitraum 1. Januar 2015 bis 31. Mai 2015 umfasst, auch auf, dass man nicht am Prism-Programm der NSA teilgenommen hätte. Den kompletten, doch recht knapp ausgefallenen Transparenzbericht, könnt Ihr an dieser Stelle einsehen. Hier die Zahlen in Kürze:

– 813 Vorladungen gab es, von diesen wurden 542 vollständig erfüllt, 126 teilweise und 145 gar nicht.

– Von 25 insgesamt erhaltenen Durchsuchungsbefehlen wurden 13 vollständig beantwortet, 8 teilweise und 4 überhaupt nicht.

– Unter „andere gerichtliche Anordnung“ wurden 13 Fälle erhalten, von diesen wurden 4 vollständig erfüllt, 5 teilweise und 4 gar nicht.

– Anfragen über National Security Requests gab es zwischen 0 und 249 (Unternehmen dürfen diese Zahlen nur in größeren Blöcken herausgeben).

– Anfragen aus außerhalb der USA erhielt Amazon 132, 108 davon wurden voll erfüllt, 7 teilweise und 17 gar nicht.

– Löschanfragen gab es in den 5 Monaten exakt eine, diese wurde auch von Amazon erfüllt.

Wie Amazon im dazugehörigen Blogpost mitteilt, wird es diesen Bericht von nun an zweimal pro Jahr geben und man wird sich auch weiterhin für die Sicherheit der Daten und die Rechte der Nutzer einsetzen.

(via ZDNet)

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