Amazon räumt tatsächlich mit den gekauften Bewertungen auf

26. November 2016 Kategorie: Internet, geschrieben von: André Westphal

artikel_amazonAmazon hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt schärfer gegen zweifelhafte Rezensionen vorgehen zu wollen: In den USA werden gefälschte Bewertungen sogar gewerblich vermittelt – Amazon klagte. Trotzdem sind auch andere, über Ecken ins Leben gerufene Bewertungen, vielleicht erinnert sich der ein oder andere etwa noch an die WeTab-Kontroversen, Amazon ein Dorn im Auge. Nun wird Amazon auf Dauer nicht verhindern können, dass die HiWis eines Professors dessen neuestes Werk hochloben, damit ein paar Fachbücher mehr über die virtuelle Ladentheke wandern. Allerdings räumt der Händler wirklich stärker mit gekauften Bewertungen auf.

Eine neue Analyse hat ergeben, dass Amazon bereits Mio. von Rezensionen entfernt hat. Hier reagiert Amazon nicht nur auf Bewertungen empfindlich für die Geld geflossen ist, sondern auch auf solche, für welche der Rezensent z. B. als Anreiz das jeweilige Produkt gratis erhielt. Denn die Durchschnittsbewertung derartiger Reviews liegt mit 4,74 Sternen höher als bei jenen, für die kein Gratis-Produkt vergeben wurde –  hier sind es 4,36 Sterne. Wobei beides zeigt, dass auf Amazon insgesamt deutlich mehr gelobt als kritisiert wird.Ermittelt hat die Ergebnisse ReviewMeta, laut welchen Amazon dabei auch viele, ältere Rezensionen entfernt hat. Man scheint es also ernst mit dem Aufräumen zu meinen.

amazon-rezensionen-2016

In Einzelfällen fehlen nun sogar tausende von Bewertungen zu einzelnen Produkten. Wohlgemerkt beziehen sich die Angaben von ReviewMeta auf Amazon.com, also nicht auf die deutsche Variante. Trotzdem gebe es laut ReviewMeta immer noch reichlich Rezensionen, zu denen die jeweiligen Anbieter durch Gratis-Produkte beigetragen hätten. Aber der Anteil nehme merklich ab. An den durchschnittlichen Produktwertungen hat sich durch das Aufräumen zudem weniger geändert, als man glauben sollte. Sprich, es steht nun kein ehemaliges 5-Sterne-Produkt auf einmal mit nur einem Stern da. Es scheint aber gelungen zu sein, dass bezahlte bzw. über Gratis-Produkte erkaufte Bewertungen nun deutlich unwichtiger werden. Sicherlich wird Amazon hier noch weiter dranbleiben.

Dass die Amazon-Bewertungen in der Regel inhaltlich trotzdem selten zu gebrauchen sind, dürfte der Händler freilich wenig beeinflussen können. Immer noch wird in den Rezensionen teilweise über den Bestellprozess oder gar die Freundlichkeit des Zustellers lamentiert. Begrüßenswert ist aber, dass Amazon etwas gegen offensichtlich fingierte Bewertungen unternimmt.

(via TechCrunch)


Anzeige: Infos zu neuen Smartphones, Tablets und Wearables sowie zu aktuellen Testberichten, Angeboten und Aktionen im Huawei News Hub.

Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

André hat bereits 1451 Artikel geschrieben.