Amazon Prime Video & Netflix: 5 erstklassige Originalserien aus dem Jahr 2017

25. Dezember 2017 Kategorie: Streaming, geschrieben von:

Hier im Blog stellen wir euch jeden Monat die Neuzugänge aus den Bereichen Filmen und Serien bei sowohl Amazon Prime Video als auch Netflix vor. Beide Anbieter lizenzieren aber nicht nur Material anderer Studios, sondern produzieren mittlerweile auch fleißig selbst exklusiven Content. Da hat natürlich jeder seine eigenen Vorlieben. Nun erwartet euch in diesem Beitrag zumindest ein kleiner Einblick in fünf Originals von Amazon Prime Video und Netflix aus dem Jahr 2017, die ich euch unbedingt ans Herz legen möchte.

Auch diese Liste ist subjektiv und wenn ihr andere, neue Originals in diesem Jahr bevorzugt habt: Gerne her damit in den Kommentaren! Denn vielleicht finden ich oder andere Leser ja auf diese Weise Anregungen. Ausgeklammert habe ich übrigens an dieser Stelle Serien, die dieses Jahr nur fortgesetzt wurden. Deswegen findet ihr etwa kein „Stranger Things“, „Bojack Horseman“ oder „House of Cards“ in dieser Liste.

5. Sneaky Pete (Amazon Prime Video)

Die Serie „Sneaky Pete“ habe ich erst kürzlich angeschaut, da sie mir zunächst gar nicht so in meine Interessen zu fallen schien. Doch das Format um den Trickbetrüger Marius alias Pete wusste mich dann mit seiner Mischung aus Krimi, Drama und auch einer soliden Portion Humor bestens zu unterhalten.

Bryan Cranston, der ebenfalls in der Serie mitwirkt, geht natürlich sowieso immer. Er hat zudem hinter den Kulissen gemeinsam mit David Shore das Konzept von „Sneaky Pete“ entworfen.

4. Glow (Netflix)

Frauen-Wrestling in den 1980er-Jahren: Das eine Serie darüber so unterhaltsam sein könnte, hätte ich nicht gedacht. Nun gut, die Serie „Glow“ (Gorgeous Ladies of Wrestling) kann dank Alison Brie mit einer charismatischen Hauptdarstellerin aufwarten. Die Serie dreht sich dann auch um eine neu ins Leben gerufene Wrestling-Liga, in der die potentiellen Superstars jedoch leider vom Wrestling genau so wenig Ahnung haben wie ihr Geldgeber.

Zwar ist „Glow“ in erster Linie eine Komödie, doch schnell gewinnt man die zentralen Charaktere lieb. Die kleinen und großen Konflikte unter den Protagonistinnen sind nachvollziehbar dargestellt, so dass ich immer gespannt war, wie sich ihre Beziehungen zueinander wohl entwickeln mögen. „Glow“ bietet eine amüsante Zeitreise in die 1980er-Jahre an, die bestimmt einige von euch übersehen haben. Eine zweite Staffel ist bereits bestellt und ich freue mich sehr darauf.

3. Eine Reihe betrüblicher Ereignisse (Netflix)

Neil Patrick Harris: Ich finde man muss ihn einfach lieben. Doch in „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ alias „A Series of Unfortunate Events“ gibt Mr. Barney Stinson zur Abwechslung mal den Bösewicht. Denn als Graf Olaf hat er es auf der Vermögen der drei Waisenkinder Klaus, Violet und Sunny abgesehen.

„Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ ist in der Handlung an sich oft absurd bzw. sogar zerfahren und sprunghaft. Doch das trägt zum skurrilen Charme dieser Buchverfilmung nur bei. Auch die grandiose Optik, die mich manchmal leicht an eine meiner Lieblingsserien, „Pushing Daisies“, erinnert hat, verleiht der Serie ein ganz eigenes Flair. Ich denke dieses Netflix Original ist zudem kein Geheimtipp. Solltet ihr es dennoch versäumt haben: Holt es unbedingt nach.

2. The Tick (Amazon Prime Video)

Apokalypse Now? Bei uns im Team gibt es Gemeinsamkeiten, was den Film- und Seriengeschmack betrifft. Meistens aber schlägt Caschy die Hände über dem Kopf zusammen, wenn ich ihm von meinen Favoriten berichte. Sascha wiederum ist eher für Dokumentationen zu haben, als für reine Unterhaltung. Doch dann kam Amazon Prime Video dieses Jahr nach langer Wartezeit endlich mit der ersten Hälfte von Staffel 1 zu „The Tick“ um die Ecke. Und ein Wunder geschah: Sowohl Caschy, Sascha und Benny als auch ich waren alle vier begeistert.

„The Tick“ hat viel ironischen bis absurden Humor, einen tollen Cast bzw. liebenswerte Charaktere, ein wenig Action und reichlich Biss. Die Serie ist wirklich sehr schillernd und sticht für mich aus den oftmals im direkten Vergleich mit Netflix etwas biederen Amazon-Eigenproduktionen heraus. So dreht sich alles um eine Welt, in der Superhelden und Superschurken zum Alltag gehören.

In ihr sieht der seit seiner Jugend traumatisierte Arthur plötzlich einen übermächtigen, blauen Superhelden namens The Tick. Jener kürt den verwirrten jungen Mann prompt zu seinem Sidekick. Die Folge sind reichlich turbulente Ereignisse, denen Arthur anfangs kaum gewachsen ist. Dabei ist immer ein Augenzwinkern im Spiel. Selbst wenn ihr also der Superhelden-Umsetzungen überdrüssig sein solltet oder gerade dann: „The Tick“ ist ein Heidenspaß, den ihr auf keinen Fall versäumen solltet.

1. Castlevania (Netflix)

Der erste Platz ist natürlich sehr subjektiv und eigentlich könnte man „The Tick“ und „Castlevania“ beinahe beliebig vertauschen. Nur um Haaresbreite habe ich die Serie um Dracula und den Vampirjäger Trevor Belmont auf die Pole Position gesetzt. Denn hier ist durchaus ein kleines Wunder passiert: Es wurde ein Videospiel umgesetzt und nicht völlig vergeigt. Mehr noch: Die Serie ist gut und zwar richtig gut! Die Animationen sind gelungen, die Story ist spannend und besteht nicht aus reiner Action und die Charaktere, inklusive Dracula, erhalten Profil. Dazu gibt es viele Referenzen auf die Games – allen voran „Castlevania III: Dracula’s Curse“ sowie „Castlevania: Symphony of the Night“.

Die Videospieleumsetzung kam bei Fans der Spiele super an. Kein Wunder also, dass eine zweite Staffel mit mehr Episoden flugs von Netflix in Auftrag gegeben wurde. Und das ist auch bitter nötig, denn Staffel 1 endet mit einem Cliffhanger. Netflix macht Gamern somit Hoffnung auf weitere Spieleumsetzungen. Sollte man für andere Formate die Qualität von „Castlevania“ halten, könnte die Zeit liebloser Umsetzungen – „Assassin’s Creed“ ich blicke in deine Richtung – vielleicht langsam abebben.

Selbst wenn ihr die Spiele versäumt habt, bleibt „Castlevania“ immer noch eine gute Zeichentrickserie, der man auch so problemlos folgen kann. Da die Serie den Fluch von Videospieleumsetzungen gebrochen hat, habe ich sie letzten Endes auf meinen persönlichen Platz 1 gehievt. „What a horrible night to have a curse“…


Über den Autor:

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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